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(Vortrag/Diskussion)
von Benjamin Vogt Sonntag, 19. Juni 2011
Das Cover des zweiten Bandes kündigt es an: Adalbert Müller steht kurz vor der Explosion. Stets übellaunig, leicht tolpatschig und cholerisch bewältigt er seinen Alltag als Familienoberhaupt und Pechvogel erster Güte. Aber er ist dabei liebenswürdig. Und obwohl die in den 70er Jahren von Pierre Seron (Die Minimenschen, Spirou) entwickelte Serie Die Müllers heißt (im Original:La famille Fohal), sind alle anderen Figuren, auch die übrigen Mitglieder der Familie, nur Randfiguren neben dem weißhaarigen Herrn Müller.
Der Belgier Seron erzählt in kurzen Episoden, maximal vier Seiten lang, die immer mit einer mal mehr, mal weniger gelungenen Pointe enden. Die Stories sind nicht sonderlich spektakulär, müssen sie aber auch nicht sein, denn immerhin sind die Müllers ja der Inbegriff der braven Durchschnittsfamilie. Sie berichten von Adalbert Müllers Versuch mit seinem Sohn zu angeln, ihmei den Hausaufgaben zu helfen oder etwa an einem Obdachlosen eine gute Tat zu vollbringen. Natürlich enden all diese wohlwollenden Ideen in einem Fiasko, denn das Schicksal lässt der Vater in jedes nur erdenkliche Fettnäpfchen treten.
Nicht jede Episode bewegt sich humoristisch auf dem höchsten Niveau, zu oft wirken manche Gags zerfahren oder verpuffen, weil man den Twist, der einem im letzten Panel bevorsteht, bereits antizipiert.
Insgesamt sind Die Müllers, von den Pointen abgesehen, eine solide, unterhaltsame Comicserie. Allein durch Serons unverkennbaren frankobelgischen Zeichenstil versprüht jede Geschichte eine gewisse Dynamik, sind die Figuren trotz Funnystil realistisch. Wenn Herr Müller gleich zu Beginn die Haustür öffnet und vom Handwerker unvermittelt und unabsichtlich ein Brett ins Gesicht geknallt bekommt, dann zeigt sich hier bereits, wohin der Hase läuft. Bei einer derart amüsanten und souveränen Darstellung der Situationskomik, der ins Absurde führenden Nachzeichnung alltäglicher Begebenheiten, darf man so manch halbgare Schlusspointen durchaus verzeihen.
Der zweite nun vorliegende Band, der die Serie auch gleichzeitig beschließt, enthält ein knappes Nachwort von Volker Hamann, der kompakt auf die Hintergründe der Serie eingeht. Band 1, der 1992 beim Feest Verlag erschien, wurde von Finix interessanterweise parallel als kostenloses Heft für den Gratis-Comic-Tag nachgedruckt. Somit können Käufer des neuen, zweiten Bandes die Nummer 1 in Heftform gleich gratis mit dazu bekommen und Leser, denen das Gratisheft gefällt, können die zweite Ausgabe in Albenform gleich nachkaufen. Na wenn das mal nicht kundenfreundlich ist.
Wertung: ![]()
Frankobelgischer Comic mit zeitlosem Humor, allerdings sporadisch mit leichten Schwächen
Die Müllers 2
Finix Comics, Mai 2011
Text und Zeichnungen: Pierre Seron
48 Seiten, farbig, Softcover
Preis: 11,80 Euro
ISBN: 978-3-941236-43-1
Abbildungen: © der dt. Ausgabe: Finix Comics















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Rezensionen




In den vergangen Jahren wurden viele beliebte Comicserien einer
Frischzellenkur unterzogen. Die Ehre gebührte z. B. Charles M. Schulz' Peanuts:
In einer speziellen 25-bändigen Reihe werden derzeit alle Comicstrips
chronologisch gesammelt und bei Carlsen neu aufgelegt. Bei gleichem
Umrechnungskurs hätte es Schulz' Freund und Kollege Bill Watterson mit
seinem Strip Calvin and Hobbes auf nur fünf Bände gebracht
(1985-1995). Obwohl es bei ihm dann nicht für die Sonderausgabe
gereicht hat, bringt Carlsen nun eine neue Auflage auf dem Markt. "Von
Monstern, Mädchen und besten Freunden" lautet der Titel dieses
Sammelbandes, einer Auslese, die sich auf die ersten beiden deutschen
Einzelbände "Calvin und Hobbes" und "Was sabbert da unterm Bett?"
stützt.
"Da Vinci Code meets (russische) Lara Croft", so oder so ähnlich
kann man den Inhalt des dritten Bandes von Tatjana K. grob umschreiben.
Hauptprotagonistin ist
"Seminarkabarett-Comic" steht auf dem Umschlag. Drei Begriffe, die auf den ersten Blick unvereinbar scheinen. Dass "Seminar" und "Kabarett" zusammengehen können, beweist der Steyrer Bernhard Ludwig seit 1992 auf diversen Bühnen. Der gelernte Psychologe machte aus einem sexualtherapeutischen Seminar ein erfolgreiches Kabarettprogramm, das inzwischen auch als Kinofilm gezeigt wird. Kann der Transfer ins Medium Comic ebenso gut gelingen?
- 06.04.2006
Die französischen Künstler Pascal
Rabaté und David Prudhomme sind spätestens seit diesem
Jahr dem
deutschsprachigen Comicleser nicht mehr unbekannt. Von beiden wurde
unlängst je
ein Werk bei Reprodukt veröffentlicht, zum einen Rabatés Bäche und
Flüsse, zum
anderen Prudhommes Rembetiko. Die Plastikmadonna, eine Kollaboration,
erschien
nun bei Carlsen unter dem großzügig bedientem Graphic-Novel-Label.
- 08.08.2010
Gibt es einen Dekalog, also Kernsätze des Glaubens, den der Prophet Mohammed niedergeschrieben hat, der aber nie in den Koran Eingang gefunden hat? Dieser Frage geht Die zehn Gebote auf unterhaltsame Weise nach.