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(Vortrag/Diskussion)
von Benjamin Vogt Montag, 21. März 2011
Wie konnte ich diese Serie nur so lange übersehen? Bereits in den Jahren 2002 bis 2003 erschienen die ersten drei Alben von Die Geißel der Götter beim Carlsen Verlag, die Serie wurde dann jedoch in den kommenden Jahren nicht mehr weitergeführt. Erst vor kurzem, genau gesagt ab Ende 2010, übernahm Finix die darbende Serie und legte innerhalb weniger Monate die zweite Hälfte der Reihe vor.
Band 4 mit dem Titel „Vae victis“ war für mich demnach der Einstiegspunkt in ein anfangs sehr befremdliches Paralleluniversum. In einer gigantischen Weltraumschlacht erwehrt sich dort das römische Reich der Angriffe des Hunnenkönigs Attila, es handelt sich um ein aus historischen Fakten gesponnenes Sci-Fi-Getümmel.
Es mag komisch klingen, aber die Kombination aus antiker Politik und Konfrontation im Weltraum funktioniert hervorragend (und man findet sich auch ohne Vorwissen aus den ersten drei Alben gut zurecht). Die Geißel der Götter verbirgt aber viel mehr als nur den Krieg in einer parallelen Welt. Die Serie spielt im weiteren Verlauf mit den realen Rollen der historischen Persönlichkeiten, ändert sie, legt sie neu aus. Selbst die römischen Gottheiten existieren hier, aber auch bei diesen bleibt es spannend zu erfahren, inwieweit sie denen in unseren Geschichtsbüchern nahe kommen.
Szenaristin Valérie Mangin fabuliert in meisterhafter Weise über Ehre, Tod und Leben. Im letzten Drittel des sechsteiligen Epos mündet dieses Vorhaben in einer übersteigerten metaphysischen Ebene, die rückwirkend den Blickwinkel auf die gesamte Story ändert. Damit beweist sie eindrucksvoll, dass es sich bei diesem Comicprojekt von Anfang an um ein durchdachtes Gesamtbild handelte, welches durch überraschende Enthüllungen und Wendungen erst nach und nach offensichtlich werden sollte.
Einfach als eine wahre Pracht muss man wohl die Arbeit von Aleksa Gajic bezeichnen, der mit ganz feinen Outlines und einer zurückhaltenden Kolorierung viel zur einnehmenden Stimmung des Comics beisteuert. Selten gab es ein so schön gezeichnetes Science-Fiction-Universum.
Am Ende von Band 6 hat Finix erfreulicherweise einen 16 Seiten umfassenden Bonuspart abgedruckt. Valérie Mangin führt den Leser darin durch den Entstehungsprozess der Serie und erläutert Hintergründe zu allen Alben, auch sogar zu den ersten drei, die seinerzeit bei Carlsen erschienen waren. Zudem werden nochmal alle Schauplätze und Personen und ihre Beziehung zu den realen Vorbildern zusammengefasst und erklärt. Alles in allem Zusatzinformationen also, die bei einer kompexen Reihe wie Die Geissel der Götter wirklich Sinn machen.
Im Übrigen verfasste Mangin mittlerweile eine zweite, ebenfalls sechsteilige Comicreihe, die im selben Universum wie Die Geißel der Götter angesiedelt ist. Diese spielt vor dem Angriff der Hunnen und behandelt die Zeit der Gründung des galaktischen römischen Reiches. Es wäre absolut wünschenswert, dass es diese Serie auch nach Deutschland schafft.
Wertung: ![]()
Eine innovative Kombination der Genres, grandiose Bilder, ein brillantes Comicwerk
Die Geissel der Götter 4-6
Finix Comics, September 2010-März 2011
Text: Valerie Mangin
Zeichnungen: Aleksa Gajic
farbig, Softcover
Band 4: Vae victis
48 Seiten, 11,80 Euro
ISBN: 978-3-941236-30-1
Leseprobe
Band 5: Dei ex machina
48 Seiten, 11,80 Euro
ISBN: 978-3-941236-31-8
Leseprobe
Band 6: Exit
64 Seiten, 12,80 Euro
ISBN: 978-3-941236-32-5
Leseprobe
Abbildungen © Aleksa Gajic/Soleil, der dt. Ausgabe: Finix Comics















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Rezensionen




Alles in allem verstörend. So oder so ähnlich würde
ich jemandem antworten, der mich nach einer Beschreibung zu Codex
Angélique fragen würde. Die im französischen Original in drei Alben
veröffentlichte Serie liegt in der Ehapa Comic Collection als All-in-One-Edition vor.
Wie bei einigen dieser Ausgaben zuvor gibt es auch bei dieser Licht
und Schatten zu konstatieren. Leider wird man des anfänglich recht
interessanten Settings recht schnell überdrüssig, spätestens wenn sich
die Handlung komplett in den Wirren von Mystik und Übersinnlichem
verstrickt.
Cyril Pedrosa ist Comiczeichner (bekannt geworden durch Ring Circus und Drei Schatten) und er ist bekennender Öko.
Beide Fragmente seiner Persönlichkeit bringt er in dem Album Auto-Bio
zusammen. Pedrosa schildert sein Leben als Freund der Umwelt und wie er dieses
an strengen ökologischen Werten auszurichten versucht. In meist nur eine Seite
des Albums einnehmenden Episoden umreißt Pedrosa Alltagsprobleme, auf die er als
Öko gestoßen ist.
- 27.07.2009
Bei einer Schatzsuche muss man unweigerlich an Piraten oder eine Insel denken. Nicht so im Fall des neuesten Tramp-Abenteuers. Hier spielt sich die Jagd nach dem heiß begehrtem Edelmetall vor einer exotischen Geschichtskulisse ab.
Endlich finden auch die Chaotencops Spoon & White bei Finix ein neues Zuhause. Die Funnyserie, die mit allerlei Zitaten aus Popkultur und feinem, frankobelgischem Humor aufzuwarten weiß, ist eine Schöpfung der beiden Comicveteranen Jean Léturgie und Yann, für die Zeichnungen erhalten die beiden Unterstützung von Jeans Sohn Simon Léturgie.
Das Cover gibt das Programm vor: oben ein grimmiger, behelmter Kopf und
unten eine Kutsche in wilder Fahrt durch einen Canyon. Dort ein Zwerg
und hier eine Westernkulisse. Beim Lesen entpuppt sich der Band auch
als eine Mischung der zwei Filme Herr der Ringe und Zwei glorreiche Halunken. Aus Herr der Ringe
ist die äußerliche Ahnlehnung des Zwerges an seinen „Kollegen“ Gimli
und der klassische Western von Sergio Leone mit Clint Eastwood wird
nicht nur auf den Handlungsebenen zitiert, sondern auch in den Dialogen.
- 30.03.2010