JoomGallery Stats for JoomGallery MVC BETA

  •   1287
Comicgate RSS-Feed Comicgate RSS-Feed

Comicgate-Tweets

Eigenveröffentlichungen

Wir publizieren auch im Print!

Comic-Kalender

April 2012 Mai 2012 Juni 2012
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31
Neue Veranstaltung einsenden Neue Veranstaltung einsenden
Zum Kalender

Partnerlinks





 



 

von Thomas Kögel Donnerstag, 08. März 2007

 Für diese Miniserie hat Marvel-Chefredakteur Joe Quesada selbst zu Stift und Papier gegriffen und die Story sowohl geschrieben als auch gezeichnet. Offenbar hat er dabei den Zeitaufwand gewaltig unterschätzt, denn die Erscheinungsweise der Einzelhefte in den USA war katastrophal: zweieinhalb Jahre lagen zwischen dem ersten und dem sechsten Heft, was man wahlweise peinlich, lustig oder unprofessionell finden kann.Dem deutschsprachigen Leser kann das egal sein, er bekommt die Geschichte in einem Rutsch, gesammelt im Paperback 100% Marvel 25. (Anmerkung: der Rezensent hat die US-Originalhefte gelesen, allerdings auch in einem Rutsch).

Quesada erzählt eine relativ klassische Daredevil-Geschichte, die ihren Ausgang wie so oft in einem Fall nimmt, den der Anwalt Matt Murdock übernimmt, und die mal wieder davon erzählt, wie und warum dessen Alter Ego Daredevil sein Viertel Hell's Kitchen vor dem Verbrechen schützen muss. Diesmal hat es Daredevil mit einem Serienkiller zu tun, außerdem wird er von einem bisher unbekannten Superheldenteam namens Santerians belästigt.

Quesada hat diesen Comic seinem Vater gewidmet und so spielt auch das Thema Vater-Sohn-Beziehung eine wichtige Rolle in der Geschichte. Wenn Superheldencomics versuchen, tiefsinnig und bedeutsam zu werden, bieten sie am Ende meistens doch nur oberflächliche Küchenpsychologie, und so ist es auch hier. Quesadas Rückblenden, wenn sich Daredevil an seine Anfänge, seinen Vater und an den Unfall erinnert, der ihn zum Superhelden machte, wirken aufgesetzt und beginnen ziemlich schnell zu nerven. Vor allem, weil Quesada dazu immer wieder die exakt gleichen Bilder benutzt, die ständig wiederholt werden, bis man sie kaum noch sehen mag.

 Daredevil: Father ist eine solide Superheldengeschichte, die durchaus lesbar und spannend ist, die den Leser zwischendurch auf falsche Fährten lockt und eine halbwegs überraschende Auflösung bietet. Sein großes Vorbild Frank Miller, dem Quesada hier sichtlich nacheifert, kann er allerdings nicht erreichen, weder zeichnerisch noch erzählerisch. Die Story liest sich nicht wie aus einem Guss; hier merkt man eben doch, dass es viele Pausen in der Produktion der Serie gab. Die eingeflochtene Nebenhandlung mit dem jugendlichen Heldenteam Santerians ist völlig überflüssig, trägt nichts relevantes zur Geschichte bei und dient einzig dazu, die Serie künstlich aufzublasen und ihr ein paar zünftige Actionszenen zu verpassen.

Und Quesadas Zeichnungen waren auch schon mal besser. Hier neigt er gerne zu grotesk verzerrten Perspektiven, Gesichtsausdrücken und Körperproportionen. Normalerweise kein Problem in einem Superheldencomic, aber eher unpassend, wenn man versucht, eine möglichst realistische, urbane "Down-to-earth"-Atmosphäre zu kreieren.

Die selbstgesteckten Ambitionen, eine sehr persönliche und bedeutsame Daredevil-Story zu erzählen, erreicht Joe Quesada hier nicht. Man verpasst nicht viel, wenn man Father nicht liest. Daredevil-Fans sind mit der laufenden Ongoing-Serie viel besser bedient: Dort liefern die Kreativteams (Bendis/Maleev und deren Nachfolger Brubaker/Lark) spannende und intelligente Noir-Krimis. Und die erscheinen auch noch pünktlich.


100% Marvel 25: Daredevil: Father
Panini Comics/Marvel Deutschland; Februar 2007
Text und Zeichnungen Joe Quesada
Tusche: Danny Miki
Farben: Richard Isanove
172 Seiten; 16,95 Euro

Mittelmäßige Unterhaltung


a1

US-Ausgabe:
Daredevil: Father
Marvel Comics
192 Seiten; Hardcover; 24,99 US-$


a2

Bildquellen: paninicomics.de, www.milehighcomics.com/firstlook/marvel/ddfather/


Trackback(0)
Kommentare (0)Add Comment

Kommentar schreiben
kleiner | groesser

security code
Bitte den folgenden Code eintragen


busy

Ähnliche Artikel

  • Batman 16
    "Unkraut jäten" ist das nicht, eher Unkraut modernisieren. Haben in den Ausgaben davor die alten Batschurken, Joker und Scarecrow zum Beispiel, einen neuen, modernen Anstrich bekommen, ist jetzt Poison Ivy dran. - 28.05.2006
  • Red

    altPassend zum Kinostart des Blockbusters mit Bruce Willis, Morgan Freeman, John Malkovich und Helen Mirren kam Red vom britischen Starautoren Warren Ellis (Planetary, Global Frequency, Freak Angels) auch auf Deutsch heraus. Abgesehen von der Grundidee und der Ausgangslage hat der Film aber nicht mehr viel mit der Comicvorlage gemeinsam. Ist der Film eher komödiantisch orientiert, ist die Comicvorlage sehr actionreich, blutig und zynisch.

    - 10.12.2010
  • Marvel Zombies Collection
     Wenn sich im Weltall zwei Superhelden, der eine ohne Beine und der andere ohne Schädeldecke, über die Gesangskünste des ersteren unterhalten, dann befindet man sich mit großer Sicherheit im Marvel-Universum. Dann muss man schon ein echter Marvel-Zombie sein, ein bekennender Fan des Hauses der Ideen, um den entsprechenden Comic nicht aus der Hand zu legen. Doch wenn man mit diesen Helden genauso vertraut ist, wie Autor Robert Kirkman (The Walking Dead), dann wird man sich nicht nur über den Sammelband Marvel Zombies Collection freuen, sondern den parodistischen Zombies sein Herz schenken, und dazu seine Gedärme, sein Hirn und seine abgetrennten Gliedmaßen. - 09.02.2010
  • Batman: Schwarz-Weiß Collection 1
     Viel macht das Cover nicht her. Unter dem Titel der Batman: Schwarz-Weiß Collection, die diese Tage bei Panini erschienen ist, steht Gothams Crime-Fighter-Nummer 1 einfach nur da. Er blickt ruhig und ernst. Die in diesem Band versammelten Kurzgeschichten sind aber alles andere als das. Das wilde Spiel ohne Farbe hat begonnen. Der Dunkle Ritter wandelt auf ungewohnten Wegen. - 01.03.2008
  • Der unheimliche Kakerlak

    altDie Macher dieses Undergroundcomics dürften manchen Lesern vielleicht von der Internetseite myComics bekannt sein. Auch in der zugehörigen gedruckten Comicanthologie waren Steff Murschetz und Elbe-Billy mit einigen Geschichten vertreten, und diese gehörten mit zu den besten in dem Band. Beide sind jedenfalls recht rührig in der Undergroundszene unterwegs. Der unheimliche Kakerlak fristete sein Schabendasein bislang im Internet und nahm an einem Wettbewerb teil, wo er den Publikumspreis gewinnen konnte. Jetzt liegt zum ersten Mal auch ein gedruckter Comic mit diesem ungewöhnlichen, nunja, Helden vor.

    - 18.01.2011