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von Thomas Kögel Donnerstag, 28. Februar 2008
Autor René Roggmann und Zeichner Olli Ferreira (manchmal könnte es auch umgekehrt sein) stellen vor allem die Figur des Daniel in den Mittelpunkt ihrer Kurzcomics (meist sind es One-Pager), die sie schon seit einigen Jahren produzieren, aber noch nie veröffentlicht haben. Daniel gehört zu den Auskennern, er liest die richtigen Magazine und weiß Bescheid. Er ist aber auch ein fürchterlich unentspannter Typ, der vor lauter Stilwillen komplett verkrampft. Muss man diese Platte nicht schon längst haben, darf man jene Band noch gut finden, was ist cool, was ist uncool, und vor allem: bin ich selber cool? Und ist das alles überhaupt noch "indie"? An Oleg dagegen prallen diese Fragen ab, sie könnten ihm egaler nicht sein. Mehr noch, Oleg hat ein paar feine spitze Nadeln im Repertoire, mit dem er Daniels aufgeblasene Coolness-Luftballons immer wieder aufs schönste zum Platzen bringt.
Lebensnah ist Daniel & Oleg auch wegen der Dialoge. Die Figuren sprechen wie echte Menschen, was viel schwieriger hinzukriegen ist, als es sich anhört. Und da dieser Comic sehr wortlastig ist, muss man auch das feine, sehr stylishe Handlettering erwähnen. Zeichnerisch beschränkt sich Olli Ferreira aufs Wesentliche, seine Bilder erscheinen auf den ersten Blick extrem simpel und reduziert. Wer aber genau hinsieht, erkennt filigrane Feinheiten und die Fähigkeit, mit wenigen Strichen viel auszudrücken.
Eigentlich müsste Daniel & Oleg längst als regulärer Comic in einem Magazin wie Spex oder Intro laufen. Aber für Daniel wäre das vermutlich der totale Sell-Out. Zum Glück gibt es das kleine, comic-affine Fanzine Jackpot Baby!, das inzwischen vor allem online aktiv ist. Extra für diesen Comic entstand das erfreulichste Joint Venture seit langem: Gemeinsam sorgen der Zwerchfell Verlag und Jackpot Baby! dafür, dass ein Comic gedruckt wird, der bis dato nur ein paar Insidern in Form von herumgereichten Fotokopien bekannt war.
Daniel & Oleg: Du weisst, ich weiss
Zwerchfell/Jackpot Baby!, Dezember 2007
Text und Zeichnungen: René Roggman und Olli Ferreira
Softcover; schwarz-weiß; 64 Seiten; 10,- Euro
ISBN: 978-3-928387-82-8
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Annies Leben sieht ganz schön beschissen aus. Ihre Mutter ist tot, ihr Vater irgendwo auf Reisen und ihre große Schwester ein fieses Biest der Extraklasse. Gelebt wird in einem Trailer, was die Sache nicht eben besser macht. Auf so engem Raum ist Rückzug beinahe unmöglich. Hausherr Großpapa versucht mit Ruhe und Geduld die zerrissenen Geschwister daran zu hindern, sich gegenseitig zu zerfleischen. So sollte die Welt eines kleinen Mädchens nicht aussehen.
Nach seinem Erfolg mit
Nachdem Band 1 und 2 der Indie-Krimiserie um einen mit ganz speziellen Geschmacksfähigkeiten "gesegneten" Sonderermittler der US-Lebensmittelaufsicht FDA so rundum überzeugen konnten, machten sich vor Band 3 leichte Zweifel beim Rezensenten bemerkbar. Würde Autor John Layman das hohe Erzählniveau halten können, das er für die ersten Folgen etabliert hatte? Würde die Geschichte nach dem (gefühlten) vorläufigen Höhepunkt auf der Südseeinsel Yamapalü in Band 2 merklich an Fahrt verlieren? Könnte bereits der Zeitpunkt erreicht sein, an dem das Konzept langweilig wird?