JoomCategories for JoomGallery
- Kategorie: 6. Akt: Der letzte Akt
- Kategorie: 5. Akt: Der Akt ohne Namen
- Kategorie: Chili oder Essen, das zweimal brennt
JoomGallery Stats for JoomGallery MVC BETA
- 1287
Aktuelle Rezensionen
Comicgate-Tweets
Comic-Kalender
- Buffy-Zeichner Franco Urru auf Signiertour
17.05.2012 - 25.05.2012
(Signierstunde) - Düsseldorf: DoKomi
26.05.2012 - 27.05.2012
(Messe/Festival) - Berlin: Graphic Novel – ein politischer Resonanzraum
03.06.2012
(Vortrag/Diskussion)
von Daniel Wüllner Sonntag, 28. März 2010
Wieder einmal hat die Rotation der Künstler der grafischen Qualität der Comicserie keinen Abbruch getan. Christophe Gaultier reiht sich mühelos in die Liste der Donjon-Zeichner ein. Zwar gelingt ihm nicht die lustvolle Körperlichkeit im Stile seines Namensvetters Blain, aber dafür weisen sein Strich und seine Schattierungen die Qualitäten auf, die das dunkle "Morgengrauen"-Kapitel deutlich von den beiden anderen Donjon-Zeitsträngen abhebt. Zwielichtige Kerker, düstere Gassen und verfallende Gemäuer schaffen eine atmosphärische Grundlage für die Erzählung.
Erst gegen Mitte des Comics haben sich Sfar und Trondheim daran erinnert, dass die "Morgengrauen"-Reihe ja die mit der ganzen Brutalität und der Fleischeslust ist. Also wird kurzerhand mal eine Hand abgehackt: Ein Akt, der in der Handlung ebenso unnötig ist wie für das Konzept, das hinter dieser Körperlichkeit steht. Wie in den Filmen von Quentin Tarantino wird die übermäßige Verwendung von Gewalt zu einer Form der Kommunikation. Von rotem Saft und fliegenden Fäusten überladene Seiten führen zu einer Übersättigung, die zur Reflexion über dieses Stilmittel anregt. Abgetrennt von dem eigentlichen Sinn und Zweck verhalllen die Stimmen des Einhändigen und seiner abgetrennten Hand irgendwo in einem abgelegenen Teil des Schlosses, wie ein schlechter Witz.
Einziger Hoffnungsschimmer ist die Figur der Alexandra, die mit ihrer kaltblütigen Art und ihrer unerbittlichen Fürsorge für Hyazinths Vater dem Comic eine wohltuende Ambiguität verleiht, die sonst an allen anderen Stellen fehlt. Vielleicht wäre es angebracht, nicht nur bei den Zeichnern zu rotieren, um mal ein wenig frischen Wind durchs Gemäuer wehen zu lassen.
Donjon -83 - Der letzte Ritter
Reprodukt, März 2010
Text: Lewis Trondheim und Joann Sfar
Zeichnungen: Christophe Gaultier
Softcover; 48 Seiten; 12,00 Euro
ISBN: 978-3-941099-34-0Reprodukt, März 2010
Text: Lewis Trondheim und Joann Sfar
Zeichnungen: Christophe Gaultier
Softcover; 48 Seiten; 12,00 Euro
Grafisch: ohne Furcht und Tadel; Erzählerisch: unbefriedigend.
Abbildungen: © Reprodukt
Trackback(0)
Kommentare (0)

Kommentar schreiben














Neue Veranstaltung einsenden



Smalltalk, Sex und Fechten!? Der erste Comicband des flämischen Künstlers Brecht Evens ist ein verschrobenes, unruhiges Abbild des nächtlichen Vergnügens; die Konstruktion des Zwischenmenschlichen in grafisch extravaganter Weise.
Ein junges, rothaariges Mädchen sitzt in der Bibliothek. Sie nimmt Blickkontakt mit jemandem auf und es ergibt sich eine erste Annäherung an den Unbekannten. So beginnt die zauberhafte Liebesgeschichte in Bastien Vivès' neuem Comic In meinen Augen. Die Besonderheit: Der Leser selbst ist eben jener Unbekannte.
Hört man das Stichwort Piraten, so fallen einem entweder die aktuellen
Ereignisse vor der Küste Somalias ein, oder jene Piraten, die wir aus
dem Kino kennen: die verwegenen Freibeuter der Meere, nur echt mit
Augenklappe, Holzbein und Papagei auf der Schulter. Die Piraten, von
denen Lewis Trondheim in seinem neuen Comicroman Insel Bourbon 1730
erzählt, gehören weder zur einen noch zur anderen Fraktion. Gemeinsam
mit dem Szenaristen Appollo versucht er ein realistisches Bild von der
Zeit zu zeichnen, als die große Ära der Piraterie zu Ende ging.
- 30.12.2008
