JoomCategories for JoomGallery
- Kategorie: 6. Akt: Der letzte Akt
- Kategorie: 5. Akt: Der Akt ohne Namen
- Kategorie: Chili oder Essen, das zweimal brennt
JoomGallery Stats for JoomGallery MVC BETA
- 1287
Rezis nach Kategorien
Aktuelle Rezensionen
Comicgate-Tweets
Comic-Kalender
- Buffy-Zeichner Franco Urru auf Signiertour
17.05.2012 - 25.05.2012
(Signierstunde) - Düsseldorf: DoKomi
26.05.2012 - 27.05.2012
(Messe/Festival) - Berlin: Graphic Novel – ein politischer Resonanzraum
03.06.2012
(Vortrag/Diskussion)
von Jons Marek Schiemann Donnerstag, 10. November 2011
Alexandro Jodorowsky schickt seinen schrecklichen Papst in die zweite Runde. Giuliano Della Rovere ist nun Papst geworden und nennt sich Julius II. Berauscht von seiner Macht und vor Liebe zu seinem Liebling Aldosi provoziert er seine Familie, die er selbst mit Ämtern und Schätzen ausgestattet hat. Nachdem diese aus Rache Aldosi ermordet, dreht Julius durch. Mit allen Mitteln und ohne Gnade will er Italien einigen. Natürlich unter seiner Herrschaft. Zugleich beauftragt er niemand geringeren als Michelangelo mit dem Bau eines kolossalen Grabmals.
Das ist aus historischer Perspektive interessant zu lesen und auch übersichtlich, da sich das Personal in Grenzen hält. Inwieweit es mit den Fakten übereinstimmt, kann hier nicht beurteilt werden. Bei manchen Übertreibungen und dem offenen Umgang mit Sexualität kommen aber Zweifel auf. Die Vergewaltigung Michelangelos kann man noch im Bereich des Glaubwürdigen einordnen. Aber dass die Schweizergarde gleichzeitig der Harem des Papstes ist? Das ist zwar eine nette satirische Idee, aber ob es sich hier um eine solche handelt, wird nicht so richtig klar. Gegenüber dem ersten Band, der im Grunde eine Krimistory um die Papstwahl erzählte, ist der zweite eher ein andauernder Wahn.
Merkwürdigerweise gibt es keine einheitliche Erzählperspektive. Der erste Teil wird von Machiavelli himself erzählt, danach gibt es keinen identifizierbaren Erzähler mehr, was dem Band mehrere Brüche verleiht. Zudem existiert kein richtiger Spannungsbogen, weil dramaturgisch gesehen im Grunde kein Ziel verfolgt wird. Vielmehr jagt ein Exzess den anderen und ein Wahnsinn folgt dem nächsten. Anstatt durch eine raffinierte Story bleibt der Leser durch seine Sensationslust am Ball. Aber wo soll das hinführen? Ist das ein satirisches Portrait? Ist das eine Kritik an der dekadenten Kirche der damaligen Zeit? Ist das gar Kritik an Homosexualität und ein Plädoyer dafür, dass Homosexuelle keinen Einfluss haben sollen? Vielleicht wird das im dritten Band deutlicher. Jedenfalls besteht zwischen dem ersten und dem zweiten Teil der Serie ein erheblicher dramaturgischer Bruch.
Zeichner Theo hingegen hat sich ganz schön gemausert. Während seine Zeichnungen in Der tönerne Thron (ebenfalls bei Splitter erschienen) noch sehr glatt und wenig differenziert gehalten sind, bannte er seine Illustrationen im ersten Band von Der schreckliche Papst bereits in große Panels, welche die ganze historische Wucht einzufangen vermochten – aber manche Hintergründe wurden nicht weiter ausgestaltet. Dieses kleine Manko wurde jetzt behoben und Theos Strich wird von Band zu Band sicherer. Leider neigt er zu Übertreibungen. Augen sind groß aufgerissen, glänzen vor Wahn und Verschlagenheit und neigen zu einer operettenhaften Stimmung. Subtilität in der Mimik wird man hier vergebens suchen. Die Hintergründe zwar sehr viel detaillierter, aber die Gesichter rutschen in eine persiflierende Richtung. War eine Satire auf Macht und Religion etwa wirklich das Ziel? Dafür sind die inhaltlichen Bezüge einfach zu undeutlich. Immerhin ist die Lichtgestaltung in der Kolorierung von Florent Bossard immer noch herausragend.
Wertung: ![]()
Sensationslust treibt den Leser von einer Seite zur anderen, aber ansonsten ist der Band recht ziellos und uneindeutig.
Der schreckliche Papst 2 - Julius II.
Splitter Verlag, Oktober 2011
Text: Alexandro Jodorowsky
Zeichnungen: Theo
56 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 13,80 Euro
ISBN: 978-3-86869-162-7
Leseprobe
Abbildungen: © der dt. Ausgabe: Splitter Verlag















Neue Veranstaltung einsenden

Rezensionen




Die Britin Posy Simmonds, deren Name bei uns bisher kaum bekannt war,
kennt man in England vor allem durch ihre Tätigkeit als Cartoonistin
für die Tageszeitung The Guardian, wo ihre Arbeiten seit den 70er
Jahren erscheinen. Auch Tamara Drewe, ihre zweite lange Comicgeschichte
(und die erste, die nun in Deutschland veröffentlicht wird) erschien
zunächst als Fortsetzungs-Story im Guardian. Sie erzählt darin von
einer ländlich-bürgerlichen Idylle im kleinen englischen Nest
Stonefield, die eines Tages gründlich durcheinandergerät, als eine
junge, sehr attraktive Frau im Dorf einzieht.
- 11.03.2010
In seiner Formatreihe "Splitter Books" bringt der Verlag die im Original vierteilige Serie Dixie Road in einem Band gesammelt heraus. Jean Dufaux ist ein so viel beschäftigter Schreiber, dass man sich nicht nur fragt, woher er die ganze Zeit und die ganzen Ideen nimmt, sondern auch, warum fast alle seine Serien so gut sind. Diese ausgezeichnete Serie hebt sich von den meisten anderen Dufaux-Stoffen ab. Er tummelt sich ja in den unterschiedlichsten Genres, wobei die meisten einen historischen Bezug haben. Was aber hier neu ist, sind die deutlichen soziakkritischen Aspekte. Wenn überhaupt ein Vergleich innerhalb von Dufaux' Werk gezogen werden soll, dann muss schon Jessica Blandy herhalten. Dabei haben die beiden inhaltlich nichts gemeinsam.
Eines Nachts klingelt Raphaels Telefon. Sein Freund Leo hat eine Panne und er möchte nun, dass Raphael ihm zu Hilfe eilt. Mehr schlecht als recht lässt sich dieser schließlich von seiner Freundin überzeugen, seinen Kumpel nicht im Stich zu lassen. An Leos stehendem Auto, mitten auf einer Landstraße, angekommen, erwartet den missmutigen Raphael jedoch eine Überraschung, mit der er niemals gerechnet hätte.
Vom erfolgreichen Autorenduo Ange, das sind Anne und Gerard Guero, unter anderem durch die Serien Die Legende der Drachenritter, Belladonna, Das verlorene Paradies und Bloodline bekannt, erscheint eine neue Fantasyserie auf dem deutschen Markt.
- 06.09.2010
In Prototyp präsentierte Ralf König seine Version der Schöpfungsgeschichte. Nun gibt es die Fortsetzung: Archetyp
dreht sich um Noah und sein berühmtes Schiff, das er baut, um der
Sintflut zu entgehen. Der Comic erschien zunächst als täglicher Strip
in der Frankfurter Allgemeinen, die Buchausgabe im Rowohlt
Verlag ist jedoch mehr als ein bloßer Nachdruck des Zeitungscomics. Für
das Hardcover entwarf König neue Seitenlayouts, überarbeitete manche
Panels und nicht zuletzt ist diese Ausgabe (fast) durchgehend farbig
statt schwarz-weiß.
- 25.11.2009