JoomGallery Stats for JoomGallery MVC BETA

  •   1287
Comicgate RSS-Feed Comicgate RSS-Feed

Comicgate-Tweets

Eigenveröffentlichungen

Wir publizieren auch im Print!

Comic-Kalender

April 2012 Mai 2012 Juni 2012
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31
Neue Veranstaltung einsenden Neue Veranstaltung einsenden
Zum Kalender

Partnerlinks





 



 

von Thomas Kögel Montag, 08. Mai 2006

Es ist selten, dass über einen Comic so wenige Informationen existieren wie bei diesem. Abgesehen vom Text auf dem Buchrücken, der auch auf der Website von Kult Editionen zu finden ist, existieren so gut wie keine Infos, weder zu Autor und Zeichner, noch zum Inhalt oder zum Hintergrund der Geschichte. Auch das Buch selbst enthält kaum Angaben, man erfährt weder den Originaltitel noch den Übersetzer. Ob Andres Ponce nun der Autor und Dario Brizuela der Zeichner ist oder umgekehrt, oder beide im Team gearbeitet haben, man erfährt es nicht.

Vielleicht liegt das ja daran, dass es einfach egal ist. Denn Die zwei Weißen Magier zählt  zum Belanglosesten, was ich seit langem gelesen habe. Eine lieblos zusammengestrickte 08/15-Fantasystory um ein junges Geschwisterpaar, dessen Vater ein großer und berühmter Magier ist, und das nun selbst allerlei Abenteuer zu bestehen hat. Der Autor wirft eine Handvoll sattsam bekannter Genrezutaten in den Topf (Magische Edelsteine, Zaubersprüche, gehörnte Dämonen, Portale usw.), vergisst aber die entscheidenen Gewürze, z.B. einen sinnvollen und spannenden Handlungsbogen oder Charaktere, die wenigstens ansatzweise interessant wären. Stattdessen holpert sich der Plot unmotiviert von einem Kampf "Gut gegen Böse" zum nächsten. Für jedes Problem oder Hindernis gibt es - schwupps - eine (meist recht hirnrissige) Lösung, und schon steht das nächste Problem an. Die Welt, in der die Geschichte spielt, ist ebenso klischee- und schablonenhaft wie die Figuren, die sich in ihr bewegen.  Ponce und Brizuela scheinen sich gar nicht recht für sie zu interessieren, ihnen scheint es vor allem darum zu gehen, ihr Personal von einer Gefahr zur anderen zu hetzen.

Recht gelungen sind die Zeichnungen, die sich stilistisch bei Zeichentrickfilm und ein wenig Manga bedienen. Kompetent umgesetzt, ansprechend koloriert, aber ein bisschen seelenlos, ohne markante Eigenheiten.

Die Story (die zwar durchgehend erzählt wird, aber eigentlich aus drei Episoden besteht) hat in etwa das Niveau und die Tiefe einer durchschnittlichen Pokemon-Folge. Deren Zielgruppe könnte vielleicht auch an diesem Fastfood-Comic Gefallen finden. Der Rest sollte von den Weißen Magiern lieber die Finger lassen, es sei denn er findet Gefallen an Apostroph-Stilblüten wie "Nicht's".

Ich kann es verstehen, wenn solch lieblose Geschichten im Rahmen von Franchises entstehen (der Comic zum Spielzeug, zur TV-Serie usw.), wo es oft so viele Vorgaben gibt und so viele Leute mitreden wollen, dass ein halbgares Endprodukt entsteht. Bei einem, wie es scheint, eigenständigen Projekt, wo die Schöpfer ihrer Fantasie freien Lauf lassen könnten (wenn sie denn eine hätten), ist so ein Ergebnis einfach nur eine Riesenenttäuschung.


Die zwei Weißen Magier
Kult Editionen
Andres Ponce und Dario Brizuela
156 Seiten; farbig; 15,- Euro
ISBN:  90-78285-03-6



a1.gif




Trackback(0)
Kommentare (0)Add Comment

Kommentar schreiben
kleiner | groesser

security code
Bitte den folgenden Code eintragen


busy

Ähnliche Artikel

  • Die Herberge am Ende der Welt
     Betrachtet man das ziemlich nichtssagende Cover, weiß man zunächst gar nicht, was einen erwarten mag. Die etwas altertümlich gekleidete junge Frau deutet auf eine historische Geschichte. Und da eine junge Frau das Cover beherrscht, liegt der Schluss nahe, dass auch Liebe eine nicht unerhebliche Rolle spielen wird. Nur was macht die Eule da? - 02.10.2010
  • Die Bruderschaft der Krabbe 1
     Als Mael in einem Krankenhaus aufwacht, ist er umringt von drei weiteren Jungen. Sie weihen ihn in eine geheime Verschwörung ein: Alle Patienten der Klinik sind von Krabben infiziert, sie wachsen in Bauch, Kopf oder im Bein heran, wuchern oder zirkulieren in der Blutbahn des menschlichen Körpers. Bernardino, einem der Kinder, musste gar ein Fuss amputiert werden, weil sich eine Krabbe festgesetzt hatte. - 08.10.2010
  • Wonderland 2 - Jenseits vom Wunderland

    altDer Titel der Fortsetzung „Jenseits vom Wunderland" trifft es ziemlich gut. Denn zum einen spielt die Handlung dieses Bandes in der „realen" Welt und nicht, wie der erste Band, im Wunderland. Und zum anderen werden, verglichen mit dem ersten Band, einige Charaktere mehr, ins Jenseits geschickt. Die Fortsetzung des literarischen Horrorcomics ist ziemlich blutig geraten und dürfte auch manche Splatterfreunde ansprechen. In manchen Szenen liegen die Gedärme in Massen herum.

    - 17.12.2010
  • Die Chroniken von Wormwood 1
     Es ist jetzt gut 10 Jahre her, dass Garth Ennis sein Meisterwerk Preacher abschloss.  Für den irischen Autor offenbar lange genug, um sich dem Thema Religion mit Die Chroniken von Wormwood abermals zu widmen. Leider hat man bei seiner neuen Serie das Gefühl, dass Ennis' wildes Zerpflücken all dessen, was vom Christentum als heilig ausgerufen wurde, dem reinen Selbstzweck dient. Im Gegensatz zum verstrickten Preacher, sind hier Gewalt, Sex und Blasphemie allein dazu da, um die Story von einer vermeintlichen Frevelei in die nächste zu führen.  - 27.09.2010
  • Konungar 1 - Invasionen

    Konungar ist ein typisches Beispiel dafür, wie ein historisches Gewand benutzt wird, um eine Fantasystory einzukleiden. Bei all dem graphischen Oberflächenglanz und der erzähltechnischen Stuckatur fällt es dann auch zunächst kaum auf, dass die Story kaum etwas zu bieten hat.

    - 13.02.2012