JoomCategories for JoomGallery

JoomGallery Stats for JoomGallery MVC BETA

  •   1453
Comicgate RSS-Feed Comicgate RSS-Feed

Rezis nach Kategorien

Comicgate-Tweets

Eigenveröffentlichungen

Wir publizieren auch im Print!

Comic-Kalender

März 2014 April 2014 Mai 2014
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30
Neue Veranstaltung einsenden Neue Veranstaltung einsenden
Zum Kalender

Partnerlinks





 



 

Home Rezensionen

von Jons Marek Schiemann Dienstag, 01. Januar 2013

Cover Goliath Der schottische Zeichner, Autor, Illustrator und Cartoonist Tom Gauld ist hierzulande nicht sonderlich bekannt. Ganz im Gegensatz zu seiner Heimat, wo er wöchentliche Comicstrips für den Guardian zeichnet, in diversen Anthologien publizierte und kleinere Buchveröffentlichungen aufweisen kann. Goliath ist sein erster längerer Comic, und die Idee dahinter ist sehr überzeugend.

Goliath ist ein kleiner Verwaltungsangestellter im Heer der Philister, welches Israel erobern will. Obwohl körperlich ein Riese, hat Goliath mit dem Kriegswesen nichts anderes im Sinn als Zahlen für die Verpflegung und andere Statistiken auszuarbeiten. Die Ruhe in der Etappe kommt ihm sehr gelegen. Leider wird der König der Philister etwas unruhig, da sich sein Heer und das der Israeliten nur noch belauern und somit keine Entscheidung herbeigeführt werden kann. Da kommt einem Hauptmann die Idee, eine symbolische Kriegsführung einzurichten: Er steckt den sanftmütigen Goliath in eine Rüstung, setzt Gerüchte in Umlauf und lässt Goliath jeden Morgen und Abend eine Herausforderung in Richtung des gegnerischen Heeres rufen.

Seite aus Goliath Wie gesagt: Die Goliath zugrundeliegende Idee ist sehr gut. Man nehme eine sprichwörtlich gewordene Situation und erzähle sie aus der Sicht des ewig Benachteiligten. Im Grunde war das schon längst überfällig. David gegen Goliath ist ein immer und ewig verständliches Symbol und längst schon im Sprachschatz selbstständig geworden. Während aber David ein biblischer Held ist, durchaus mit negativen Eigenschaften, ist über seinen Gegner Goliath so gut wie nichts bekannt. Da können sich also Autoren und Zeichner richtig austoben und diese (historische?) Leerstelle ausfüllen. Wenn man das dann noch wie hier mit einer satirischen Absicht verknüpft, wenn das Kriegswesen parodiert und psychologische Kriegsführung erläutert werden soll, kann doch im Grunde nichts schief gehen. Meint man jedenfalls.

Aber leider bleibt der Band weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Zum einen ist Tom Gaulds kindlich-naiver Strich sehr gewöhnungsbedürftig und kann nicht sonderlich überzeugen. Das liegt weniger am Stil, sondern eher an der graphischen Einfallslosigkeit. Da passiert einfach nichts, obwohl die Gestik der Figuren gut deren innere Gefühlslage wiedergibt. Viel gravierender ist es für eine Satire, dass es nur äußerst selten wirklich komische Momente gibt. Es ist einfach nicht lustig. Zudem kommt einem die Hauptfigur Goliath auch nicht gerade nahe und so verpuffen alle dramatischen Elemente. Die Verdeutlichung der symbolischen Kriegsführung ist zwar gelungen, aber die Psychologie des Krieges wird nur selten angedeutet. Trotz einer sehr schönen Szene mit Images und Gerüchten, ist das letztendlich zu wenig. Alles ist nur ein Kiesel in der Wüste. Trotz vieler guter Ansätze scheitert Gould. Er will zuviel, schafft es nicht, sich zu beschränken und bleibt damit immer nur in Andeutungen und Ansätzen stecken.

ANZEIGE

 

Wertung: 3 von 10 Punkten

Macht leider überhaupt nichts aus einer sehr guten Idee und großem Potential

 

Goliath
Reprodukt, September 2012
Text und Zeichnungen: Tom Gauld
Übersetzung: Nicolas Mahler
96 Seiten, zweifarbig, Softcover mit Klappenbroschur
Preis: 15,00 Euro
ISBN: 978-3-943-14326-3
Leseprobe

Jetzt bei amazon.de anschauen und bestellen!

Abbildungen: © der dt. Ausgabe: Reprodukt



Kommentare (0)Add Comment

Kommentar schreiben
kleiner | groesser

security code
Bitte den folgenden Code eintragen


busy

Ähnliche Artikel

  • Prototyp
     Ralf König erzählt in Prototyp die Schöpfungsgeschichte frech und respektlos neu. Der Prototyp der Menschheit ist Adam, die Hauptrolle kommt jedoch einer Schlange zu, dem guten alten "Luz", wie sie genannt wird. Der Leser wird durch die von König inszenierten Dialoge - vornehmlich zwischen Luz und Gott, der nur als Stimme in Fraktur in Erscheinung tritt - in eine ganze Reihe von Erwägungen zur Schöpfung und dem Menschsein verwickelt. Und diese zeichnen sich durch ein Maximum an Wort- und Bildwitz aus, der aufs Königlichste zu amüsieren weiß und manchmal zum Nachdenken verführt. - 31.03.2009
  • Das Buch der Offenbarung

    Die Offenbarung des Johannes ist das letzte Buch der kanonischen Bibel. Auch wenn sein Inhalt heute so rätselhaft ist wie eh, liefert die Schrift doch viele der bekanntesten Sinnbilder des Christentums: Das Buch mit den sieben Siegeln, die vier apokalyptischen Reiter, die Hure Babylon und natürlich die berüchtigte 666 als Zahl des Tieres – sie alle finden sich in der Johannes-Offenbarung.

    - 16.04.2013
  • Die Sputnik-Jahre

    Die Sputnik-Jahre erzählt vom kleinen Jungen Igor, der im Jahr 1957 in einer kleinen lothringischen Industriestadt lebt. Dort liefern sich Kinderbanden nach der Schule Wettkämpfe um die Vorherrschaft, als Indianer verkleidet mit Pfeil und Bogen oder auf dem Fußballplatz. Zur Not auch mit Gewalt. 

    - 27.09.2012
  • Daddy

    altAuf dem Frontcover der Rücken eines Mannes, auf dem ein weinender Jesus am Kreuz martialisch eingeritzt wurde, auf dem Backcover eine kleine Skizze, die einen Priester zeigt, der einem gebückten Kind sein Glied entgegenstreckt. Keine Frage, das neueste Comicalbum von Matthias Schultheiss ist nichts für zarte Gemüter. Einige Menschen würden es gar als geschmacklos bezeichnen, denn was der deutsche Ausnahmekünstler hier vorlegt, geht weit über sanfte Kirchenkritik hinaus. Schultheiss zündet nichts weniger ein blasphemisches Feuerwerk.

    - 14.01.2012
  • Unterwegs mit Samuel
     Nimm Alles an / Bleib in Bewegung / Keine Angst / Keine Erwartungen / Bleib rein / Pass auf dich auf.
    Mit dieser kryptischen Botschaft entlässt Tommi Musturi seine Leser aus seinem ansonsten völlig stummen Werk. Es sind Sätze die irgendwie hypnotisch wirken, nicht nur wegen der quietschbunten Farbkombination (die hier möglichst originalgetreu wiedergegeben wurde), sondern auch aufgrund des vorangehenden Inhalts von Unterwegs mit Samuel. - 12.04.2010