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von Benjamin Vogt Donnerstag, 16. Dezember 2010
Sie sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die bekanntesten Enten der Welt. Und sie sind eine der erfolgreichsten Familien der Comichistorie: Die Ducks. Den verworrenen Verhältnissen der Entenhausener Familie geht die jetzt veröffentlichte Familienchronik der Ducks nach.
Insgesamt 40 Stories versammelt der edle Hardcover-Band, fein säuberlich gegliedert nach den wichtigsten Akteuren. Von Donald und Dagobert bis zu Dussel oder Franz Gans bekommt jeder eine mal mehr mal weniger große Anzahl an Comicgeschichten zugeteilt, in denen die jeweilige Figur als der hauptsächliche Star gelten darf. Wobei sich zum Beispiel gerade an Franz Gans die Geister scheitern dürften, ob er überhaupt offizieller Teil der Duck-Familie ist, oder eben nur Oma Ducks Hofangestellter. Die diversen Interpretationen von unzähligen Künstlern im Laufe der vergangenen Jahrzehnte sind diesbezüglich widersprüchlich. Ähnliches gilt analog für den genialen Ingenieur Daniel Düsentrieb (ihm ist in diesem Band allerdings kein eigenes Kapitel gewidmet), der, auch übersetzungsbedingt, vor allem von deutschen Lesern nicht als echtes Familienmitglied wahrgenommen wird, dies aber wohl von einigen Künstlern intendiert ist.
Sehr gut gefällt mir an der Familienchronik, dass auf die verzwickte Genealogie, und damit auf nicht einwandfrei zu klärende Verhältnisse wie eben dargestellt, im informativen Vorwort von Michael Bregel extra eingegangen wird. Darüber hinaus liefert die redaktionelle Arbeit auch tieferen Erklärungswert über die zahlreichen Versuche der vollständigen Stammbaumerstellung. Zwei der relevantesten Abdrucke, nämlich eine frühe Skizze von Carl Barks und eine von Don Rosa gezeichnete Version, werden dem Leser auf dem beiliegenden Miniposter präsentiert.
Bei den 40 Comicerzählungen dürfte stilistisch für jeden Geschmack etwas dabei sein (Beiträge z.B. von: Cavazzano, Rota, van Horn, Voicar, Rosa, Barks und vielen mehr), auch wenn manche Episoden gerade in einer Reihe mit sehr starken Comics qualitativ aus meiner Sicht zu sehr abfallen. Immerhin bemüht sich der Band, nicht wahllos irgendwelche Stories zusammenzupacken. Die einzelnen Kapitel starten jeweils mit zwei bis drei Seiten Vorabtext zu der im Folgenden porträtierten Figur, der zusammen mit dem Comicteil insgesamt ein nachvollziehbares Bild der Charakteristik der Ducks zeichnet.
Fünf der enthaltenen Geschichten sind sogar deutsche Erstveröffentlichungen, drei von ihnen bilden den Auftakt des Buches und skizzieren die Familie als Ganzes, ohne dass der Fokus speziell auf einem der Mitglieder liegt.
Abwechslungsreicher Mix an Duck-Stories, thematisch gut auf- und redaktionell gut nachbereitet
Wertung: ![]()
Die Ducks - Eine Familienchronik
Verlag: Ehapa Comic Collection, September 2010
diverse Autoren und Zeichner
400 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 29,95 Euro
ISBN: 978-3-7704-3379-7
Abbildungen © Disney, Ehapa Comic Collection















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Rezensionen




Der vierte Band der Blueberry-Chroniken, "
Nach längerer Pause gibt es wieder mal eine Comicbesprechung von zwei Redakteuren in Dialogform. Benjamin und Thomas beschäftigen sich mit Post Mortem Blues, dem aktuellen Werk von Horus. Der sogenannte "Wort-Bild-Roman" erzählt von einem Mädchen, das eigentlich einen recht normalen Eindruck macht -- dabei ist sie eigentlich schon tot.
Nach der sensibel erzählten Serie O'Boys überrascht der Autor Philippe Thirault mit einer sehr brutalen Comicserie, die Ehapa im „All in One“-Format auf Deutsch veröffentlicht (alle vier Teile der Originalausgabe sind hier versammelt). Um es gleich vorweg zu sagen: An dem Band werden sich die Geister scheiden. Traum von Jerusalem ist das zeichnerische Äquivalent eines Splatterfilms.
60 Jahre hatte Dagobert Ducks riesiger Geldspeicher bei Erscheinen dieses Bands Ende 2011 auf dem Buckel. Grund genug, dem Gebäude, das das gesammelte Vermögen der reichsten Ente der Welt beherbergt, einen Jubiläums-Band zu kredenzen. Natürlich setzt die Ehapa Comic Collection bei der Zusammenstellung der thematisch passenden Geschichten voll und ganz auf die beiden Zugpferde Carl Barks und Don Rosa; alle Stories in „Milliardenraub in Entenhausen“ stammen abwechselnd von den beiden Künstlern.
Vor mehr als acht Jahren hatten die Macher des „ältesten und innovativsten Comic(umsonst)magazins im deutschsprachigen Raum“, die Männer von Moga Mobo, die grandiose und doch so simple Idee, nicht nur ein Meisterwerk der Weltliteratur, sondern gleich hundert davon als Comic zu adaptieren. Zu bewerkstelligen war dieses ambitionierte Vorhaben mit dem mehr als treffenden Titel 100 Meisterwerke der Weltliteratur nur, indem man sich Grenzen setzte. Die Regeln für die hundert Künstler waren klar: Jede Adaption durfte nur 8 Panels haben und Worte waren nicht erlaubt. Und die vorwiegend deutschen Comic-Künstler kamen in Scharen. Die Erfolgsgeschichte wurde schließlich 2002 durch den Max-und-Moritz-Preis gekrönt. Nun hat sich das Trio mit dem Ehapa Verlag zusammengesetzt und eine Neuauflage des Klassikers der Klassiker ausgearbeitet.