JoomCategories for JoomGallery
- Kategorie: 6. Akt: Der letzte Akt
- Kategorie: 5. Akt: Der Akt ohne Namen
- Kategorie: Chili oder Essen, das zweimal brennt
JoomGallery Stats for JoomGallery MVC BETA
- 1287
Aktuelle Rezensionen
Comicgate-Tweets
Comic-Kalender
- Buffy-Zeichner Franco Urru auf Signiertour
17.05.2012 - 25.05.2012
(Signierstunde) - Düsseldorf: DoKomi
26.05.2012 - 27.05.2012
(Messe/Festival) - Berlin: Graphic Novel – ein politischer Resonanzraum
03.06.2012
(Vortrag/Diskussion)
von Thomas Kögel Freitag, 19. Juni 2009
Mit dem englischen Wort "Changeling" bezeichnet die europäische Mythologie ein sogenanntes Wechselbalg, ein Baby also, das den Eltern ohne deren Wissen untergeschoben wird, während Elfen oder Geister das eigentliche Kind rauben. Ein solcher Changeling ist auch der kleine Peter Jobson, auch Scrubby genannt, von dem Pierre Dubois und Xavier Fourquemin in ihrem Comic erzählen.
Peter wächst bei seiner Familie in einer grünen Idylle auf, irgendwo auf den britischen Inseln während des 19. Jahrhunderts. Der Junge hat ein besonderes Verhältnis zur Natur, zu Pflanzen, Tieren und dem Wind. Eines Tages trifft er im Wald auf einen alten Magier, der ihm zeigt, dass es in der Welt zahlreiche Wesen gibt, die man auf den ersten Blick nicht sehen kann: Kobolde, Trolle, Elfen und so weiter. "Die Natur ist lebendig", sagt der weise Mann zu Scrubby, " die Wesen wohnen dort. Geh ein Bündnis mit ihnen ein und du wirst nie allein sein."
Doch das harmonisch-idyllische Landleben währt nicht lange. Scrubbys Familie beschließt, wegen Dürre und Hungersnot in die Stadt zu ziehen, nach London, wo dank der Industrialisierung gerade ein Aufschwung stattfindet, allerdings auf Kosten der schlecht bezahlten Arbeiter. Die Jobsons landen in einem erbärmlichen Elendsviertel, das von der grünen Natur nicht weiter entfernt sein könnte. Doch Scrubby findet sich schnell zurecht: Während sein Vater an kommunistischen Arbeiteraufständen teilnimmt, entdeckt er auch in der großen Stadt viele Spuren von fantastischen Wesen. Allerdings gibt es darunter auch solche, die nichts Gutes im Schilde führen, und die Stadt hat eindeutig mehr Grausamkeiten zu bieten als die freie Natur ...
Die Legende vom Changeling ist eine äußerst angenehme Überraschung: Was äußerlich wie eine klassische Fantasygeschichte aussieht und zunächst auch so beginnt, entpuppt sich bald als ein Wechselspiel zweier Welten: der mystischen Sagenwelt und der harten Realität des Großstadtmolochs, wie sie z.B. auch Charles Dickens in Oliver Twist beschrieben hat. Beide Ebenen bringt Zeichner Xavier Fourquemin hervorragend zu Papier, sein bezaubernder Semi-Funny-Stil eignet sich bestens für diese Mischung aus fantastischen und realistischen Elementen, die durch die stimmungsvolle Kolorierung von Scarlett Mulkowski noch betont wird.
Szenarist Pierre Dubois, der sich auch in anderen Publikationen schon eingehend mit Feen, Kobolden und anderen Fabelwesen beschäftigt hat, nimmt sich viel Zeit für die Einführung seiner Figuren und deren Lebenswelt. Das tut der Stimmung der Geschichte zwar gut, allerdings ist das Album, wenn die Handlung in Fahrt kommt und dramatisch wird, schon wieder zuende und lässt den Leser mit einem offenen Ende auf die Fortsetzung warten. Auf diese wird man zum Glück nicht lange warten müssen, der zweite Band (der aber noch nicht der letzte sein wird) erscheint bei Piredda bereits im August. Wenn Dubois und Fourquemin dann die Qualität halten, bekommt man mit ihrer Legende vom Changeling ein originelles Werk, das sich von gängiger Fantasy-Dutzendware abhebt und sowohl für (ältere) Kinder als auch für Erwachsene sehr lesenswert ist.
Die Legende vom Changeling 1: Die Missgeburt
Piredda Verlag, April 2009
Text: Xavier Fourquemin
Zeichnungen: Pierre Dubois
Hardcover; 56 Seiten; farbig; 13,50 Euro
ISBN: 978-3-941279-27-8

Abbildungen: © Piredda Verlag















Neue Veranstaltung einsenden



Ausgeschrieben heißt dieser Comic eigentlich "Tarot - Witch of the Black Rose Band 1: Hexenkrieg" und ist das Ergebnis, wenn Jim Balent, langjähriger Zeichner von Catwoman (1993-1999) und einiger Ausgaben von Purgatori, Lobo u.a. seine selbstgeschriebene Serie umsetzt.
Gute Krimis liefern in den besten Fällen gleich Milieustudien der Gegenwart in unterhaltsamer Form mit. Die TV-Serie Tatort ist ein Paradebeispiel dafür, wie man knifflige Fälle mit Sozialkritik kombiniert. Auch im Comicbereich gibt es Beispiele für gehobene Thriller. Caroline Baldwin ist ein solches. Die franko-belgische Serie um eine indianische Detektivin erscheint seit elf Ausgaben bei comicplus+.
Graphic Novels hier, Graphic Novels da. Die deutsche Comicbranche scheint
ihre persönliche Messlatte allein nach diesen anspruchsvollen Comics
für junge Erwachsene ausgerichtet zu haben. Obwohl dies natürlich nicht
gesagt wird, so wird doch impliziert, dass alle restlichen Comics
Trivialliteratur sind – kurz, sie sind Schund. Doch die Historie der
Comics und ihrer Vorväter ist nur so gepflastert von diesem herrlichen
Schund, der uns für ein paar Minuten die realitätsnahen Autobiografien
und Comicreportagen vergessen lässt. Bestes Beispiel dafür ist der
gerade bei Panini erschienene Comic Solomon Kane: Schloss des Teufels. Die Comicadaption von einem Meister des Schunds, Robert E. Howard, Schöpfer von Conan, gibt uns zwar nichts Tiefgründiges, dafür aber Lesefreude und jede Menge Trash.
- 14.02.2010
Die französischen Künstler Pascal
Rabaté und David Prudhomme sind spätestens seit diesem
Jahr dem
deutschsprachigen Comicleser nicht mehr unbekannt. Von beiden wurde
unlängst je
ein Werk bei Reprodukt veröffentlicht, zum einen Rabatés Bäche und
Flüsse, zum
anderen Prudhommes Rembetiko. Die Plastikmadonna, eine Kollaboration,
erschien
nun bei Carlsen unter dem großzügig bedientem Graphic-Novel-Label.
- 08.08.2010
Unter dem Hakenkreuz
Teil 2 und 3 - im französischen
Originaltitel „Amours fragiles" (in etwa: Zerbrechliche Lieben) - sind weiterhin in einem luxuriös großen
Format gedruckt, aber bereits jeweils 30 Seiten kürzer als Band 1; dafür
verkauft sie der Verlag 4 Euro günstiger. So luxuriös die Aufmachung, so
bescheiden die Fortsetzung des Inhalt, was Spannung und Figurenentwicklung
angeht.
- 15.10.2010