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26.05.2012 - 27.05.2012
(Messe/Festival) - Berlin: Graphic Novel – ein politischer Resonanzraum
03.06.2012
(Vortrag/Diskussion)
von Benjamin Vogt Freitag, 07. August 2009
Gut zwei Jahrzehnte später liegt eine junge Frau mit ausgestreckten Armen und Beinen auf dem Boden ihrer Wohnung. In melancholischer Stimmung grübelt sie über ihr Leben nach und darüber, warum ihre Mutter sie so früh verlassen hat. Zur gleichen Zeit bereitet sich eine alte Dame auf die nahenden Regenmassen vor, von denen in den Nachrichten nur als das sprichwörtliche „Ende der Welt“ die Rede ist.
Im Haus des Vaters der jungen Frau treffen die Protagonisten schon bald aufeinander, die eine erscheint dort, um nach der Katze des im Krankenhaus liegenden Vaters zu sehen, die andere sucht Zuflucht vor dem heftigen Unwetter. Es beginnt eine geheimnisumwitterte Begegnung, in deren Verlauf die alte Dame, die, nebenbei gesagt, mit Katzen sprechen kann, ihre Gastgeberin in ein ehemals verbotenes Zimmer des Hauses führt. Während das Ende der Welt hereinbricht, begibt sich die junge Frau auf eine Reise zwischen Traum und Realität …
Mit dick schwarzen Kreidestrichen fängt Illustrator Tom
Tirabosco die durchgängige düstere, bedrohliche Stimmung ein. Die ständige
Präsenz des Platzregens und der Überschwemmung wirkt durch diese grafische Ausdrucksweise
zusätzlich beklemmend und erst aufs Ende zu wird diese Stilistik durch surreale
und traumwandlerische Sequenzen aufgebrochen. Zentral ist hier die Gefühlswelt
der jungen Frau, die offenbar von Selbstzweifeln geplagt und mit ihrem Leben
wenig zufrieden ist, sei es nun ihre Beziehung, ihr Aussehen oder das Verhältnis
zu ihren Eltern betreffend.
Pierre Wazems Erzählung basiert einerseits auf der Möglichkeit der recht freien Interpretation, aber andererseits auch auf den mysteriösen Momenten, die durch die redselige Katze, die in Rätseln sprechende alte Dame oder das mysteriöse Zimmer verkörpert werden. Entsprechend wird einem der Hintergrund der Anfangssequenz auch nicht sofort deutlich vor Augen geführt und deren Sinn ergibt sich erst im weiteren Verlauf der Geschichte.
Sehr eindrucksvoll ist auch die intensive Bildsprache des
Bandes. Oft kommt diese völlig ohne Worte aus und wirkt allein durch das
Einfangen passender emotionaler Momente oder Eindrücke des sintflutartigen Wetters.
Zudem arbeitet der Comic mit vielen Symbolen, die sich öfter wiederholen und
ihre Bedeutung erst nach und nach entfalten. Spätestens wenn sich Traum und
Realität vom Leser vollends nicht mehr klar trennen lassen, lassen sich diverse
Symbole zuordnen und Verknüpfungen erkennen.
Tirabosco und Wazem gelang mit Das Ende der Welt ein märchenhaftes Comicalbum, das seine Stärke aus der atmosphärischen Dichte bezieht. Es ist ein melancholisches Werk, das mit seiner tiefen schwarz-blauen Kolorierung unaufgeregt, aber enorm einprägsam auf den Leser einwirkt.
Das Ende der Welt
Avant-Verlag, Juni 2009
120 Seiten; Softcover; 17,95 Euro
Text: Pierre Wazem
Zeichnungen: Tom Tirabosco
ISBN: 978-3-939080-39-8
Abbildungen: © Avant-Verlag















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1937 herrscht in Spanien
Bürgerkrieg. Zahlreiche Freiwillige schließen sich ohne militärische Ausbildung
den Republikanern an und bilden kleinere Einheiten, die sich dem Faschismus im
Lande entgegenstellen. Quintos ist die Geschichte einer solchen Gruppierung,
die sich aus Männern und Frauen unterschiedlichster Nationalitäten
zusammensetzt.
- 27.06.2010
Als der junge Spanier Jaime nach der Trennung von seiner Freundin den Entschluss fasst, alles hinter sich zu lassen und mit seinem Hund Tobias auf einen Road Trip mit ungewissem Ziel zu gehen, wird auch sein (Lebens-)Weg von einer Reihe unerwarteter Wendungen bestimmt, die jedoch größtenteils negative Folgen haben.
Will Eisner – kann man ihn unvoreingenommen lesen, ohne gleich von seinem vorauseilenden Ruf in der Comicszene erschlagen zu werden? Dürfte man sich als Comicrezensent überhaupt herausnehmen, diesen „wichtigsten Zeichner Amerikas" (F.A.Z.) zu kritisieren? Ich habe versucht, den ersten Band der „Will Eisner Bibliothek" im Carlsen Verlag, Ein Vertrag mit Gott – Mietshausgeschichten so zu lesen, wie es ein unbescholtener Textbücher-Leser tun würde, dem plötzlich dieser voluminöse Band in die Hände fällt – und war schlichtweg begeistert!
- 25.10.2010
Eigentlich sollte es nur eine Fingerübung sein, kleine Comic-Episoden
für das private Skizzenbuch. Der kanadische Comic-Künstler Seth (Eigentlich ist das Leben schön)
kreierte hierfür die Figur des Wimbledon Green, eines sehr beleibten,
verschrobenen und exzentrischen Comicsammlers. Und bald fand er an
jenen Versuchen so viel Gefallen, dass er beschloss, mehr daraus zu
machen und sie gesammelt als Buch zu veröffentlichen.
- 28.09.2009
Ein über 200 Seiten starkes Werk über Ballett stellt man sich im ersten Moment nicht unbedingt spannend vor. Zumindest geht es mir so, der mit der Thematik so rein gar nichts verbindet. Auf den zweiten Blick mag einem der Name des verantwortlichen Künstlers, Bastien Vivès, einen Hinweis darauf geben, dem Comic doch eine Chance zu geben.