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(Vortrag/Diskussion)
von Jons Marek Schiemann Donnerstag, 19. August 2010
Jodorowskys Interesse an der Mafia kam auch schon in seiner Serie über die erste „Mafiafamilie" der Geschichte, den Borgias, zutage. Und gerade dieses Interesse verleitet ihn zu einer Fortsetzung. So ist es kaum zu vermeiden, dass sich die beiden Serien inhaltlich sehr ähneln und der Wiedererkennungsfaktor hoch ist. Zudem fängt Der schreckliche Papst da an, wo die Borgias enden (werden): mit dem Tod des Papstes Alexanders VI., Rodrigo Borgia. Der Kardinal Giuliano della Rovere, ein Erzfeind des toten Papstes, will selber Papst werden und unternimmt alles, um dieses Ziel zu erreichen: Erpressung (auch sexuelle), Bestechung, Mord, Intrigen und Drohungen. Alles genau so, wie sein Vorgänger, der Borgiapapst Alexander der VI, es getan hatte. Nur hatte Alexander seine Familie um sich, die Rovere nicht hat. Später versammelt jedoch auch er seine Verwandtschaft um sich und die Serien werden sich noch ähnlicher.
Dass der Zeichner Theo sich zehn Jahre lang auf Illustrationen spezialisiert hatte, merkt man dem Band stark an. Fast ausnahmslos werden große Panels verwandt, welche die ganze historische Wucht einzufangen vermögen. Erstaunlicherweise werden bei aller zeichnerischen Liebe zum Detail manche Hintergründe nicht weiter ausgestaltet. Gesichter werden komplett weggelassen und im perspektivischen Hintergrund (beim Fluchtpunkt) verschwimmen Farben und Formen etwas zu früh. Auch erstarren die Körperhaltungen gerade in dramatischen Szenen oft zu Posen und verlieren an Dynamik. Gerade das allerletzte Panel ist hier zu sehr auf Effekt ausgelegt. Die Orgie zu Beginn und die zeichnerische Darstellung des Charakters Aldosi sind eine deutliche Hommage an Manara, Theos zeichnerischem Vorgänger.
Der schreckliche Papst 1 - Giuliano della Rovere
Splitter Verlag, Juli 2010
Text: Alexandro Jodorowsky
Zeichnungen: Theo
Hardcover, 56 Seiten, farbig; 13,80 Euro
ISBN: 978-3-86869-161-0

Historisch interessantes Album, fast deckungsgleich mit Borgia, aber durch Zeichnungen und Milieu überzeugend.
Abbildungen © Splitter Verlag
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1937 herrscht in Spanien
Bürgerkrieg. Zahlreiche Freiwillige schließen sich ohne militärische Ausbildung
den Republikanern an und bilden kleinere Einheiten, die sich dem Faschismus im
Lande entgegenstellen. Quintos ist die Geschichte einer solchen Gruppierung,
die sich aus Männern und Frauen unterschiedlichster Nationalitäten
zusammensetzt.
- 27.06.2010
Eines muss man sich hier direkt staunend vor Augen halten: Annas Paradies ist die erste Serie von Daniel Schreiber. Ursprünglich war die Geschichte als Film geplant. Als Schreiber aber neue Ideen kamen, arbeitete er das Drehbuch in ein Comicskript um und realisierte so seine erste Serie. Gänzlich unerfahren ist der Autor im graphischen Bereich nicht, da er schließlich schon seit 15 Jahren als Illustrator arbeitet. Aber in dieser engen Text-/Bildkombination, wie es in einem Comic nun mal der Fall ist, hatte er bislang noch nicht gearbeitet.
Manchmal ist es doch beruhigend, dass sich Elemente, die sich mit einem bestimmten Autor verbinden, treu bleiben. Da weiß man, was man in etwa erwarten kann. Der Band hält das, was der Name Jodorowsky verspricht. Wo Jodorowsky drauf steht, ist auch Jodorowsky drin. Das mag Fans erfreuen. Leser, die mit dem Autor eh nichts anfangen können, werden diesen Band nicht mögen. Aber auch dem Autor zugeneigte Betrachter können nicht ganz umhin kommen, die vielen Wiederholungen aus anderen Serien langsam etwas missmutig aufzunehmen.
India Dreams ist laut Klappentext „eine grandiose
Familiensaga im exotischen Indien". Erzählt wird die Familiengeschichte vor
allem von Emily Harrison, die allerdings eng mit ihrer Mutter und ihrer Tochter
verbunden ist, so dass man Indien durch die Erfahrungen und Augen dreier
Generationen von Frauen sehen lernt und so nach und nach die Lebens- und
Liebesgeschichten der Frauen nachvollziehen kann. In der deutschen Ausgabe werden die vier
Einzelalben zu einer Gesamtausgabe zusammengebunden.