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(Vortrag/Diskussion)
von Thomas Kögel Samstag, 13. September 2008
Joachim entdeckt eines Tages drei Reiter schemenhaft am Horizont, die langsam näher kommen und ihm Angst machen. Am ersten Tag verschwinden sie bald wieder, kehren aber regelmäßig zurück. Schon bald wird klar: Die drei sind gekommen, um Joachim zu holen.
Drei Schatten wurde im letzten Jahr als einer von fünf "essentiellen" Comics auf dem Festival von Agoulême ausgezeichnet. Sein Schöpfer Cyril Pedrosa hatte zuvor als Animator für Disney-Zeichentrickfilme gearbeitet und die Albenserie Ring Circus von David Chauvel (deutsch bei Salleck) gezeichnet. In Drei Schatten erinnern zwar die Charakterdesigns an Trickfilme, doch ist Pedrosas Zeichenstil hier deutlich individueller und weniger gefällig. Er verzichtet auf Farbe und lotet dafür die zahlreichen Möglichkeiten von Schwarz und Weiß aus. Von sehr hellen bis ganz finsteren Seiten, von fein ziselierten Linien bis zu grob aufs Papier gehauenen Kreidestrichen reicht Pedrosas Bandbreite. Der Künstler spielt virtuos auf der Klaviatur der Emotionen, die man mit zeichnerischen Mitteln herstellen kann. Am stärksten ist Drei Schatten immer dann, wenn Gefühle, Stimmungen und Atmosphäre vermittelt werden.
Drei Schatten
Reprodukt, Juni 2008
Text und Zeichnungen: Cyril Pedrosa
272 Seiten, Softcover, s/w; 20,- Euro
ISBN: 978-3938511954
Leseprobe

Abbildungen Drei Schatten © Cyril Pedrosa, für die dt. Ausgabe 2008 Reprodukt
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Ein junges, rothaariges Mädchen sitzt in der Bibliothek. Sie nimmt Blickkontakt mit jemandem auf und es ergibt sich eine erste Annäherung an den Unbekannten. So beginnt die zauberhafte Liebesgeschichte in Bastien Vivès' neuem Comic In meinen Augen. Die Besonderheit: Der Leser selbst ist eben jener Unbekannte.
Vor mehr als zehn Jahren wurde in Frankreich die Idee eines äußerst
ungewöhnlichen und dennoch sehr erfolgreichen Comics geboren, der in
drei unterschiedlichen Epochen spielen sollte, der an seinem Ende über
300 Ausgaben zählen sollte und dessen Figuren als blutrünstige aber
dämliche Monster und (un)heldenhafte Enten konzipiert waren. Seit
diesem ursprünglichen Grundgedanken hat sich der Comic zu einer
regelrechten Hydra entwickelt, der mit jeder neuen Veröffentlichung ein
weiterer, grotesker Kopf wächst und so jeglicher Konzeption der Serie
trotzt. Die Väter dieser Idee waren die französischen Comic-Künstler
Lewis Trondheim und Joann Sfar und ihr Titel lautete Donjon. Im Hause Reprodukt erschien nun mit Donjon 6: "Der verlorene Sohn" der neuste Spross in der Donjon-Familie.
- 26.06.2009
"Dies ist die Geschichte eines trauernden Fotografen, einer Werkstatt
voller Erinnerungen, eines wichtigen Buches und vom lieben Augustin..."
Passende Klappentexte sind eine Kunst für sich, und im Falle von "Kostbarkeiten" darf man das Unternehmen einmal als gelungen betrachten. Der dritte Band der Reihe Le combat ordinaire
von Emmanuel Larcenet hat tatsächlich einiges zu bieten. Um Väter und
Söhne geht es, um die Natur und ums Erwachsenwerden, den Preis des
Krieges, Sinn und Unsinn der Psychoanalyse, Mütter und Brüder, Eulen
und Hackbraten und Dockarbeiter und Korken und Beziehungen und ... na
ja, den lieben Augustin eben.
Im März 2004 fasste Lewis Trondheim einen Entschluss: Der französische
Zeichner, der mit 39 Jahren schon auf ein beeindruckend umfangreiches
Werk zurückblicken konnte, wollte nach 14 Jahren des pausenlosen
Zeichnens eine lange Pause einlegen, ohne ein Album zeichnen zu müssen.
Eine Zeitlang wollte er von kleinen Werbeaufträgen, Lizenzeinnahmen und
dem Schreiben von Szenarios leben und als Koordinator für die
Zeichentrick-Version seines Comics Le Roi Catastrophe arbeiten. Doch
daraus wurde nichts. Nach 80 Tagen musste Trondheim wieder zeichnen.
Ein Mann verlässt die Familienidylle, verstaut ein
Erinnerungsfoto sicher in seinem Koffer und verabschiedet sich rührend von Frau
und Kind, die er zurücklässt. Zuerst in einem Zug, dann mittels Schiff macht er
sich auf den Weg in ein neues Land; offenbar soll dieses neue Hoffnung und
Sicherheit für die zunächst in der Heimat verweilende Familie liefern, denn die
Heimat sieht sich der Bedrohung von bezackten Tentakeln ausgesetzt, die ihre
Schatten über die Städte werfen. Es fällt schwer, sich in der neuen Welt zu akklimatisieren,
schließlich ist sie von allerlei komischen Viechern bevölkert, die sich die
Menschen dort als Haustiere halten ...