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(Vortrag/Diskussion)
von Thomas Kögel Dienstag, 10. Februar 2009
Es passiert nicht mehr oft, dass junge deutschsprachige
Comic-Enthusiasten ihre eigenen Projekte auf eigene Faust als Heftserie
veröffentlichen. Jetzt haben zwei Österreicher diesen Schritt gewagt: Frank (oder, wie es in der Originalschreibweise heißt: {FRANK})
erscheint als schwarz-weißes Heft im US-Format, und erzählt eine
Geschichte, die zunächst wie ein klassischer Noir-Krimi daherkommt,
später aber eine andere Richtung einschlägt ...
Hinter Frank (Untertitel: Jeder trägt seinen eigenen Fluch) stehen zwei Wiener: Autor Erik R. Andara und Zeichner Christian Schreiner, beide Anfang 30. Ihr erstes Heft druckten sie in einer kleinen Auflage von 250 Stück. Die waren jedoch bald ausverkauft, so dass eine zweite Auflage nachgeschoben wurde. Frank ist der Name eines Privatdetektivs, der im New York des Jahres 1949 einen Auftrag von einer schönen und reichen Frau annimmt. Der scheint harmlos zu sein, es geht um Seitensprünge und Beweisfotos, doch bald dämmert Frank, dass er hier in etwas Größeres geraten ist: Es dauert nicht lange, bis die erste Leiche auftaucht, es stellt sich heraus, dass Frank Teil eines schwer durchschaubaren Intrigenspiels geworden ist, und dann wird der Detektiv auch noch von der Polizei verhaftet.
Der Comic beginnt mit Frank im Gespräch mit einem Psychiater, von wo aus die Geschichte dann in Rückblenden erzählt wird. Die Zeitsprünge, die so entstehen, lassen die an sich geradlinige Story komplexer und interessanter werden. Allzu leichte Kost möchte Frank nicht sein: Vieles bleibt rätselhaft, manches wird nur angedeutet und erstmal nicht vollständig erklärt. Auch die Zeichnungen sind eher sperrig, auf den ersten Blick wirken sie vielleicht sogar ungelenk. Aber Erik R. Andara verfolgt durchaus einen individuellen, ziemlich kantigen Stil, der manchmal an Holzschnitte erinnert und gut zur Stimmung der Geschichte passt. Regelmäßig gibt es wortlose Passagen, in denen Andara viel mit Close-Ups arbeitet: Der Leser sieht kleine Details und darf sich das große Ganze selbst zusammenreimen.
Die meiste Zeit über ist das erste Frank-Heft ein Hard-Boiled-Krimi mit allen Zutaten, die das Genre braucht: ein einsamer Ermittler, der durch die dunkle Stadt streift, zwielichtige Charaktere mit unklaren Absichten und die unvermeidliche Femme Fatale, schön aber gefährlich. Mit den letzten Seiten ändert sich jedoch die Stimmung: Ein mystisches Artefakt taucht auf, die bis dahin bodenständige Geschichte wird um ein übersinnliches Element erweitert. Ob dieses Element der Story guttut, lässt sich nach dem ersten Heft
noch nicht mit Sicherheit sagen, es zeigt jedoch, dass Schreiner und
Andara nicht allein auf ausgetretenen Genre-Pfaden gehen, sondern
Neuland betreten wollen, eher in die Richtung eines Mystery-Thrillers. Dort ist natürlich auch die Gefahr größer, sich in mystischem Hokuspokus zu verlieren.
Dass die Ambitionen der Macher über pure Comic-Unterhaltung hinausgeht, zeigt sich auf deren Homepage: Sie verstehen ihre Miniserie als Kunstprojekt, dem sie vier Verfremdungsebenen mitgeben. Eine ungewöhnliche Form der Publicity, die den Comic mit einer Bedeutungsschwere auflädt, die er gar nicht braucht. Den Lesern können Verfremdungsebenen egal sein, denn der Auftakt zum auf vier Teile angelegten Werk ist insgesamt gelungen: Wenn man sich mit dem ungewohnten Zeichenstil anfreunden kann, ist das Interesse schnell geweckt und man wird wissen wollen, wie es weitergeht. Im April 2009 soll es soweit sein.
{FRANK}: Jeder trägt seinen eigenen Fluch, Nr. 1 von 4
Eigenverlag, September 2008
Text: Christian Schreiner
Zeichnungen: Erik R. Andara
Heft; schwarz-weiß; 34 Seiten; 4,- Euro















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Diese Dame verwirrt einem wirklich die Sinne. Sieht man das schön gestaltete Cover mit einer verführerischen Frau und dem Titel Sukkubus,
geht man von einer erotisch gestalteten Mysteryserie aus. Ein "Sukkubus" ist schließlich ein weiblicher Dämon, der durch sexuelle
Verführung die Seelen von Männern einfängt. Das ist in diesem Comic
aber nicht der Fall. Stattdessen liegt ein ziemlich verwirrender
Historiencomic vor, der sich einem nicht so schnell erschließt.
Jedenfalls könnte der Leser auch eine Eule als Vogel der Weisheit,
der in dem Album häufig vorkommt, gebrauchen.
- 24.02.2010

Da haben wir einen Comic, der überzogene Gewaltdarstellungen mit unmöglichen Mördertitten kreuzt, in dem ein riesiger Scheißhaufen prominent in Szene gesetzt wird, Figuren "Hundeficker" genannt und Gesichter verspeist werden. Und die deutschen Medien überhäufen dieses Machwerk mit Lob.
RG ist die Abkürzung für „Renseignements Généraux“, welche die geheimdienstliche Abteilung der Nationalen Polizei Frankreichs ist. Sie ist direkt dem Innenministerium unterstellt. Auch wenn ihre Aufgaben bis 2008, als sie mit einer anderen Abteilung verschmolzen wurde, vorrangig darin bestanden, Informationen zu sammeln und das Ministerium direkt zu informieren, scheinen ihre Mitgleider doch auch generelle Polizeiarbeit erledigt zu haben. Zu ihren Aufgaben zählte Terrorismusbekämpfung ebenso wie Undercoverermittlungen. Das legt jedenfalls dieser Comicband nahe. Die Reihe RG, deren zweiter Band nun vorliegt, ist eine Mischung aus Fiktion und Reportage.
Dies ist der dritte Band der Marvel-Noir-Reihe. Nach Spider-Man und den
X-Men wird diesmal Wolverine in die Welt des Noir-Genres adaptiert. Autor Stuart Moore hat sich hierfür mit dem Zeichner C. P. Smith zusammengetan. Nachdem der Spider-Man-Band
aufgrund seiner bunten Ästhetik nicht auf ganzer Linie überzeugen,
jedoch X-Men wegen dessen konsequenter Noir-Umsetzung umso mehr
begeistern konnte, sind die Erwartungen an Wolverine hoch.
- 31.07.2010