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(Vortrag/Diskussion)
von Frauke Donnerstag, 14. April 2011
Fenneks sind putzige kleine Füchse, die in Wüsten leben und an diese extremen Bedingungen perfekt angepasst sind. Putzige kleine Füchse passen nicht nur gut in die Wüste, sondern auch gut zu Lewis Trondheim, dessen Figurenensemble hauptsächlich aus anthropomorphen Tieren und Fabelwesen besteht. Und wie bei ihm sonst auch, so sehen die Tiere hier zwar putzig aus, machen aber nicht unbedingt putzige Sachen.
Eigentlich machen sie noch unputzigere Sachen, als man es sonst von Trondheim gewohnt ist: In Fennek verhalten sich Tiere nicht wie Menschen in der Serie Herr Hase oder wie überdrehte Kerkerbewohner in der Donjon-Reihe, sondern größtenteils wie Tiere - die sprechen können. Höflichkeiten oder Empathie haben in der Wüste nichts verloren, hier geht es um Eigennutz und ums nackte Überleben. Wer den Fennek nervt oder ihn nicht weiterbringt, wird schnell mal platt gemacht oder verschachert. Auch sein eigenes Leben ist immer wieder schneller in Gefahr, als er bis drei zählen kann.
Und so ist der kleine selbstverliebte Kerl, den die Schlangen als Eierdieb auf dem Kieker haben, auch am Überlegen, wie er dieses lästige Kriechgetier loswerden könnte. Dabei erinnert er sich an die Geschichte vom sagenumwobenen Halsband des Schamanen, die ihm seine Mutter erzählt hat. Der kongeniale Plan des Fenneks ist es, mit dem Halsband soviel Regen niedergehen zu lassen, bis die sonnenliebenden Schlangen das Weite suchen oder eingehen. Auf der Suche nach dem Halsband, das sich in der Bluthöhle befinden soll, begleiten wir ihn in diesem Band.
Wie so oft kommt alles anders als geplant, und der Fennek muss sich mitunter ganz schön die Augen reiben, dass er nicht der Einzige ist, der was auf dem Kasten hat. Den Ernst des Wüstenlebens durchbricht Trondheim regelmäßig mit absurden Szenen, meist durch die Einbringung von elementaren Zivilisationserrungenschaften wie Fußmatten oder Fernsehbedienungen, deren Funktionsfähigkeit sich in Gefahrensituationen als Verfluchungsobjekt eignet.
Trondheim überlässt das Zeichnen dem Künstler Yoann, der den titeltragenden Fennek und die anderen Tiere in der Wüstenlandschaft mit lockerem Aquarell und angepasster Farbwahl stimmungsvoll in Szene setzt. Obwohl er recht reduziert arbeitet, gelingt es ihm anhand der Mimik und besonders der riesigen Ohren des Fenneks, Gemütszustände klar zu vermitteln. Das gibt der Geschichte Raum, viele Szenen sind selbsterklärend und bedürfen keiner Worte. So ist es auch eins der Stilmittel von Fennek, nicht alles zu zeigen, sondern den Leser selber zu Ende denken zu lassen. Bis auf wenige Ausnahmen sind die Seiten im 6-Panel-Querformat angelegt und ähneln dadurch klassischen Zeitungsstrips. Und wie eigentlich alle Reprodukt-Bände ist auch Fennek von Dirk Rehm handgelettert, was eine besondere Lebendigkeit verleiht.
Autor und Zeichner muss man für ihren Mut respektvoll zunicken, hier keine niedlichen Tiere zu präsentieren, die sich alle liebhaben und gemeinsam in den Sonnenuntergang spazieren, sondern die alle um ihr Überleben kämpfen - bis hin zum reuelosen Brudermord. Gedanken über die Unterschiede oder auch Ähnlichkeiten zur menschlichen Gesellschaft und ihren Wertvorstellungen kommen da unweigerlich auf.
Allerdings birgt die Herangehensweise der beiden Künstler die Gefahr, dass der Leser keinen Bezug zum Inhalt und den Figuren findet. Irgendwelche Sympathien zu vergeben fällt schwer. Da hilft auch der fast blinde Gibbon nur bedingt, der als eine Art Sidekick ebenfalls auf der Suche nach der Bluthöhle ist, um sich dort heilen zu lassen. Seine Anflüge von Mitgefühl wirken im Kontext dieser Erzählung interessanterweise schon fast unbedarft, ja naiv. Zugleich liefert er immer mal wieder witzige und nachdenkliche Szenen wie folgende, in der er einem Gorilla bewundernd hinterherschaut und zum Fennek meint: "Findest du nicht, dass der Typ eine unglaubliche Ausstrahlung hat? Er ist stark, er ist selbstbewusst, er kümmert sich um andere ..." Fennek: "Hundertprozentig perfekte Typen gibt es nicht." Darauf der Gibbon: "Ich würde eher sagen, es gibt keine hundertprozentig schlechten Typen ... Irgendeine gute Eigenschaft hat jeder. - Was ist denn deine?" Die Antwort - wenn der Fennek eine gibt - sehen wir nicht, kennen sie aber trotzdem.
Schlussendlich ist in Fennek der Weg das Ziel, sowohl für den Wüstenfuchs als auch für den Leser. Eine Moral von der Geschicht gibt es - zumindest für den Fennek - natürlich nicht. Die Schlusspointe ist als eine von vielen Pointen in diesem Band ganz nett, verpufft aber als Abschluss für den gesamten Band im Raum und lässt die Geschichte unbefriedigend ins Leere auslaufen.
Wertung: ![]()
Niedlich gezeichnete Tiere in einer grausam wirkenden Umwelt und in einer zynisch-schwarzhumorigen Erzählung, die als Aneinandereihung von Strips besser funktioniert denn als abgeschlossene Geschichte
Fennek
Reprodukt, März 2011
Text: Lewis Trondheim
Zeichnungen: Yoann
64 Seiten, farbig, Hardcover, Querformat
Preis: 12,- Euro
ISBN: 978-3941099807
Abbildungen © Lewis Trondheim/Yoann, der dt. Ausgabe Reprodukt















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Rezensionen




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(Batman, Die Zauberflöte) Neil Gaimans "Traumjäger" adaptiert.
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Städtchen Lockhaven fünf unerschrockene Mitglieder der Mäusewache aus. Auf
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