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03.06.2012
(Vortrag/Diskussion)
von Jons Marek Schiemann Montag, 28. März 2011
Troy ist nicht mehr nur ein Planet, sondern ein einziges riesiges Franchise geworden. Nachdem Lanfeust von Troy so erfolgreich wurde und den Troll von Troy als Spin-Off gebar, wurde Lanfeust nicht nur zu den Sternen geschickt, es wurden auch mehrere andere Serien entwickelt, welche die Geschichte von Troy und die Abenteuer von unterschiedlichsten Charakteren beleuchten. Einige dieser Serien sind bislang noch gar nicht auf Deutsch erhältlich. Wenn man aber Die Kriegerinnen von Troy als Beispiel für noch fehlende Bände nimmt, dann ist auch äußerste Vorsicht angeraten.
Der Reiz von Lanfeust und Troll liegt in der Verbindung einer klassischen Fantasyerzählung, die trotz allem nicht mit Gewalt spart, mit satirischen und humorvollen Elementen. Gerade in Troll von Troy gibt es so manchen Seitenhieb auf gesellschaftliche Entwicklungen wie etwa Gentechnik. So ergeben sich spannende, humorvolle und actionhaltige Abenteuer, die eine Ausnahmestellung im Fantasygenre beanspruchen können und halten. Die Kriegerinnen von Troy haben leider nichts davon.
Während eines Piratenangriffs auf See treffen sich die beiden Söldnerinnen Raya und Lynche auf gegnerischen Seiten. Das hindert sie aber nicht daran, nachdem sie wieder an Land sind, gemeinsam einen zu trinken. Beide nehmen den Auftrag an, einen humanitären Konvoi als Schutz zu begleiten. Doch so humanitär ist der Konvoi nicht und besonders Lynche hat eine Aufmerksamkeit auf sich gezogen, die ihr nicht bekommen wird. Und welche Rolle spielt die Kriegerin Issan?
Die Zeichnungen von Dany (Rote Ohren) haben ihren bekannten Charme – die drei Söldnerinnen sind hübsch und verlieren auch sehr oft unmotiviert ihre Oberteile, was manchen Augenschmaus zulässt. Aber die Story liefert nur grundsolide Fantasyunterhaltung mit klassischen „Sword and Sorcery“-Elementen à la Conan oder Red Sonja. Letztlich gilt sowohl für die Geschichte als auch für die Zeichnungen: solide, aber nichts Besonderes.
Der Band ist insofern enttäuschend, da alle Elemente, welche die Troy-Serien so beliebt machen, fehlen. Individuelle magische Kräfte werden nur bei den drei Kriegerinnen erwähnt, aber auch bei diesen Figuren ziemlich vage gehalten und kommen – außer bei Raya, die mit Reptilien sprechen kann – kaum vor. Ironie und Satire sind hier gar nicht zu finden und Humor taucht leider auch nur ab und zu auf. Obwohl der Herr von Troy, Serienschöpfer Christophe Arleston, hier Unterstützung von Melanyn hat, den man als Autor der Serien Excalibur, Die Geister von Troy und Tykko der Wüstensohn (auch ein Troy-Spin-Off) kennt, glänzt der Band durch Einfallslosigkeit. Zu hoch liegt die selbst errichtete Messlatte der Autoren. Hoffentlich haben sie nicht ihr Pulver verschossen.
Wertung: ![]()
Für ein Abenteuer auf Troy enttäuschend. Alle Elemente, welche die Lanfeust- und Troll-Serien so beliebt machen, kommen hier nur rudimentär vor.
Die Kriegerinnen von Troy 1: Yquem der Großzügige
Splitter Verlag, Februar 2011
Text: Christophe Arleston, Melanyn
Zeichnungen: Dany
56 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 13,80
ISBN: 978-3-86869-255-6
Leseprobe
Abbildungen: © der dt. Ausgabe Splitter Verlag















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Rezensionen




Die Suche nach den machtverleihenden Knochen des toten Zauberers Yarlig
geht weiter. Konsequent wird dabei die Mischung aus den Filmen Der Herr der Ringe und vor allem Zwei glorreiche Halunken
fortgesetzt. Diesmal liegt der Schwerpunkt eindeutig auf dem
klassischen Italowestern. Ganze Szenen und Dialogsequenzen werden eins
zu eins übernommen.
Als Mael in einem Krankenhaus aufwacht, ist er umringt von drei weiteren Jungen. Sie weihen ihn in eine geheime Verschwörung ein: Alle Patienten der Klinik sind von Krabben infiziert, sie wachsen in Bauch, Kopf oder im Bein heran, wuchern oder zirkulieren in der Blutbahn des menschlichen Körpers. Bernardino, einem der Kinder, musste gar ein Fuss amputiert werden, weil sich eine Krabbe festgesetzt hatte.
- 08.10.2010
Sie trägt eine elegante Maske und ist so sehr Heldin, wie
sie gut aussieht. Blond, lange Beine, schwellender Busen, und wenn sie ihre
Klinge zieht, erlebt der Betrachter eine anmutige, akrobatische Zirkusnummer.
Sie ist keine Kriegerin superheldischen Formats mit Muskelpaketen und
immerwährender Coolness, sie ist vielmehr sehr weiblich und ihre viel zu großen,
weit aufgerissenen Augen zeigen nicht ihre Entschlossenheit, sondern ihre
Gutherzigkeit und ihr Einfühlungsvermögen. Sie heißt Marlysa und wurde von
Jean-Charles Gaudin und Jean-Pierre Danard geschaffen. Fünf Alben erschienen bereits bei Carlsen, jetzt wird die Serie bei Splitter fortgesetzt.

Graphic Novels hier, Graphic Novels da. Die deutsche Comicbranche scheint
ihre persönliche Messlatte allein nach diesen anspruchsvollen Comics
für junge Erwachsene ausgerichtet zu haben. Obwohl dies natürlich nicht
gesagt wird, so wird doch impliziert, dass alle restlichen Comics
Trivialliteratur sind – kurz, sie sind Schund. Doch die Historie der
Comics und ihrer Vorväter ist nur so gepflastert von diesem herrlichen
Schund, der uns für ein paar Minuten die realitätsnahen Autobiografien
und Comicreportagen vergessen lässt. Bestes Beispiel dafür ist der
gerade bei Panini erschienene Comic Solomon Kane: Schloss des Teufels. Die Comicadaption von einem Meister des Schunds, Robert E. Howard, Schöpfer von Conan, gibt uns zwar nichts Tiefgründiges, dafür aber Lesefreude und jede Menge Trash.
- 14.02.2010