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von Benjamin Vogt Montag, 25. Juli 2011

Der japanische Comickünstler Jiro Taniguchi kann mittlerweile auf eine wahre Fülle an Cover Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß 1 Publikationen zurückblicken, von denen in den vergangen Jahren auch recht viele ins Deutsche übersetzt wurden. Jüngst hinzugekommen ist das sich über zwei Bände erstreckende Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß, eine getreue Adaption des Romans der ebenfalls aus Japan stammenden Schriftstellerin Hiromi Kawakami.

Erzählt wird eine zaghafte Liebesgeschichte, eine Erzählung vom Wesen des Menschen und der Schönheit der Natur, wie sie für Taniguchi typisch ist. Deswegen passt er als Zeichner auch perfekt zu diesem Projekt.Im Mittelpunkt steht Tsukiko, eine hübsche Frau Ende 30, die in ihrem Stammlokal durch Zufall auf ihren alten Japanischlehrer Harutsuna Matsumoto trifft. Die zufälligen Begegnungen häufen sich, meist trinken sie einen Sake in der Bar und gehen anschließend wieder getrennte Wege. Und langsam verabreden sich die beiden zu unverbindlichen Dates, auch außerhalb des Lokals, welches durch die gesamte Erzählung hinweg stets der Dreh- und Angelpunkt dieser Beziehung bleiben soll.

Seite aus Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß 1 Der Comic schafft es sehr gut, die fragile Beziehung zwischen der unsicheren Tsukiko und dem wesentlichen älteren und vermeintlich souveränen Exlehrer, den sie nur Sensei nennt, aufzunehmen und sich über viele Kapitel hinweg entfalten zu lassen. Erst spät wird über Liebe gesprochen, ausgelebt wird sie erst recht nicht; die Zeit davor ist von einer gewissen Distanz geprägt, von zaghafter Annäherung ohne Verpflichtungen.

Jiro Taniguchi, der sich nach eigener Angabe sehr eng an die Romanvorlage gehalten hat (leider habe ich Kawakamis Buch nicht gelesen und kann nicht beurteilen, inwieweit sich der Comic dahingehend unterscheidet), lässt zwischen seinen Zeichnungen und dem Leser jedoch keinerlei Distanz aufkommen: Die Emotionen lassen sich den Figuren direkt aus der Mimik ablesen, die detailreichen Hintergründe und unterschiedlichen Perspektiven lassen auch in schwarz-weiß eine stimmige Atmosphäre aufkommen.

Cover Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß 2 Das einzige, was manche Leser an der zweibändigen Geschichte kritisieren könnten, ist der ziemlich langsame Erzählfluss. Die einzelnen Kapitel liest man sehr schnell durch, aufgrund der Gesamtzahl der Seiten (über 430) und der Tatsache, dass sich die Handlung bevorzugt zwischen nur zwei Personen abspielt, die zudem auch noch oftmals die fast identischen erneuten Begegnungen zelebrieren, zieht sich das Ganze selbst für Taniguchi-Verhältnisse ganz schön in die Länge.

Wer ruhige, unaufgeregte Erzählungen mag, wird hier jedoch voll auf seine Kosten kommen. Nur muss man für Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß eben ein bisschen Geduld und Durchhaltevermögen aufbringen.

 

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Wertung: 7 von 10 Punkten

Eine Romanadaption von Taniguchi, die auch aus dessen eigener Feder hätte stammen können

 

Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß
Carlsen Verlag
Text: Hiromi Kawakami
Zeichnungen: Jiro Taniguchi
 

Band 1
Februar 2011
208 Seiten, schwarz-weiß, Softcover

Preis: 14,90 Euro
ISBN: 978-3-551-75447-9

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Band 2:
Juni 2011
232 Seiten, schwarz-weiß, Softcover
Preis: 16 Euro
ISBN: 978-3-551-75448-6

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Abbildungen: © der dt. Ausgabe: Carlsen Comics



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