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von Benjamin Vogt Montag, 04. April 2011
Unter dem schlichten wie eindeutigen Titel Dracula verbirgt sich nichts weniger als eines der, ja vielleicht sogar das schönste und ambitionierteste Comicprojekt über den wohl berühmtesten aller Vampire.
Der erste Teil behandelt die Legende von Vlad Tepes, dem Pfähler, die durch ein fiktives Aufeinandertreffen des Romanschreibers Bram Stoker mit einem Archivar des British Museum in London eine rückwirkende Betrachtung erhält.
Der zweite Abschnitt orientiert sich an Stokers berühmtem Roman Dracula, adaptiert diesen aber nur sehr grob. Die Hauptfigur selbst taucht nicht persönlich auf, stattdessen stehen Jonathan Harker, Abraham van Helsing und Mina Harker im Mittelpunkt, aus deren jeweiliger Perspektive ein Stück der Erzählung präsentiert wird.
Pascal Crocis und Françoise-Sylvie Paulys Comic ist keine typische Nacherzählung des Dracula-Mythos. Die beiden drehen die Vorlagen und beleuchten sie von allen Seiten, arrangieren die Elemente neu und generieren ihren ganz subjektiven Mythos, so wie sie ihn für richtig halten. Das Engagement des Kreativteams und die Verbundenheit zur Thematik ist spürbar und sorgt für ein überzeugendes Ergebnis. Gerade Crocis gruselige Figurenentwürfe, seine Landschaftsimpressionen und stimmige Kolorierung lässt einem sprichwörtlich das Blut in den Adern gefrieren. Das gesamte Album ist von einer kühlen Atmosphäre ummantelt, die Bilder von einsamen, schneebedeckten Wäldern und Schlössern tun da ihr übriges.
Damit ist Dracula auch das bislang attraktivste Album in Ehapas All-in-one-Programm und vor allen Dingen eines, bei dem man sicher sein kann, dass man für die veranschlagten 39,95 Euro einen lohnenden Comic erhält. Übrigens hält dieser Band erfreulicherweise auch einen zehnseitigen Bonuspart bereit, in dem die Autoren über den Entstehungsprozess des Comics reden und einige frühe Entwürfe zum Abdruck kommen.
Wertung: ![]()
Faszinierende Eigeninterpretation des Dracula-Mythos, grafisch anspruchsvoll
Dracula
Ehapa Comic Collection, Oktober 2010
Text: Pascal Croci, Francoise-Sylvie Pauly
Zeichnungen: Pascal Croci
160 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 39,95 Euro
ISBN: 978-3-7704-3427-5
Leseprobe
Abbildungen: © der dt. Ausgabe Ehapa Comic Collection















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Rezensionen




Eine junge Frau wird ermordet, ihre Kehle wurde aufgeschlitzt und anschließend vom Täter wieder sauber vernäht. Der für dieses Verbrechen verantwortlich gemachte Mann sitzt bereits in Untersuchungshaft. Nur der Vater des Opfers glaubt nicht an die Schuld des Inhaftierten. Er beauftragt den Expolizisten und Privatdetektiv Giuliano Nero, die Wahrheit hinter dem Vorfall aufzudecken.
Seit einiger Zeit hat es der Bocola-Verlag übernommen, alle 1788 Seiten, die Hal Foster zwischen 1937 und 1971 von Prinz Eisenherz schuf, auf Deutsch zu veröffentlichen. Dabei werden die Originalseiten digital restauriert und in den Originalfarben veröffentlicht. Auch das Papier der Bände erinnert entfernt an das gröbere Papier von Zeitungen, hat aber nicht dessen extrem raue Qualität. Das Papier ist schon hochwertiger und vermittelt ein gewisses nostalgisches Gefühl, indem es haptisch den Eindruck erweckt, die Strips im Originaldruck zu lesen – eine gute Idee. Nun erscheint der fünfzehnte der insgesamt 18 geplanten Bände; der inhaltliche Schwerpunkt liegt diesmal auf Prinz Arn, des Prinzen Eisenherz Sohn.
Man kann so manchen Fan schon stöhnen hören: „Nicht schon wieder eine neue Vampirserie“. Wahrlich machen sie ihrem Namen als Untote alle Ehre. In den letzten Jahren ist in jedem popkulturellen Bereich eine schon fast unübersehbare Anzahl an neuen Titeln und dementsprechend auch Interpretationen festzustellen. Die Blutsauger sind eben nicht unterzukriegen. Zwielicht ist es als einer neuen Vampirserie durchaus gelungen, in einem ziemlich ausgesaugten Segment einige recht neue Aspekte zu finden.
Nessie, Yeti, Reinhold Messner - die mythische Verkörperung der Naturgewalten nimmt zuweil seltsame Formen an. Bigfoot ist auch so ein Fall. In dem Einzelband Bigfoot, der im Januar 2009 bei Cross Cult erschienen ist, wird der wilde Waldmensch äußerst unterhaltsam in Szene gesetzt.
- 23.02.2009
Im Jahr 2006 entstand in Frankreich Sable Noir, ein gemeinsames
Projekt des Buchverlags J'ai Lu, der Spartensender Jimmy und CinéCinéma
und der Produktionsfirma Cartel. Eine Reihe von Schriftstellern wurde
beauftragt, kurze Horror- oder Mystery-Geschichten zu schreiben, die
alle in dem kleinen Dorf Sable Noir spielen sollten, welches einmal im
Jahr von einem bösen Fluch belegt wird. Diese Novellen wurden als Buch
veröffentlicht und parallel als Miniserie fürs Fernsehen umgesetzt. Das
Experiment war erfolgreich, ein paar Jahre später kam die Fortsetzung Vampyres: Sable Noir,
bei der Vampire eine tragende Rolle spielen sollten. Diesmal nahm man
als drittes Medium den Comic mit ins Boot: Die sechs Vampir-Novellen
wurden nicht nur als halbstündige Filme fürs Fernsehen, sondern auch als
24-seitige Comics umgesetzt.
- 15.09.2010