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(Vortrag/Diskussion)
von Marco Behringer Dienstag, 21. September 2010
Die Grundlage für Der letzte Mohikaner ist der gleichnamige Roman von Fenimore Cooper. Die französische Autorin Catmalou hat sich vom aufstrebenden und provokanten Comickünstler Cromwell (Anita Bomba) zunächst zu einer Mitarbeit beim Online-Magazin "El Coyote" überreden lassen, woraus dann auch die Zusammenarbeit zu Der letzte Mohikaner entstanden ist. Gemeinsam haben sie die klassische Literaturvorlage als anspruchsvollen Comicroman adaptiert.
Kurz zusammengefasst geht es darum, dass sich in der Mitte des 18. Jahrhunderts die verfeindeten Kolonialmächte Frankreich und England jeweils mit Indianerstämmen verbündet haben - die einen mit den Huronen und die anderen mit den Mohikanern. Die beiden Töchter des Kommandanten Oberst, Cora und Alice, wurden vom Huronen Magua entführt. Uncas, Chingachgook und Falkenauge brechen auf, um die Frauen aus der Gewalt Maguas zu entreißen.
Das ist umso mehr schade, da das Artwork phänomenal gestaltet ist. Die leicht skizzenhaften Zeichnungen werden von Cromwell (auf der Leinwand?) mit kunstvollen (Acryl-?)Farben koloriert, wodurch die Grafik stark expressiv und kraftvoll daherkommt. Die Bilder abwechselnd und phasenweise jeweils dreifarbig: schwarz, weiß und eine dritte Farbe (Ocker, Türkis, Magenta). Die dadurch düster gehaltene Grundstimmung erhält nur durch die jeweilige Farbwahl eine fast mystische Atmosphäre. Mit Spachtel und Pinsel hat Cromwell eine von Kratzern und Rillen durchfurchte Bilderwelt mit durch dick aufgetragene Farben erzeugten Strukturen geschaffen. Das ist nicht nur künstlerisch hochinteressant, sondern bietet auch ein Mehr an gestalterischen Möglichkeiten.
Die erzählerischen Mängel und die herausragenden Bilder halten sich insgesamt die Waagschale. Der letzte Mohikaner ist eine kunstvolle, innovative, provokative und anspruchsvolle Adaption. Vielleicht muss man dieses Werk auch einfach öfter als einmal lesen, damit sich der Text leichter erschließen lässt oder man sollte doch einmal einen Blick in die Vorlage werfen. Die Bilder sind ohne Zweifel eine herausragende Leistung, die dem Medium Comic den Wert als Kunstform einmal mehr unterstreicht.
Der letzte Mohikaner
Splitter, Juni 2010 (Leseprobe)
Text: Catmalou, Cromwell
Zeichnungen: Cromwell
Hardcover mit Schutzumschlag, 144 Seiten, farbig; 19,80 Euro
ISBN: 9783868690996
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Grafisch hui - Erzählerisch pfui! Der sperrige und schwer zugängliche Text mindert das künstlerisch herausragende Artwork
Abbildungen © Cromwell, der dt. Ausgabe Splitter
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Rezensionen

Mit "Die Direktive 'Arca'" liegt nun bei Bunte Dimensionen der Abschlussband zu Acriborea vor.
Soviel vorweggenommen: Wer die Serie bisher mit Begeisterung gelesen
hat, wird sich sicherlich auch nicht das Finale entgehen lassen. Für
alle anderen gilt es auszuloten, ob es sich lohnt, mit Verspätung in
die Serie einzusteigen. Der Inhalt der Story ist komplex und
vielschichtig: Die Erde ist bedroht, und vor fast einem halben
Jahrhundert hat sich die Menschheit dazu entschieden, in einem weit
entfernten Sternensystem mit dem Namen Ruivivar eine Kolonie
aufzubauen - auf dem Planeten Acriborea, der von scheinbar friedfertigen Ureinwohnern besiedelt ist. Inzwischen ist Acriborea um die Facette eines epochalen SF-Kriegscomics à la Starship Troopers erweitert worden, und auch Einflüsse aus dem Superheldengenre sind deutlich zu spüren.
Schade eigentlich. Mit dem vorliegenden zweiten Zyklus von Didier Convards und Jean-Yves Delittes' Tanatos verspielt die Serie aus meiner Sicht den Kredit des ersten Zyklus zu einem erheblichen Teil. Tanatos, ein schurkisches Meistergenie, terrorisiert im frühen 20. Jahrhundert weiterhin Frankreich und halb Europa, nachdem er im ersten Band den Ausbruch des 1. Weltkrieges forcierte. Mithilfe eines übergelaufenen Professors hat er es auf eine Waffe von nie da gewesener Zerstörungskraft abgesehen.
- 04.10.2011
In Teil 2 und 3 der chronologischen Gesamtausgabe von Mike Grells The Warlord spinnt der Autor die Abenteuer des US-Airforce-Piloten Travis Morgan weiter, der sich nach einem Manöver in der Arktis im fantastischen Reich Skartaris wieder findet. Als sagenumwobener Warlord schwingt sich Morgan zum ultimativen Freiheitskämpfer der sich im Inneren der Erde befindlichen Welt auf. Sein Antagonist: der despotische Herrscher Deimos.
Die Piraten sind in Paris eingefallen! Ein Dreimaster gleitet zwischen
den Fassaden des Faubourg Saint-Germain. An Bord und sogar in einer
Spelunke entfesselt Kapitän Scharlach Blitze und heftige Regenschauer.
Alles scheint, als wäre eine von Autor Marcel Schwobs Romanfiguren zum Leben
erweckt worden! Und zwar von Autor David B. und Zeichner
Emmanuel Guibert. Schwob war einer der großen Gelehrten seiner
Zeit. Aber nun wird dieser Marcel Schwob zur Hauptfigur in Kapitän Scharlach.
- 11.06.2010
Bei einer Schatzsuche muss man unweigerlich an Piraten oder eine Insel denken. Nicht so im Fall des neuesten Tramp-Abenteuers. Hier spielt sich die Jagd nach dem heiß begehrtem Edelmetall vor einer exotischen Geschichtskulisse ab.
Des Weiteren heißt der Vater von Cora und Alice nicht Oberst, sondern Munro, nicht nur in der vorlage von Cooper, sondern laut Amazon auch im Comic. Vom Rang her ist er Colonel, was etwa dem Oberst entspricht, aber im Text oben klingt es so als wäre dies sein Name.