JoomCategories for JoomGallery

JoomGallery Stats for JoomGallery MVC BETA

  •   1453
Comicgate RSS-Feed Comicgate RSS-Feed

Rezis nach Kategorien

Comicgate-Tweets

Eigenveröffentlichungen

Wir publizieren auch im Print!

Comic-Kalender

März 2014 April 2014 Mai 2014
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30
Neue Veranstaltung einsenden Neue Veranstaltung einsenden
Zum Kalender

Partnerlinks





 



 

Home Rezensionen

von Andreas Völlinger Dienstag, 29. Januar 2013

alt

hartmut7 Mit dem Hartmut ist es ein bisschen wie mit mancher Band: In den frühen 1990ern wurde das sympathische Strichmännchen aus der Feder von Zeichner Haggi als „Schnapsidee“ geboren, kam bei den Lesern diverser Stadtmagazine aber so gut an, dass 1998 ein Sammelband beim Kleinverlag Heinzelmännchen erschien. Danach kam Hartmut beim Comic-Major Carlsen unter, wo zuerst in Heft-, dann in Taschenbuchform zwischen 2000 und 2005 insgesamt neun Hartmut-Ausgaben, teils auch mit längeren Geschichten, erschienen. Hartmut wurde so etwas wie das Verlagsmaskottchen, Merchandise erschien in Form von T-Shirts, Kaffeetassen, einem Kartenspiel, einem Bastelbogen und sogar eines Online-Sammelalbums, ein neuer Hartmut-Strip zierte wöchentlich die Verlagshomepage. Sogar die Bezeichnung „Kultfigur“ fiel öfters mal.

Der Hartmut hatte es geschafft. Doch dann kam der Absturz: der jahrelange Drogenmissbrauch hatte seine Spu... – na ja, nicht ganz. Offenbar entschied man bei Carlsen (vermutlich nach einem strengen Blick auf die Verkaufszahlen), dass Hartmuts Zeit im Großverlag abgelaufen war und Haggis Schöpfung wurde wieder „Indie“ und kam bei Gringo Comics unter. Dort sind seit 2008 bereits sechs Hefte mit Hartmut-Strips herausgekommen; online erscheinen die Abenteuer des Orthografie-Verbiegers nach einem Zwischenspiel bei mycomics.de nun monatlich im Gringo-Verlagsblog. Mit dem vorliegenden siebten Hartmut-Band ist man vom Heft mit 32 Seiten zu einem kleineren, handlichen Softcover-Format mit 56 Seiten gewechselt, was den Comics gut und besser im Regal steht.

Inhaltlich geändert hat sich in all den Jahren aber nichts: Im Strichmännchen-Look nimmt Hartmut aus seiner scheinbar kindlich-naiven Perspektive noch immer Alltagssituationen und Popkultur-Phänomene auseinander und kommentiert deren Abstrusität in einer wunderbar falschen Rechtschreibung. Der Umstand, dass das Kindliche, Simple und Falsche hier augenzwinkernd und sehr gekonnt zum Stilmittel erhoben wird, ist nach wie vor entwaffnend charmant und macht den Großteil des Reizes dieses Comics aus. Der andere Teil entsteht durch das Skurrile, das Haggi im Alltagsleben, der Medienwelt und unserer Kultur findet: Unter anderem begegnet Hartmut Vampiren, erklärt den Turmbau zu Babel und geht mit seiner klamottensüchtigen „Tannte“ einkaufen. Neben ein paar humoristischen Perlen und ein paar eher durchschnittlichen Strips, die nicht so richtig zünden, fallen die meisten von Hartmuts Erlebnissen in die Kategorie „nette Schmunzler“ und entfalten ihre Wirkung am besten in kleinen Lektüre-Dosen. 56 Seiten im Hartmut-Stil am Stück zu lesen, könnte des Guten nämlich zu viel sein und ist wohl eher etwas für eingefleischte Fans.

Dass Haggi zeichnerisch natürlich viel mehr drauf hat, beweist – neben zahlreichen anderen Comics aus den letzten zwei Jahrzehnten – übrigens der Strip auf der letzten Seite, eine gelungene Calvin & Hobbes-Hommage.

ANZEIGE

 

Wertung: 7 von 10 Punkten

Funktioniert auch im neuen Format mit bewährter Orthografiefeindlichkeit und dem altbekannt-charmanten Strichmännchenlook

 

Der Hartmut macht was iem gefellt
Gringo Comics, 2012
Text & Zeichnungen: Haggi
58 Seiten, schwarz-weiß, Softcover
Preis: 7,90 Euro
ISBN: 978-3-940047-79-3

Jetzt bei amazon.de anschauen und bestellen!

Abbildungen © Gringo Comics und Hartmut Klotzbücher



Kommentare (0)Add Comment

Kommentar schreiben
kleiner | groesser

security code
Bitte den folgenden Code eintragen


busy

Ähnliche Artikel

  • University Freaks
    Lange bevor der in Südkorea geborene Künstler Frank Cho für den US-Markt Superheldencomics (u.a. Spider-Man, New Avengers) und leichtbekleidete Amazonen illustrierte (Red Sonja, Shanna, Jungle Girl) war er eigentlich ein veritabler Komiker. Seine Karriere startete im College, wo er den Beruf des Krankenpflegers erlernen wollte. Nebenbei zeichnete er den Comicstrip University Freaks, welcher bald darauf regelmäßig in der Studentenzeitung abgedruckt wurde und großen Anklang fand. - 11.06.2011
  • Ekhö - Spiegelwelt 1: New York

    Woher nimmt der Mann nur seine Zeit? Christophe Arleston hat doch eigentlich mit seiner ausufernden Saga um Troy alle Federn voll zu tun. Neben seinen Hauptwerken um Lanfeust, seine Freunde und die befellten Trolle hat er in diversen Miniserien und One-Shots die Welt von Troy erheblich angereichert und Stories erzählen können, die nicht zu Lanfeust gepasst hätten. Und nun startet mit Ekhö sogar noch eine weitere Serie.

    - 20.03.2014
  • Troll 1

    Vor Jahren versuchte sich der (alte) Splitter-Verlag bereits an der tollen Albenserie Troll der Szenaristen Jean David Morvan (Sillage, Spirou und Fantasio) und Joann Sfar (Die Katze des Rabbiners, Klezmer) sowie des Zeichners Olivier Boiscommun (Das Buch von Jack, Pietrolino). Für mehr als zwei Ausgaben reichte es allerdings zur damaligen Zeit nicht.

    - 06.07.2013
  • Love as a Foreign Language 1
    teaser_lasfl1Der Eidalon-Verlag hat vor kurzem sein Programm aufgesplittet - Manga für das jüngere Publikum erscheinen weiterhin dort, während die "anspruchsvolleren" Comics wie Queen & Country oder Courtney Crumrin nun durch das Unterlabel Modern Tales verlegt werden. Und obwohl Love as a Foreign Language vom Zeichenstil asiatisch angehaucht ist, hat es durchaus seine Berechtigung, dass er bei den modernen Geschichten erscheint - man darf sich nämlich nicht von dem kitschigen Titel der Serie täuschen lassen. - 12.09.2006
  • Lenore 1: Noogies
     Seine erste Lenore-Geschichte zeichnete Roman Dirge bereits im Jahr 1992, der vorliegende Sammelband erschien 1999 in den USA. Weitere zehn Jahre später liegen die Comics vom "süßen kleinen toten Mädchen" auch auf Deutsch vor. Dies besorgt der kleine Verlag UBooks, der unkonventionelle Literatur verlegt, u.a. auch Vampir-Romane, Gothic-Bildbände und die norwegische Comicserie Nemi. - 15.07.2009