JoomGallery Stats for JoomGallery MVC BETA

  •   1287
Comicgate RSS-Feed Comicgate RSS-Feed

Rezis nach Kategorien

Comicgate-Tweets

Eigenveröffentlichungen

Wir publizieren auch im Print!

Comic-Kalender

April 2012 Mai 2012 Juni 2012
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31
Neue Veranstaltung einsenden Neue Veranstaltung einsenden
Zum Kalender

Partnerlinks





 



 

Home Rezensionen

von Benjamin Vogt Montag, 27. September 2010


 Es ist jetzt gut 10 Jahre her, dass Garth Ennis sein Meisterwerk Preacher abschloss.  Für den irischen Autor offenbar lange genug, um sich dem Thema Religion mit Die Chroniken von Wormwood abermals zu widmen. Leider hat man bei seiner neuen Serie das Gefühl, dass Ennis' wildes Zerpflücken all dessen, was vom Christentum als heilig ausgerufen wurde, dem reinen Selbstzweck dient. Im Gegensatz zum verstrickten Preacher, sind hier Gewalt, Sex und Blasphemie allein dazu da, um die Story von einer vermeintlichen Frevelei in die nächste zu führen.

Danny Wormwood, Antichrist und Produzent umstrittener TV-Serien, befindet sich eigentlich auf der Erde um für seinen Vater Armageddon einzuleiten. Doch viel lieber hängt er in der Kneipe mit seinem Kumpel Jay (= Jesus) ab, der seinen angeordneten, zweiten Märtyrertod für die Menschheit ebenfalls verweigert. Zusammen mit dem sprechenden Hasen Jimmy begeben sich die beiden schließlich mit einem roten Cabrio auf einen Trip durch Himmel und Hölle. Dort nehmen Ennis' verquere Fantasien erst so richtig Formen an:

 Gott wird als sabbernder, unzurechnungsfähiger, alter Mann dargestellt, Jesus als zugekiffter Schwarzer und der Papst ist ein sexuell Perverser. Jimmy der Hase währenddessen terrorisiert Star-Wars-Fans auf Internetseiten und ahmt den Hitlergruß nach.

Ennis treibt es wahrlich auf die Spitze und lässt beinahe kein Tabu unangetastet. Zuweilen geschieht das eher plump, doch ich kann nicht behaupten, dass es mir beim Lesen keinen Spaß gemacht hätte. Die Chroniken von Wormwood lässt erzählerische Tiefe vermissen, wartet aber immer wieder mit kleinen absurden Ideen auf, die die durchschnittliche Story amüsant gestalten.

Sicher, wenn Wormwood dem Barmann seiner Stammkneipe eine Penisnase verpasst, mag das ein pubertärer Scherz sein, aber ganz ennistypisch zieht sich dieser dann auch durch den gesamten Band und lockert die Handlung regelmäßig als frivoler Running Gag auf.  So lassen sich viele der Begebenheiten in diesem Comic als übertrieben oder infantil verurteilen, letztlich muss man ihm aber zugestehen, dass er ohne die konsequente Grenzüberschreitung und den überbordenden Humor viel zu langweilig wäre. Der Reiz liegt hier im permanenten Tabubruch. Dadurch allein ensteht kein neues Meisterwerk, aber durchaus ansehnliche Unterhaltung.

Ob das geschmacklich noch vertretbar ist, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.

ANZEIGE


Die Chroniken von Wormwood 1
Panini Comics, Juni 2010
Autor: Garth Ennis
Zeichner: Jacen Burrows, Rob Stehen, Russ Braun, John McCrea
200 Seiten, farbig, SC, 19,95 Euro
Leseprobe

 

Ganz okay

 

Unterhaltsame neue Serie, die bewährte Ennis-Versatzstücke (Gewalt, Sex, Religion) noch mehr betont als bisher

Jetzt bei ComicCombo 
anschauen und bestellen!

 



Trackback(0)
Kommentare (0)Add Comment

Kommentar schreiben
kleiner | groesser

security code
Bitte den folgenden Code eintragen


busy

Ähnliche Artikel

  • Die Lichter des Amalu
     Mit der Fantasy-Reihe Les Lumières de l'Amalou wurde Zeichnerin Claire Wendling bekannt und mehrfach preisgekrönt. In den neunziger Jahren erschienen die ersten drei Alben der fünfbändigen Serie auch auf deutsch; Teil 1 und 2 als Amalu, Teil 3 als Die Lichter von Amalou. Obwohl Wendling beim Comic-Salon 2004 mit einer Ausstellung geehrt wurde, musste man in Deutschland auf die beiden letzten Episoden sehr lange warten. Nun gibt es also endlich die komplette Serie, mit einem abermals leicht veränderten deutschen Titel: In der Carlsen-Ausgabe heißt die Fantasy-Geschichte Die Lichter des Amalu, was auch sinnvoll ist, da es sich bei dem titelgebenden "Amalu" um einen Fluss handelt. - 21.09.2009
  • Wonderland 2 - Jenseits vom Wunderland

    altDer Titel der Fortsetzung „Jenseits vom Wunderland" trifft es ziemlich gut. Denn zum einen spielt die Handlung dieses Bandes in der „realen" Welt und nicht, wie der erste Band, im Wunderland. Und zum anderen werden, verglichen mit dem ersten Band, einige Charaktere mehr, ins Jenseits geschickt. Die Fortsetzung des literarischen Horrorcomics ist ziemlich blutig geraten und dürfte auch manche Splatterfreunde ansprechen. In manchen Szenen liegen die Gedärme in Massen herum.

    - 17.12.2010
  • Marvel Exklusiv 82: The Hood
     Während der letzten Marvel-Events Civil War und Secret Invasion bahnte sich klammheimlich ein neuer Superschurke den Weg an die Spitze der Unterwelt. Hood heißt er und glänzte bislang vornehmlich durch Kurzauftritte in Brian Bendis' New Avengers oder Ed Brubakers Daredevil. Doch erst jetzt wird die Frage nach der Identität des Gangsterbosses mit der roten Kapuze enthüllt. - 26.10.2009
  • Codex Angélique - Kompendium der Engel
     Alles in allem verstörend. So oder so ähnlich würde ich jemandem antworten, der mich nach einer Beschreibung zu Codex Angélique fragen würde. Die im französischen Original in drei Alben veröffentlichte Serie liegt in der Ehapa Comic Collection als All-in-One-Edition vor. Wie bei einigen dieser Ausgaben zuvor gibt es auch bei dieser Licht und Schatten zu konstatieren. Leider wird man des anfänglich recht interessanten Settings recht schnell überdrüssig, spätestens wenn sich die Handlung komplett in den Wirren von Mystik und Übersinnlichem verstrickt.
    - 02.02.2010
  • Ravermoon 1 - Das Versprechen der Flammen

    Zugegeben, das Cover der neuen Serie Ravermoon erinnert zunächst an die übliche Heroic Fantasy, von der der Markt doch ziemlich überlaufen ist und die nach einem recht einfachen Prinzip funktioniert: Ein waffenstarker Held oder Heldin wird in Abenteuer verstrickt. Der muskelbepackte Held oder die wohlproportionierte Heldin sind im Grunde ein Äquivalent des einsamen Westernhelden. Clint Eastwood hat mal in einem Interview in schöner Selbstironie auf die Frage geantwortet, wie er seine Western plant: „Ich reite in eine Stadt. Der Rest ergibt sich.“

    - 03.05.2012