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(Vortrag/Diskussion)
von Daniel Wüllner Samstag, 29. Mai 2010
Befallen vom Leiden des Herrn Alzheimer streift Larcenets Inkarnation von Robin Hood, begleitet von seinem treuen Kumpanen Little John, durch den Teutoburger Wald und trifft dabei immer wieder auf denselben Witz. Das Berauben der Reichen – vom An-Arme-geben mal ganz abgesehen – gestaltet sich schwieriger als gedacht. Dabei ist es nicht der Zweifel an der moralischen Mission selbst, sondern das schwächelnde Gedächtnis, welches die Benefiz- Tat jäh unterbindet. In seiner geistigen Umnachtung stimmt Robin ein ums andere Mal Schlagersongs an, nur um anschließend von einem onomatopoetischen „KPA!“, verursacht durch Little Johns Stock, wieder in die Realität zurückgerissen zu werden. Das endlose Spiel von Stehlen, Vergessen, Singen und Schlagen wiederholt sich immer wieder aufs Neue; und das Beste daran: Es ist jedes Mal wieder lustig.
Den kunstvollen Einsatz des Running-Gags hat Larcenet ja schon in seinem semiautobiografischen Comic Die Rückkehr aufs Land in imposanter Weise zur Schau gestellt, doch im dritten Teil seiner Reihe Die wundersamen Abenteuer des … treibt er das Konzept auf die Spitze. Während zuvor Sigmund Freud und Vincent van Gogh in richtige Geschichten gesetzt wurden, die es zu erleben galt, besteht der dritte Band der Reihe nur aus kurzen episodenhaften Sketchen.
Larcenets bisher auf Deutsch erschienen Comicalben erinnern an die Arbeit eines anderen französischen Comiczeichners, Lewis Trondheim. Genau wie Trondheim zeichnet sich auch Larcenet durch eine extreme Bandbreite an Geschichten aus. Die aberwitzigen Episoden in Die Legende von Robin Hood sind wesentlicher Bestandteil dieser Arbeit. Und während die alten Herren brav in ihrem Donjon sitzen, ist es schön zu sehen, dass sich die französische Jugend strunzvergnügt und bitterböse im Teutoburger Wald austobt.
Leseprobe
Die wundersamen Abenteuer von Robin Hood: Die Legende von Robin Hood
Reprodukt, Mai 2010
Text und Zeichnungen: Manu Larcenet
Softcover; 48 Seiten; 12,00 Euro
ISBN: 978-3-941099-37-1Reprodukt, Mai 2010
Text und Zeichnungen: Manu Larcenet
Softcover; 48 Seiten; 12,00 Euro

Eine nichtendenwollende Spirale des schwarzen Humors.
Abbildungen: © Reprodukt
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"Dies ist die Geschichte eines trauernden Fotografen, einer Werkstatt
voller Erinnerungen, eines wichtigen Buches und vom lieben Augustin..."
Passende Klappentexte sind eine Kunst für sich, und im Falle von "Kostbarkeiten" darf man das Unternehmen einmal als gelungen betrachten. Der dritte Band der Reihe Le combat ordinaire
von Emmanuel Larcenet hat tatsächlich einiges zu bieten. Um Väter und
Söhne geht es, um die Natur und ums Erwachsenwerden, den Preis des
Krieges, Sinn und Unsinn der Psychoanalyse, Mütter und Brüder, Eulen
und Hackbraten und Dockarbeiter und Korken und Beziehungen und ... na
ja, den lieben Augustin eben.
Im Hause Panini findet man neben dem großen Sortiment an Marvel- und
DC-Lizenzen auch immer mal wieder Comics aus kleineren amerikanischen
Verlagen. So haben zum Beispiel die durch den Spieleproduzenten Games Workshop
inspirierten Comics ihren Platz im Regal direkt neben den
amerikanischen Superhelden eingenommen. Während die epischen Schlachten
von Warhammer und Warhammer 40k vielen Lesern bereits bekannt sein dürften, handelt es sich bei Blood Bowl -
auch unter den Tabletop-Spielern - wohl eher um ein unentdecktes
Kleinod. Leider erfährt diese kleine Perle unter der Regie des
amerikanischen Comic-Verlags Boom Studios eine Heimpleite. Das Auswärtsspiel für Blood Bowl: Blut und Spiele kann bei der deutschen Lesergemeinde wegen mangelnder Bekanntheit des Spiels eigentlich nur noch schlechter ausfallen.
Herakles, die sagenumwobene griechische Heldenfigur, ist der Sohn des Zeus und damit ein echter Halbgott. Sein getreuer Begleiter und bester Freund Sokrates ist nach eigenem Bekunden ein Halbhund: halb Hund, halb Philosoph. Dass dieser dabei den Namen eines berühmten philosophischen Vorbildes trägt, ist natürlich ein deutlicher Hinweis auf die Rolle des sprechenden Kläffers in der neuen Serie von Joann Sfar und Christophe Blain.
Seine erste Lenore-Geschichte zeichnete Roman Dirge bereits im
Jahr 1992, der vorliegende Sammelband erschien 1999 in den USA. Weitere
zehn Jahre später liegen die Comics vom "süßen kleinen toten Mädchen"
auch auf Deutsch vor. Dies besorgt der kleine Verlag UBooks, der
unkonventionelle Literatur verlegt, u.a. auch Vampir-Romane,
Gothic-Bildbände und die norwegische Comicserie Nemi.
- 15.07.2009
Was wäre, wenn Gott wirklich existierte? Und wenn er sich auf der Erde blicken lassen würde, nicht wie beim ersten Mal in Jesus Christus, sondern höchstpersönlich? Welchen Medienrummel würde er auslösen? Welche Zweifel an seiner Authentizität wecken, welchen Zuspruch hervorrufen, welche Gegnerschaft auslösen? Marc-Antoine Mathieu wirft diese Fragen auf und zeichnet einen genauso kurzweiligen wie intelligenten Comic. Auf höchst raffinierte Weise kultiviert Mathieu einen feinen ironischen Humor, der die Lektüre durchgängig zum Vergnügen macht. Und mich mit Spannung warten ließ, wie diese Geschichte wohl enden soll ...