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(Vortrag/Diskussion)
von Thomas Kögel Dienstag, 17. Juni 2008
Sorge war überzeugter Kommunist und Gegner des Nazi-Regimes. Seit 1929 lebte er, offizell als Journalist, in China und später in Japan, wo er das Vertrauen des deutschen Botschafters genoss und Zugang zum engsten Zirkel der Botschaft und zu geheimen Informationen aus Deutschland hatte. Mit Hilfe mehrerer Mittelsmänner übermittelte er diese Informationen nach Moskau. Unter anderem erfuhr er vom bevorstehenden deutschen Überraschungsangriff auf die Sowjetunion ("Unternehmen Barbarossa", 1941) - eine Information, der Stalin jedoch nicht ausreichend Glauben schenkte, was Sorge zutiefst verbitterte. Später gelang es ihm doch noch, mit einer Information kriegsentscheidenen Einfluss zu nehmen. Moskau erfuhr von Sorge, dass Japan die UdSSR nicht angreifen würde und konnte deshalb seine Truppen von Sibirien an die Westfront schicken, wo es ihnen gelang, den Vorstoß von Hitlers Wehrmacht auf Moskau zu stoppen.
Wenn Richard Sorge am Ende des Comics von den Japanern verhaftet wird und spurlos verschwindet, hat man ihn und seine Motivation zwar kennengelernt, hat aber nicht wie in klassischen Spionagestories mit dem Helden mitgefiebert. Zwischen der Hauptfigur und dem Leser bleibt eine gewisse Distanz - Die Sache mit Sorge ist eben gerade kein Spannungsroman, sondern semi-dokumentarisch. Im Fernsehen würde man es wohl Doku-Drama nennen.
Ein Comic über ein Thema der deutschen Geschichte, das in keiner Weise dröge, trocken oder verkrampft didaktisch wirkt, wie es bei solchen Projekten leider oft der Fall ist. Die Sache mit Sorge will eine Geschichte erzählen, nicht belehren oder dozieren. Dies gelingt Isabel Kreitz vortrefflich, und wenn man bei der Lektüre auch noch etwas lernt (nicht zuletzt auch durch den informativen Anhang), hat sie sicher nichts dagegen.
Die Sache mit Sorge
Carlsen Verlag, März 2008
Text und Zeichnungen: Isabel Kreitz
Hardcover; s/w; 256 Seiten; 19,90 Euro
ISBN: 978-3551787439
Bildquelle: www.carlsen.de/web/graphicnovel
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Ich muss gestehen, dass die Yps-Hefte nicht wirklich Teil
meiner Kindheit waren. Die Rangfolge war damals vielmehr ungefähr so: Micky
Maus-Magazin, unregelmäßig Fix & Foxi und ganz selten mal ein Yps-Heft in
den Händen gehalten. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich Yps mehr mit
Gimmicks als mit Comicgeschichten assoziiert habe. Urzeitkrebse und andere
legendäre Beilagen sind aber selbst mir geläufig gewesen. Es ist jedoch
erstaunlich, dass die jetzt erschienene Neuauflage von Thomas der Trommler
den Nachweis liefert, dass ich offenbar früher doch richtig gute Stories
verpasst habe.
- 04.08.2009
Der Autor Didier Convard (Tanatos 1) und der Zeichner Gilles Chaillet (Das geheime Dreieck
1) nehmen eine historische Persönlichkeit als Ausgangspunkt für ihre
gemeinsame Arbeit. Dabei handelt es sich um niemand geringeren als den
berühmten und vielseitig begabten Leonardo da Vinci - aus heutiger
Sicht ein Allround-Genie. Der Künstler und Wissenschaftler wird in Vinci zum
Anti-Helden-Typ eines Grafen von Monte Cristo stilisiert. Die 2008
zuvor in zwei Bänden ("Der zerbrochene Engel" und "Schatten und Licht")
bei Editions Glénat veröffentlichte Geschichte ist nun bei der Ehapa
Comic Collection als "All in one"-Hardcovergesamtausgabe mit einer
veredelten "Spot-Lack"-Umschlagsgestaltung erschienen.
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"Schon wieder ein Indianer-Sezessionskrieg-Comic!" könnte man denken,
wenn man an die jüngsten Publikationen aus dem Hause Splitter denkt.
Neben dem Splitter Book Canoe Bay sind zusammen mit dem ersten Band der Serie Bravesland erst
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- 21.09.2010
Schade eigentlich. Mit dem vorliegenden zweiten Zyklus von Didier Convards und Jean-Yves Delittes' Tanatos verspielt die Serie aus meiner Sicht den Kredit des ersten Zyklus zu einem erheblichen Teil. Tanatos, ein schurkisches Meistergenie, terrorisiert im frühen 20. Jahrhundert weiterhin Frankreich und halb Europa, nachdem er im ersten Band den Ausbruch des 1. Weltkrieges forcierte. Mithilfe eines übergelaufenen Professors hat er es auf eine Waffe von nie da gewesener Zerstörungskraft abgesehen.
- 04.10.2011
Reinhard Kleist gehört seit geraumer Zeit unbestritten zur ersten Riege deutschsprachiger Comiczeichner. Mit Veröffentlichungen wie Cash – I See A Darkness hat er in jüngster Vergangenheit seine Ausnahmestellung unterstrichen. In seinem neuen Buch Castro beschäftigt sich Kleist mit Kuba, einem der letzten Außenposten des real existierenden Sozialismus.