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von Benjamin Vogt Samstag, 24. April 2010
Erst der Mut und die Entschlossenheit des jungen Rhinozeros Phileon ermöglicht für eine Gruppe Abtrünniger die Erkundung der Außenwelt. Über die Durchquerung der Antarktis gelangen sie schließlich in die gigantische Metropole Mechapolis, wo sie endlich einige Antworten erhalten.
Die mechanische Welt ist ein bezauberndes Märchen in moderner Form. Analog zu vielen anderen Märchen oder Fantasyerzählungen bricht hier ein kleiner Kerl aus seinem stark eingeschränkten Kosmos aus und erlebt in der Ferne das ganz große Abenteuer. Um sich geschart hat er eine illustre Runde: der jungen Bruno und seine beschützende Mutter, das stumme Mädchen Basilika und den zotteligen Kapitän. Die Interaktion zwischen diesen Protagonisten ist manchmal lustig mit anzusehen, manchmal auch rührend und süß.
Die Handlung spielt sich in einer eigentümlichen Welt ab, die Steampunk, Science Fiction und klassische Fantasy sehr wild miteinander vermixt. Manchmal wirkt das leider alles etwas überambitioniert von Jean-Baptiste Andreae, denn die mechanische Welt ist sowohl von Menschen bevölkert,als auch von Tierwesen, Robotern und Halb-Mensch-halb-Roboter-Wesen. Und auch inhaltlich steuert die Story etwas schwankend auf einen zu gut gemeinten Showdown zwischen Bösewicht Feinvogel und Phileas zu. Zudem ist dieser noch überschattet von einer an Matrix angelehnten Aufdeckung.
Insgesamt macht der Comic jedoch richtig Spaß. Vor allem zeichnerisch kann Andreae richtig punkten. Feine Strichführung, dynamische Bilder, wunderbar stimmungsvolle Kolorierung, hier macht der Künstler wirklich vieles richtig. Auch im kleinformatigen Splitter-Books-Format kann Die mechanische Welt dadurch richtig brillieren.
Die mechanische Welt
Splitter, März 2010
Text und Zeichnungen: Jean-Baptiste Andreae
144 Seiten, farbig, HC mit Schutzumschlag, 19,80 Euro
ISBN: 978-3-86869-108-5

Gelungener Comicband mit tollem Artwork und größtenteils überzeugender Story
Abbildungen: © Splitter Verlag















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