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(Vortrag/Diskussion)
von Marius Pitsch Samstag, 15. April 2006
Dass diese jedoch in nur einem Kubikmeter Lebensraum eine Menge erleben beweist Ralph Ruthe mit seinem neuesten Cartoonband, in dem sich alles ausschließlich um das Dasein der besagten Flossenträger dreht. Als besonderes "Gimmick" befindet sich auf dem Cover tatsächlich ein kleines "Aquarium",bestehend aus dicker Folie und echter (!) Flüssigkeit. Darin schwimmt gemütlich ein Plastikfisch mit Regenschirm...
Ein Fisch mit Regenschirm ?
Wer Ruthes Humor noch nicht kannte, der kennt ihn jetzt.
Ganze 120 Cartoons sind es geworden. Die ließen sich bei diesem einbegrenztem Thema wahrscheinlich kaum so einfach aus dem Ärmel schütteln. Darin könnte der Grund liegen, warum Flossen ein wenig schwächelt. Zu viele Pointen sind belanglos oder wollen nicht richtig zünden. Zu oft geht Ruthe nach dem üblichen Prinzip "Tiere in menschlichen Alltagssituationen" vor. Da hätte ich etwas mehr Originalität erwartet...
Doch es sind auch viele gute und völlig skurrile Gags dabei. Bei einigen Kracherwitzen muss man lauthals lachen und fragt sich: "Wie kommt jemand auf so eine verrückte Idee?" Was die Pointen angeht, so sind mir einige schlechte und viele gute Cartoons lieber als lauter mittelmäßige.
Textlich hat Ruthe wie immer ein geschicktes Händchen."Kein Wort zuviel" lautet sein Motto. Prägnante Punchlines, die er kein bisschen besser hätte formulieren können, sind seine Stärke. Sein knallbunter,einfach gehaltener Zeichenstil ist Geschmacksache. Ich persönlich finde ihn für Cartoons genau richtig. Schon mit einfachen zeichnerischen Mitteln gelingt es ihm, seinen Fischen menschliche Züge zu verleihen. So wird z.B. ein Fisch nur durch Hut und grimmigen Blick zum unverkennbaren Mafioso.
Fazit: Ruthefans und Aquariumsbesitzer sollten getrost zugreifen. Allen anderen sei vorher der Einstieg über seine Shit-Happens-Reihe, ebenfalls bei Carlsen erhältlich, empfohlen,denn die zeigt Ralph Ruthe in Bestform!
Flossen - Praktisch grätenfrei
Text und Zeichnungen: Ralph Ruthe
Carlsen Verlag
64 Seiten, komplett farbig, Hardcover mit Flüssigkeitskissen und schwimmendem Fisch; 10,- Euro
ISBN: 3551680019

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In den vergangen Jahren wurden viele beliebte Comicserien einer
Frischzellenkur unterzogen. Die Ehre gebührte z. B. Charles M. Schulz' Peanuts:
In einer speziellen 25-bändigen Reihe werden derzeit alle Comicstrips
chronologisch gesammelt und bei Carlsen neu aufgelegt. Bei gleichem
Umrechnungskurs hätte es Schulz' Freund und Kollege Bill Watterson mit
seinem Strip Calvin and Hobbes auf nur fünf Bände gebracht
(1985-1995). Obwohl es bei ihm dann nicht für die Sonderausgabe
gereicht hat, bringt Carlsen nun eine neue Auflage auf dem Markt. "Von
Monstern, Mädchen und besten Freunden" lautet der Titel dieses
Sammelbandes, einer Auslese, die sich auf die ersten beiden deutschen
Einzelbände "Calvin und Hobbes" und "Was sabbert da unterm Bett?"
stützt.
Garg, das ist ein kleines, hellbläuliches Monster-Mädchen. Es wohnt beim erfolglosen Schriftsteller Benni, der Garg irgendwann einfach vor seiner Haustür fand. Das Zusammenleben des bücherverschlingenden, abenteuerlustigen Wesens mit seinem inoffiziellen Adoptivpapa schildert das kreative Duo ASP (dahinter verbirgt sich Alexander F. Spreng, Autor und Sänger der gleichnamigen Gothic-Band) und Ingo Römling, der als Zeichner auch unter der Pseudonym „monozelle“ unterwegs ist (Übrigens ist das nicht das erste Comicprojekt der beiden, denn 2006 erschien bereits ihre Kollaboration
Mit Schnecksnyder und Mechaniko bringt der noch junge Independent-Verlag Skydog gleich zwei unterschiedliche Serien parallel an den Start. Die Comics stammen hauptverantwortlich aus der Feder des geborenen Franzosen Yves Ker Ambrun (YKA), der in Sachen Comics kein unbeschriebenes Blatt ist. Nach Stationen in den USA und Kanada zeichnete er in den 90ern als Chefzeichner für Disney in Deutschland verantwortlich. Seit einigen Jahren lebt er nun in Darmstadt und hat nach seiner Disney-Zeit das Skydog-Studio ins Leben gerufen, aus welchem schließlich der gleichnamige Verlag resultiert.
Toonfish heißt das neue Label, mit dem der Splitter Verlag sein Programm um eine neue Geschmacksrichtung erweitert: Funny-Comics aus Frankreich, im quadratischen Hardcoverformat. Bei den drei Titeln, die zum Start vorliegen, handelt es sich, dem Namen "Toonfish" zum Trotz, nicht um Cartoons, also klassische Ein-Bild-Witze, sondern um kurze Gag-Strips, die auf ein bis drei Seiten erzählt werden. Aushängeschild des neuen Imprints ist der Schweizer Künstler Zep, der mit seinen Comics um den pubertären Titeuf in Frankreich absoluten Bestsellerstatus erreicht hat.