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(Vortrag/Diskussion)
von Jons Marek Schiemann Dienstag, 19. Januar 2010
Murdocks Frau ist in einer Nervenheilanstalt und Matt Murdock kommt mit der Trennung gar nicht zurecht. Seine überentwickelten Sinne nehmen Spuren seiner Frau überall wahr. Während seine Freunde und Verbündeten vergeblich versuchen, ihn wieder auf die Spur zu bringen, versinkt Murdock in Selbstmitleid und lässt seine Frustration mit brutaler Gewalt an den Kriminellen seines Viertels aus. Auch die Begegnung mit Black Tarantula kann ihn nicht ablenken. Erst nachdem er wieder einen Fall als Anwalt übernimmt, gewinnt er sein Selbstvertrauen zurück. Aber der Fall eines Schwerverbrechers, der in der Todeszelle sitzt für ein Verbrechen, das er zwar nicht begangen, aber gestanden hat, bringt auch Matt Murdocks Freunde in Lebensgefahr.
Der Band versammelt die US-Ausgaben Daredevil (Vol.2) 106-110 und den One-Shot Daredevil: Blood of the Tarantula in einem harmonischen Ganzen. Das Heft Nummer 106 ("Sympathy for the Devil")schildert Daredevil in seinem inneren Kampf, der erst ab Heft Nummer 107 mit der Storyline "Cruel and Unusual" (Nummer 107-110) richtig losgeht. Der One-Shot fügt sich harmonisch in das Thema ein. Somit liest sich der ganze Band wie aus einem Guss und ist nicht nur für die Stammleser der Reihe interessant, sondern auch für Neueinsteiger absolut verständlich (auch wenn man für die Einordnungen mancher Figuren etwas länger brauchen könnte, aber das stört den Lesefluss nicht).
Daredevil war schon öfter psychisch und physisch ganz unten, man erinnere sich
nur an die hervorragenden Geschichten von Frank Miller. Der Verdienst
von Ed Brubaker liegt aber darin, die Gründe für die Depression auf ein normales Level zurückholen, so dass sich jeder mit den
psychischen Leiden Daredevils bzw. Murdocks identifizieren kann. Bravo. Auch die
anderen Handlungsstränge sind nicht dramaturgisch übertrieben,
sondern sehr glaubhaft und down to earth. Da scheint der
künstlerische Hintergrund von Brubaker mit seinen Serien Sleeper
und vor allem Criminal durch.
Auch sein "Gast"-und Costar Greg Rucka ist als Autor nicht nur im Superheldengenre tätig, sondern hat mit der Whiteout-Reihe eine hervorragende Krimiserie geschaffen. Damit treffen sich hier zwei Superstars des Comickrimis, was sich positiv auswirkt. Natürlich geht es um Superhelden und deren Probleme, aber durch die ganze Gestaltungsweise bleibt es glaubhaft wie zum Beispiel in der Episode mit Black Tarantula. Man merkt dem Band an, dass Brubaker und Rucka gerne und viel Kriminalgeschichten schreiben. Das tut dem Band gut und macht ihn auf jeder Seite spannend zu lesen. Besonders die Parallelmontage gegen Ende, in der Daredevil in eine Falle läuft, während eine seiner Verbündeten mit dem Tode ringt, ist meisterhaft gestaltet. Die Farbgebung von Matt Hollingsworth bestärkt den Eindruck der Bodenhaftung. Die Farben sind sehr gedeckt und dunkel gehalten und versetzen den Leser in einen Film Noir.
Daredevil: Hart, aber ungerecht
Panini Comics, November 2009
Text: Ed Brubaker, Greg Rucka, Ande Parks
Zeichnungen: Michael Lark, Stefano Gaudiano, Paul Azaceta, Chris Samnee
Softcover, farbig; Euro: 16,95
ISBN: 4197723216958
















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Die Vorgeschichte zu Holy Terror dürfte weitgehend bekannt sein. Frank Miller entscheidet irgendwann nach dem 11. September 2001 (der ihn offensichtlich stark bewegte, wie z.B. die klar an 9/11 angelehnte Doppelseite in The Dark Knight Strikes Again zeigte), dass er einen Comic machen möchte, in dem Batman Herrn Bin Laden so richtig schön aufs Maul haut. So wie das Captain America im Zweiten Weltkrieg mit Adolf Hitler gemacht hat. Dann wurde es still um das Projekt. Man vermutete, es wäre inzwischen begraben, nur um dann zu erfahren, dass es immer noch lebt. Aber nun ohne Batman, da Miller meint, mit der Figur des Batman nicht so weit gehen zu können, wie es für diesen Comic nötig wäre. Und nun, etwas zu spät für den 10. Jahrestag der Attentate vom 11. September und einige Monate nach dem Ableben Osama Bin Ladens, ist Holy Terror bei Legendary Comics erschienen.
Queen & Country spielt im Geheimdienstmilieu. Es ist aber kein James-Bond-Verschnitt, sondern zieht seinen Reiz gerade aus dem Gegenteil davon. Keine Hochglanz-Szenarien und keine technischen Gimmicks; stattdessen desillusionierte Spione, die oftmals in moralischen Zwickmühlen stecken und Figuren auf dem Schachbrett der internationalen Politik sind.
Neil Gaiman ist ein hervorragender Geschichtenerzähler. Mit »1602 - Die neue Welt« tritt Greg Pak nun in seine Fußstapfen. Die neue farbenfrohe Miniserie von Marvel verpufft jedoch. Was da Siedler, Superhelden und Dinos im frühneuzeitlichen Roanoke so treiben, lässt den Leser kalt.
Im Top-Cow-Universum exisitieren seit jeher die
jeweils aktuellen
Inkarnationen der Angelus und der Darkness. Sie repräsentieren Licht
und
Finsternis und sind damit seit Urzeiten natürliche Widersacher.
Dazwischen sorgt die Witchblade als drittes Artefakt im Bunde für das
kosmische
Gleichgewicht der beiden erstgennanten. Dass es mit eben jenen
mysteriösen
Artefakten mehr auf sich hat als der Leser bislang vermuten konnte,
davon
erzählt das Event Broken Trinity.
- 31.05.2010