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03.06.2012
(Vortrag/Diskussion)
von Benjamin Vogt Samstag, 27. Dezember 2008
Nach Sin City und 300 legt Cross Cult nun also auch Hard
Boiled, ein weiteres Werk von Frank Miller, als edle Gesamtausgabe neu auf. Die
ursprünglich dreiteilige US-Serie lässt sich am ehesten als eine überbordende, pompös
inszenierte Kurzgeschichte begreifen, in der ausgefeiltes Storytelling und
tiefgehende Dialoge bewusst in den Hintergrund gerückt sind und Miller viel
über großflächige, spektakuläre Szenen mit dem Leser kommuniziert.
Im Protagonisten
Nixon, einem nach eigenem Befinden normalen, pflichtbewussten Steuerfahnder,
findet Miller ein Werkzeug zur völligen Zerstörung, denn Nixon schlittert in
ein nicht zu kontrollierendes Massaker, das ihm schlussendlich zum
Bewusstwerden seiner eigenen Identität verhilft.
Angesiedelt ist dieses sehr explizite und brutale Werk in
einer futuristisch anmutenden Großstadt, die sehr detailiert von Zeichner Geof
Darrow dargestellt wird. Er ist es auch, der den abstrusen Plot, der im Grunde
aus einem einzigen Schlachtfest besteht, zu einer noch surrealeren Ebene
verhilft. Ob Straßenjagden, Massentötungen oder zerfetzte Leichen, die
Millersche Vorgabe geht hier in Punkto Gewalt wirklich an die Grenzen und
Darrow spart auch nicht damit, sich aller abstoßenden Details auch ausführlich
anzunehmen.
Auffällig ist dabei auch, dass immer wieder die gerade agierenden
Personen aus der Weitsicht betrachtet werden und sich dem Leser, sozusagen aus
der Panoramaeinstellung, eine wimmelbildartige Ansicht bietet, die das völlig
uferlose Gemetzel in diesem Kontext gesehen noch unglaublicher macht.
Hard Boiled ist so gut, weil es bewusst auf einen zu komplexen Inhalt verzichtet und sich auf außergewöhnliche Gewaltdarstellungen beschränkt. Das mag zuweilen abstoßend wirken, ist aber viel zu unrealistisch und übertrieben, um moralisch verwerflich sein zu können. Zumal Geof Darrow hier wirklich eine überragende Arbeit abliefert: Seine präzisen, detailverliebten Bilder sind allein schon die Anschaffung des Bandes wert, selbst wenn man die wenigen Textstellen und die magere Handlung außen vorlässt.
Natürlich war sich Miller seiner Prämisse, auf coole,
harte Antihelden zu setzen, die sich durch die Gegend ballern, schon damals
bewusst, so wirkt sein manteltragender Nixon auch ähnlich wie Hartigan aus
Sin City. Was Hard Boiled abtrennt von Millers anderen Werken, ist auch die
Tatsache, dass es mit voller Absicht übers Ziel hinausschießt und dieses nicht im
Ansatz versucht ist zu verschleiern. So bleibt Hard Boiled auch in der neu
überarbeiteten Fassung ein Comicbuch, das bemerkenswert und wohl einzigartig
ist.
Hard Boiled
Cross Cult,
Dezember 2008
Text: Frank Miller
Zeichnungen: Geof Darrow
Hardcover; farbig; 128 Seiten; 24,- Euro
ISBN: 978-3-936480-90-0

Bildquelle: crosscult.de















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Manchen Lesern und Fans dürfte dieser Comic nicht gänzlich unbekannt sein, da er schon vorab in Fortsetzungen im Magazin Comix erschien. Nur hat man hier nun den kompletten Band in einer sehr viel schöneren Aufmachung vorliegen. Qualitativ ist an den Cross-Cult-Veröffentlichungen kaum etwas auszusetzen, was Papier, Bindung und Zusatzmaterial betrifft. Hier sind einige Anhänge zu den Storyhintergründen und eine kleine Galerie angefügt.
Paris im Jahre 2054: Die junge Wissenschaftlerin Ilona Tasuiev verschwindet aus ungeklärten Umständen. Ihr Arbeitgeber Avalon, ein multinationaler Großkonzern, der Gesundheit, Schönheit und ewiges Leben propagiert, versucht sie ebenso ausfindig zu machen wie Karas, ein impulsiver Polizist, der mit Hilfe Ilonas Schwester Nachforschungen betreibt. Nach und nach eröffnen sich die wahren Gründe für die Entführung. Doch das tatsächliche Ausmaß der Verschwörung und die Tragweite der wissenschaftlichen Erkenntnisse werden dem Leser erst später bewusst.
Hellboy gehört zu den Comic-Serien, die sich in der Comicgate-Redaktion sehr großer Beliebtheit erfreuen. So ist es kein Wunder, dass der neue Band Seltsame Orte gleich von zwei Redaktionsmitgliedern besprochen wird: von Benjamin Vogt und von unserem Neuzugang Bastian Richelshagen.
- 06.07.2006
Lange musste man hierzulande auf die Veröffentlichung der
US-Kultreihe The Goon
warten, nun liegt der erste Sammelband der
bereits fünffach
mit dem Eisner Award ausgezeichneten Serie auf Deutsch und in
gewohnter Cross Cult-Aufmachung im A5-Hardcover vor.
Da möchten Don Diego de la Vega
und sein Diener Bernardo einfach nur eine ruhige Schifffahrt unternehmen
... und
müssen unterwegs gleich dem legendären Vampirfürsten Dracula
entgegentreten. Dieser hat
sich nämlich ebenfalls als Passagier an Bord begeben und möchte von
Spanien
nach Frankreich übersiedeln. Don Diego, der nachts als maskierter Rächer
Zorro
für Gerechtigkeit kämpft, hat sich glücklicher Weise kurz zuvor in
Toledo vom Meisterschmied
Rambak ein spezielles Schwert anfertigen lassen. Nur dass es so schnell
zum
Einsatz kommen muss, damit hat Zorro freilich nicht gerechnet.