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(Vortrag/Diskussion)
von Benjamin Vogt Montag, 14. November 2011
Eigentlich war ich von den vergangenen Sammelbänden von Hack/Slash recht angetan, doch mit dem nunmehr sechsten Band „Zeit zu lieben, Zeit zu slashen“, scheint in meinen Augen die Luft ganz schön raus zu sein aus dem Konzept „Sexy Girl jagt mordende Monster“.
Cassie Hack durchlebt eine Sinnkrise: Soll sie ihr Vagabundenleben, ständig auf der Suche nach neuen Slashern, die sie zum Wohle der Menschheit auslöscht, aufgeben und versuchen, ein ganz normales Teenagerleben zu führen? Doch was wird dann aus ihrem deformierten Begleiter Vlad? Und wer übernimmt dann all die Monster? Währenddessen formieren sich natürlich schon wieder die nächsten Antagonisten zum Duell.
Autor Tim Seeley, dem es in den vorherigen Bänden immer – mal mehr mal weniger gut – gelang, mich mit überraschenden oder absurden Einfälllen über die Tatsache hinwegzutrösten, dass Hack/Slash nicht unbedingt für Anspruch, tiefschürfende Dialoge oder überagende Bildkunst steht, lässt mich diesmal mit einer – für seine Verhältnisse – konventionellen, fast biederen Erzählung allein. Bieder bedeutet hier zum einen, dass Seeley nicht an die Grenzen geht, nicht den Tabubruch sucht, weder was Sexyness noch was Brutalität angeht. Zum anderen bedeutet bieder auch einfach nur: viel langweiliger als man es gewohnt ist.
Ein großer Pluspunkt der Serie war bislang der fragmentarische, anarchische Ansatz. Miniepisoden, Referenzen zu realen Personen oder fiktiven Figuren, die stilistische Auflockerung durch bewusste Kontrastierung, auch optisch (zum Beispiel die unverhohlene Referenz an die Archie-Comics) oder Gastauftritte kultiger Horrorgestalten (Chucky, Re-Animator), die allein durch ihren Namen bereits gewirkt haben. All das lässt der sechste Band vermissen, die diversen Zeichner (Emily Stone, Ross Campbell, Mike Dimayuga, Tim Seeley) können sich kaum voneinander absetzen. Das Ergebnis ist grafischer Einheitsbrei auf mittlerem Niveau.
Die Handlung mäandert irgendwie auf ein Ende zu, dazwischen redet Vlad über seine Gefühle (deren Darstellung nicht grade Seeleys Stärke ist) und Cassie lebt sie in einem lesbischen Experiment mit ihrer Freundin Georgia aus (ein Thema, das von Seeley immer wieder plump in die Serie eingeworfen wird).
Was bleibt also, wenn man einem Durchschnittshorrorcomic das anarchische Moment wegnimmt? Genau: Ein Durchschnittscomic. Tim Seeley sollte Hack/Slash schnell wieder in ein anderes Fahrwasser bewegen, eines, das die Schwächen des Titels nicht so völlig allein und offen zur Schau stellt. Dann könnte ich auch an zukünftigen Bänden wieder mehr Gefallen finden.
Wertung: ![]()
Deutlicher Tiefpunkt der Serie, ohne bemerkenswerte Höhepunkte
Hack/Slash 6 - Zeit zu lieben, Zeit zu slashen
Cross Cult, Oktober 2011
Text: Tim Seeley
Zeichnungen: diverse
186 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 19,80 Euro
ISBN: 9783942649667
Leseprobe
Abbildungen: © der dt. Ausgabe: Cross Cult















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Rezensionen




Der vorletzte Band der Sin-City-Reihe ist vor kurzem erschienen. Diesmal mit elf Kurzgeschichten, unter anderem der Balkonszene aus dem ersten Film, und einem Wiedersehen so mancher alter Bekannter wie Marv (!) oder Dwight.
Als dem abenteuerlustigen Showpiloten Cliff Secord ein experimenteller, raketenbetriebener Rucksack in die Hände fällt, erkennt er schnell die Möglichkeiten, als fliegender Mensch Karriere zu machen. Und verkennt dabei die Gefahr, die es mit sich bringt, sich als maskierter Mann durch die Lüfte zu bewegen. Abgesehen davon, dass der gestohlene Rucksack bereits vom Besitzer wie auch von deutschen Spionen gesucht wird. Wir befinden uns im Jahr 1938 und Cliff Secord rast als Rocketeer mit Helm und Pistole über die Köpfe der Leute hinweg.
Was ist eigentlich so verkehrt an rein historischen Comics? Wieso müssen neue historisch orientierte Serien sich häufig der Faktentreue verweigern und sich stattdessen einem Genremix hingeben? Mittlerweile wäre eine treue Historienadaption mal sehr außergewöhnlich. Aber die Herangehensweise, mehrere Genres zu mischen, hat natürlich auch Vorteile. So wäre historische Faktentreue ein Gerüst, welches die Handlung stark einschränken würde, da man sich nicht beliebig viele Freiheiten nehmen kann. Meist bleibt die Faktentreue denn auch auf das Dekor beschränkt. Andererseits hat Geschichte immer genügend weiße Flecken, die von Fantasie und Schöpferkraft gefüllt werden können. Man kann eben nie alles über das Vergangene wissen..
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- 14.08.2010