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(Vortrag/Diskussion)
von Marco Behringer Sonntag, 01. August 2010
Die Story spielt im Herbst 1865. Nachdem sich der junge Drustan, der aus den Südstaaten stammt, dem selbsternannten Theaterdirektor Hermes und dem schlagkräftigen Joe Adam angeschlossen hat, müssen die drei Ungleichen mal wieder Hals über Kopf fliehen. Denn die Gäste eines Saloons haben die "Dramaturgie" ihres Auftritts nicht nachvollziehen können. Und so ziehen sie auch weiterhin mit ihrem klapprigen Planwagen und einer spärlichen Theaterausrüstung durch die vom Bürgerkrieg zerrissenen Staaten Nordamerikas. Nach einer Büffeljagd treffen sie unvermutet auf einen Altbekannten, der inzwischen bei den Indianern lebt.
Die ersten Bände von Der Planwagen des Thespis wurden ursprünglich als Softcoveralbum (Bd. 1: Adlib Verlag; Bd. 2: Feest Verlag) veröffentlicht. Beim Piredda Verlag liegen nun überarbeitete Versionen mit neuen Übersetzungen und neuem Lettering vor. Wie schon W.E.S.T. erschien auch der Planwagen des Thespis monatlich als Hardcoverausgabe im Überformat, die Serie schloss im Juli 2010 mit vier Bänden ab.
"Der schwarze Indianer" kann insgesamt an den Auftaktband "Shakespeare und Muerte Kid" nahtlos anknüpfen, auch wenn der ironische Ton abgenommen hat. Der Planwagen des Thespis ist eine völlig andere Western-Serie und trotz oder wegen ihres Alters noch eine unterhaltsame Lektüre.
Der Planwagen des Thespis - Der schwarze Indianer
Piredda Verlag, Mai 2010
Text/Zeichnungen: Christian Rossi
Hardcover, 48 Seiten, farbig; 14,50 Euro
ISBN: 978-3941279544
Western mit Anspruch und etwas veralteter Grafik
Abbildungen © Christian Rossi, der dt. Ausgabe Piredda Verlag
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Empire USA ist, wie el Niño,
die Doppelbandausgabe einer Serie, deren erster Band bereits in
mehreren Teilen über das Comicmagazin ZACK veröffentlicht wurde. Auch
hier tritt die Problematik auf, dass ZACK-Leser eine Hälfte dieses
Albums schon kennen und auch schon dafür bezahlt haben.
Mit "Die Direktive 'Arca'" liegt nun bei Bunte Dimensionen der Abschlussband zu Acriborea vor.
Soviel vorweggenommen: Wer die Serie bisher mit Begeisterung gelesen
hat, wird sich sicherlich auch nicht das Finale entgehen lassen. Für
alle anderen gilt es auszuloten, ob es sich lohnt, mit Verspätung in
die Serie einzusteigen. Der Inhalt der Story ist komplex und
vielschichtig: Die Erde ist bedroht, und vor fast einem halben
Jahrhundert hat sich die Menschheit dazu entschieden, in einem weit
entfernten Sternensystem mit dem Namen Ruivivar eine Kolonie
aufzubauen - auf dem Planeten Acriborea, der von scheinbar friedfertigen Ureinwohnern besiedelt ist. Inzwischen ist Acriborea um die Facette eines epochalen SF-Kriegscomics à la Starship Troopers erweitert worden, und auch Einflüsse aus dem Superheldengenre sind deutlich zu spüren.
Es gehört schon ein gewisser Mut dazu, eine neue Westernserie zu starten. Der Western gehört in der Unterhaltungskultur zu einem der beliebtesten und langlebigsten Genres. So war der allererste Spielfilm, wenn man eine zusammenhängende Story und eine Dramaturgie als Kriterium nimmt, ein Western: The Great Train Robbery von 1903. Angesichts des Alters und der unübersehbaren Vielzahl von Vertretern des Genres, stellt sich natürlich die Frage, was eine weitere Serie denn so Neues bieten kann. Denn die Stoffe sind mittlerweile sehr rar gesät und andere Western nehmen mittlerweile viele Anleihen bei anderen Genres. Der große Klassiker Comanche zum Beispiel ist manchmal eher ein Krimi im Westerngewand.
Eine Holmes-Parodie als Comic - so könnte die Serie Baker Street
aus der Feder von Szenarist Pierre Veys (Harry Cover - Die
bezaubernde Parodie) und Zeichner Nicolas Barral auf den Punkt
gebracht werden. Das Duo hat zuvor bereits bei der Krimi-Satire Die
Abenteuer von Philip und Francis zusammengearbeitet, die inhaltlich
und stilistisch die Baker Street-Geschichten quasi vorweggenommen
hat, aber nach einem Band eingestellt wurde.
- 22.08.2010
Liest man ein Werk des Comickünstlers Baru, weiß man mittlerweile, woran man ist. Der Franzose versteht sich auf Milieustudien, er skizziert das Leben in den französischen Vorstädten, berichtet von Losern, gefallenen Champions, Kleinkriminellen und fängt damit die Tragik des gesellschaftlichen Lebens Frankreichs immer wieder aufs Neue so gut ein wie kaum ein anderer Autor.