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von Jons Marek Schiemann Montag, 21. Juni 2010


 Die Suche nach den machtverleihenden Knochen des toten Zauberers Yarlig geht weiter. Konsequent wird dabei die Mischung aus den Filmen Der Herr der Ringe und vor allem Zwei glorreiche Halunken fortgesetzt. Diesmal liegt der Schwerpunkt eindeutig auf dem klassischen Italowestern. Ganze Szenen und Dialogsequenzen werden eins zu eins übernommen.

So zum Beispiel bei der Begegnung der Halbelfe Laam mit ihrem Bruder oder der Verhörszene im Gefangenenlager. Auch die Soldaten tragen nun Südstaatenuniformen aus dem amerikanischen Bürgerkrieg. Der Zwerg Sadwin rutscht in die Rolle von Lee van Cleef und die Halbelfin Laam übernimmt gleichzeitig Clint Eastwoods Rolle und die von Eli Wallach. Action, Witz und satirische Seitenhiebe (vor allem auf das Gesundheitswesen) machen weiterhin die Serie aus, wenngleich der Witz etwas zurückgeschraubt wird.

 Was den Band aber weiterhin spannend macht, sind die wechselnden Konstellationen der Schatzsucher. Vor allem strotzt er vor guten Ideen wie zum Beispiel dem originellen Umgang mit dem alten Mythos der Sirenen. Witzig ist die unerwartete Verwendung der Elfengöttin: fett geworden von den ganzen Opfergaben muss sie nun entschlacken und sitzt Zigarre rauchend in der Badewanne. Was für ein herrlicher Gegensatz zu den ätherischen Elfen aus Herr der Ringe.  Auch werden immer mehr Hintergründe zu den einzelnen Charakteren geliefert. Vor allem zu Laam, die dem Leser in diesem Band etwas sympathischer wird. Der Oger Frozen gerät etwas aus dem Fokus, aber da er nicht mehr depressiv ist, ist er auch nur noch halb so lustig. Der Zwerg wird immer böser, liefert aber auch den besten One-Liner des Bandes, der hier nicht verraten werden soll. Absynthe, die im ersten Band eher als Anhängsel wirkte, bekommt eine größere Rolle. Wenngleich insgesamt gesehen die Story nicht so richtig voran kommt, ist sie doch sehr spannend und unterhaltsam zu lesen, da sich die Charaktere beginnen zu ändern.

Die Kolorierung von Stambecco ist hervorragend. Besonders bei der Traumsequenz mit der Elfengöttin kommt das zur Geltung. Ein und dieselbe Farbe in Abstufungen so zu verwenden, dass sie nicht verschwimmt, ist einfach klasse. Bei den Gesichtszeichnungen von Francois Gomes kann man manchmal leichte Mangaeinflüsse erkennen, die nicht so ganz passen wollen. Aber dennoch wird die hohe Qualität des ersten Bandes beibehalten. Man achte auch auf die vielen kleinen Details!


Das Reich Sienn 2 - Ein Hauch von Absynthe
Splitter Verlag, Mai 2010
Text: Jean-Luc Istin, Nicolas Pona
Zeichnungen: Francois Gomes
Hardcover, 56 Seiten, farbig; 13,80 Euro
ISBN: 978-3-86869-095-8


Gut

Ein spannendes, humorvolles Album mit einer funktionierenden Mischung aus Herr der Ringe und Zwei glorreiche Halunken.

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Abbildungen © Splitter Verlag




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