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von Frauke Freitag, 02. Dezember 2005
Die Ermittler finden schnell heraus, dass die Insekten eine symbolische Bedeutung haben. Und auch eine zur Aufklärung gern gesehene Gemeinsamkeit der Opfer kristallisiert sich heraus. Dies alles führt die Gruppe unerwarteterweise in klerikale Kreise.
Doch das ist nur die vordergründige Geschichte. Weitaus interessanter ist, dass Yasmines Vater einem Geheimbund anzugehören scheint, der in die Morde verstrickt ist... Und er ahnt eine Gefahr für seine Tochter, denn er hält sich nicht mehr an die Regeln dieser Gesellschaft. Wie ernst es wird, merkt Yasmine, als sie im Haus der eigenen Familie angegriffen wird und nur durch eine zunächst unbekannte dritte Person ihr Leben behält.
Immer mehr vermischen sich Berufs- und Privatleben. Yasmine verliert zunehmend die Kontrolle und sie kann nur noch hilflos zuschauen, wie ihr Fundament aus scheinbar sicheren Fixpunkten in ihrem Leben auseinanderbröselt.
Dies alles hört sich vermutlich einigermaßen spannend an - ist es aber leider nicht wirklich. Die interessante Grundidee, über den Serienmörderplot eine geheimnisvolle Familiengeschichte drüberzulegen, bei der Vater und Tochter zuerst anscheinend auf verschiedenen Seiten stehen, geht völlig unter in dem Chaos dieses Bandes. Die Geschichte drängt nach vorne, hat aber viel zu viele Handlungslücken, die mich mehr als einmal daran zweifeln ließen, dass ich hier wirklich den ersten Band einer Serie lese. Gerade bei einer Serienmörderjagd, wie sie hier auf den ersten Anschein im Mittelpunkt steht, sollten die Schlüsse, die die Protagonisten ziehen, zumindest einigermaßen nachvollziehbar sein. Hier geht alles hopplahopp, und man fühlt sich als Leser irgendwo zwischen überrumpelt bis bevormundet.
Ich weiß nicht, was der Autor Thierry Robberecht noch alles vorhat, dass er es in Die Fliegen so eilig hat, aber die Handlung hätte man guten Gewissens auf zwei Bände aufteilen und mit mehr Hintergrund erzählen können.
Bei der deutschen Bearbeitung liegt einiges im Argen. Die Schriftart des Letterings ist meiner Meinung nach nicht so geschickt gewählt und die Rechtschreibfehler springen einem ins Auge. Die Übersetzung kommt an manchen Stellen recht verkrampft rüber und liefert eindeutig zu viele Ausrufezeichen mit.
Ich wünsche der Serie, dass der 2. Band nahbarer wirkt und sein Tempo etwas zügelt, damit wir hinterkommen. Der Ansatz ist an sich gut und spannend, wenn nicht... ja, es gibt viele wenns. Hoffen wir auf das Beste. Es wäre schade, wenn ein so schönes Artwork und eine vielversprechende, geheimnisvolle Idee weiterhin untergehen würde in einem Wust von hektischen, unverständlichen Vorkommnissen wie hier geschehen. Und etwas mehr Sorgfalt bei der Übersetzung und dem Lektorat würde dem Eindruck des 2. Bandes sicherlich auch gut tun.
Übrigens sei der sensible Leser gewarnt: in Der Feind 1 gibt es sowohl Nackt- als auch Leichendarstellungen.
Der Feind 1 - Die Fliegen
Epsilon Verlag
Text: Thierry Robberecht
Zeichnungen: Alberto Pagliaro
Farben: Cosimo Lorenzo Pancini
48 Seiten, farbig, Softcover; 10,- Euro
ISBN: 3937898166

Bildquelle: Epsilon Verlag
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Erik ist ein deutschsprachiger Künstler, der vielen vielleicht bereits bekannt ist durch seine Zeitreise-Historien-Epos Deae Ex Machina, das er ursprünglich als Webcomic gestartet hat (und auch bis heute weiterführt), das aber seit geraumer Zeit ebenso fester Bestandteil des Magazins Comix ist, wo die Geschichte als Fortsetzungscomic erstmals in gedruckter Form erscheint. Neben diesem bereits beeindruckenden Mammutprojekt (für mich regelmäßig das Highlight des Comix-Magazins), legte der fleißige Saarländer unlängst sein erstes richtiges Comicalbum bei Epsilon vor.