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(Vortrag/Diskussion)
von Benjamin Vogt Donnerstag, 31. März 2011
Dietrich von Bern zählt zu den bekanntesten deutschen Sagenfiguren., Ende der 70er traute sich der damals sehr umtriebige Szenarist Peter Wiechmann an eine der ritterlichen Legende nahen Adaption für den Kauka Verlag. Ursprünglich als Teil der Fix und Foxi Extra-Taschenbücher veröffentlicht, liegt erst jetzt, 30 Jahre später, eine ansprechende Komplettedition vor.
Cross Cult, der Verlag, der sich in den letzten Jahren ja einiger beliebter Wiechmann-Schöpfungen annahm (Andrax, Thomas der Trommler, Hombre) setzt dabei wie schon bei Andrax auf das „klassische“ A5-Format (wenn man bei einem gerade 10 Jahre jungen Verlag schon von klassisch sprechen mag). Und das obwohl das raue Papier und die das Design der Bände eigentlich identisch ist mit den im Albenformat veröffentlichten Ausgaben von Hombre und Thomas der Trommler.
Der Grund dafür scheint aber einleuchtend. Sieht man sich doch beim Lesen von Dietrich von Bern mit einer Seitenaufteilung konfrontiert, die den Bildern gehörigen Platz zur Entfaltung verschafft. Zeichner José Rafael Méndez Méndez verwendet nie mehr als drei Panels pro Seite, manchmal nimmt ein Bild sogar die komplette Seite ein. Zudem spiegelt die Grafik in diesem dreiteiligen Epos durch das Fehlen von Sprechblasen zusätzlich eine gewisse Offenheit wider.
Die Geschichte des aufstrebenden Königsohns Dietrich, der in Bern (der alte deutsche Name für die italienische Stadt Verona) aufwächst, ist in mehrere Kapitel aufgeteilt, die von unterschiedliche Heldentaten handeln, vom Kampf gegen einen Riesen bis zum Zwist mit seinem Onkel Ermanarich. Unterstützt wird er dabei stets von seinem Gefährten und Waffenmeister Hildebrand.
Die drei Comicbände stehen außerdem unter jeweils einem anderen Titel („Ruhm“, „Verrat“, „Rache“), die sich direkt auf den Werdegang von Dietrich beziehen.
Stilistisch erinnert das Werk stark an Prinz Eisenherz, was auch nicht unbedingt verwundert, da Peter Wiechmann diesen persönlich zur damaligen Zeit als verantwortlicher Redakteur für die Primo-Comics von Kauka an Land zog. Auffallend ist vor allen Dingen, dass der gesamte Erzähltext inklusive Dialoge sich außerhalb der Zeichnungen abspielt, Text und Bild also separat gehalten sind. Ganz ähnlich dem Konzept von Prinz Eisenherz also.
Trotzdem sollte man nicht den Fehler machen, dieser deutschen Eigenproduktion (unter Mithilfe eines spanischen Zeichners), die sicherlich mit zu den beeindruckendsten im Werk von Peter Wiechmann zählt, ihre dem äußeren Anschein nach gleichartige Gestaltung vorzuwerfen. Dietrich von Bern ist ein dynamischer, actionreicher Comic, der hohe Eigenständigkeit besitzt.
Und er ist, wenn man so will, ein typischer Wiechmann-Comic. Das kann man nun gut finden oder nicht. Gerade die hölzernen, gestelzten Texte stoßen so manchem Kritiker ja übel auf. Ich muss sagen, dass diese Kritik doch insgesamt übertrieben ist. Zugute halten muss man Wiechmann, dass er selbst erkannt hat, dass seine 30 Jahre alten Texte aus heutiger Sicht überholt sind. Aus diesem Grund hat er auch alle Seiten der drei Bände nochmals komplett überarbeitet, Sätze umgestellt, Formulierungen verfeinert. Das Ergebnis seines Engagements? Eine kleine Portion antiquierter Ausdrucksweise kann man Dietrich von Bern auch in der aktuellen Version nicht absprechen. Zu einem ganz großen Teil lässt sich dies bei aller Vernunft aber bei einem mittelalterlichen Stoff auch nicht vermeiden. Und das ist ja schließlich bei einem historischen Comic auch erwünscht.
Als das einzig Seltsame an Wiechmanns Arbeit empfinde ich die Nachwörter und Zwischentexte (in denen der zeitgeschichtliche Kontext der jeweiligen Kapitel näher beleuchtet wird), denn diese strotzen geradezu vor geschwollenen Sätzen und merkwürdigen Berichten aus biografisch-subjektiver Sicht. Das ist nicht falsch zu verstehen: Dort wo er wirklich über den damaligen Entstehungsprozess oder über die Comiclandschaft der 60er/70er Jahre spricht, liest man mit Spannung. Leider finden sich dazwischen jedoch zu viele pseudokünstlerische Ausführungen.
Wertung: ![]()
Sehr gute Umsetzung einer deutschen Sage mit zeitlosen Bildern
Dietrich von Bern
Cross Cult
Text: Peter Wiechmann
Zeichnungen: Rafael Mendez
je 196 Seiten, braun-weiß, Hardcover
Preis: je 22 Euro
Band 1: Ruhm
September 2010
ISBN: 978-3-941248-97-7
Band 2: Verrat
Dezember 2010
ISBN: 978-3-941248-98-4
Band 3: Rache
März 2011
ISBN: 978-3-941248-99-1
Abbildungen © Cross Cult
Disclosure/Klarstellung: Die drei Bände wurden von CG-Redakteurin Frauke Pfeiffer lektoriert.















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Rezensionen



Die Suche nach den machtverleihenden Knochen des toten Zauberers Yarlig
geht weiter. Konsequent wird dabei die Mischung aus den Filmen Der Herr der Ringe und vor allem Zwei glorreiche Halunken
fortgesetzt. Diesmal liegt der Schwerpunkt eindeutig auf dem
klassischen Italowestern. Ganze Szenen und Dialogsequenzen werden eins
zu eins übernommen.
Lange musste man hierzulande auf die Veröffentlichung der
US-Kultreihe The Goon
warten, nun liegt der erste Sammelband der
bereits fünffach
mit dem Eisner Award ausgezeichneten Serie auf Deutsch und in
gewohnter Cross Cult-Aufmachung im A5-Hardcover vor.
... und andere Geschichten."
Wer bei dem Titel oder dem Cover erotische Bilder innerhalb einer
historischen Kulisse im Kopf hat, wird enttäuscht sein. Nein, im
Auftaktband "Der Verrat" der Fantasy-Serie Der Wald der Jungfrauen gibt es keine aufreizenden Posen oder unschuldige Frauen zu sehen. Jean Dufaux (Kreuzzug, Splitter 2008) und Béatrice Tillier (Fee,
Splitter 2008) inszenieren ein historisierendes Märchen- und Sagenepos,
das vom unerbittlichen Kampf zwischen Menschen und Wölfen handelt.
- 12.03.2010
Ein Ausflug ins wunderbare Fantasiereich von David Petersens Mouse Guard ist immer eine Besonderheit und ein mit Spannung erwartetes Leseerlebnis. Petersen führte seine Mauswächter in den beiden ersten, regulären Bänden der Reihe durch den stürmischen Herbst und den kalten Winter des Jahres 1152. Bevor jedoch die nächste Jahreszeit für die mit Umhang und Schwert ausgerüsteten Nager anbricht, liegt mit Legenden der Wächter eine illustre Anthologie vor.