JoomGallery Stats for JoomGallery MVC BETA

  •   1287
Comicgate RSS-Feed Comicgate RSS-Feed

Comicgate-Tweets

Eigenveröffentlichungen

Wir publizieren auch im Print!

Comic-Kalender

April 2012 Mai 2012 Juni 2012
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31
Neue Veranstaltung einsenden Neue Veranstaltung einsenden
Zum Kalender

Partnerlinks





 



 

von Thomas Kögel Dienstag, 27. Dezember 2005

Daisy Kutter ist gelangweilt. Früher war sie eine gefürchtete Wildwest-Verbrecherin wie Calamity Jane, jetzt lebt sie als Besitzerin eines kleinen Ladens- Legal, aber öde. Wenigstens gibt's ab und zu eine Partie Poker im Saloon - und Daisy ist eine hervorragende Zockerin. Als ein zwielichtiger Unternehmer Daisy anheuern will, damit sie seine eigene Eisenbahn überfällt, gerät sie in Gewissensnöte...

"The Last Train" hat viele Elemente von klassischen Westerngeschichten: Pferde, Schießeisen, Saloons und Sheriffs, auch ein Tumbleweed darf mal durchs Bild kullern. Das ganze wird allerdings dadurch gebrochen und ergänzt, dass es in dieser Westernwelt auch Roboter gibt. Diese ähneln den Blechbüchsenjungs aus "Futurama" und üben verschiedene Jobs aus, vom Kartenausteiler im Saloon über Lokomotivführer bis hin zur Killermaschine.

Der Plot, der bedächtig beginnt und in einem furiosen Actionfinale endet, ist kompetent erzählt und bietet einige Überraschungsmomente, bleibt aber insgesamt recht konventionell. Dieses kleine Manko weiß Autor und Zeichner Kazu Kibuishi allerdings auszubügeln: durch eine sehr charmante Charakterisierung seiner Hauptfiguren - Daisy hat ein kompliziertes Privatleben - und vor allem durch eine tolle grafische Gestaltung.

Seiner japanischen Herkunft zum Trotz hat Kibuishis Zeichenstil wenig mit Manga zu tun. Vielmehr erinnern seine Zeichnungen, die am Computer mit Graustufen veredelt wurden, immer wieder an Film-Storyboards. Das liegt auch an seiner sehr filmischen Erzählweise. Es gibt viele Sequenzen, die ohne Text auskommen und nur die Bilder sprechen lassen. Dass dabei klassische Spaghettiwestern, die dieses Stilmittel auch sehr oft verwenden, ausgiebig zitiert werden, ist Ehrensache.

Der preiswerte Sammelband, der in einem leicht verkleinerten Format erscheint, bietet neben der Geschichte noch etliche Extra-Seiten mit Entwürfen, einer Pin-Up-Galerie und einem Blick auf den Entstehungsprozess einer Comicseite.

Der erst 28-jährige Kazu Kibusihi hat mit "Daisy Kutter" eine schwungvolle, witzige und actionreiche Westernstory zu Papier gebracht, die besonders durch ihre visuelle Gestaltung glänzt. Ein Talent, von dem noch einiges zu erwarten ist. Kibuishi ist übrigens auch Herausgeber der hochinteressanten Anthologiereihe "Flight", die bei Image erscheint.


Daisy Kutter: The Last Train
Viper Comics
Text und Zeichnungen: Kazu Kibuishi
192 Seiten; s/w; 10,95 US-$
ISBN:  0-9754193-2-3






Bildquelle: www.boltcity.com





Trackback(0)
Kommentare (0)Add Comment

Kommentar schreiben
kleiner | groesser

security code
Bitte den folgenden Code eintragen


busy

Ähnliche Artikel

  • Ronson Inc. 1 - Die Abrechnung

    Braucht man wirklich eine neue Westernserie? Nicht nur im Film, sondern auch im Comicbereich ist das Genre schließlich eines der beliebtesten und auch eines der ältesten. Schon der erste ernst zu nehmende Spielfilm (wenn man eine Dramaturgie voraussetzt), The Great Train Robbery, war schließlich ein Western. Da muss man in einer neuen Serie eigentlich schon einen ganz neuen Tonfall finden, um sich an die Spitze des Trecks setzen zu können. Die neue Serie Ronson Inc. bemüht sich auf eigenwillige Art und Weise um eben diesen Tonfall.

    - 08.04.2012
  • Bouncer 7 - Doppelherz
     Der Western ist im frankobelgischen Raum tief verwurzelt. Setzen die Amerikaner ihre ureigene Geschichte erstaunlich selten in Comics um, machen es ihre Kollegen in Frankreich und Belgien umso öfter. Und mit Erfolg. Wenn sich auf der einen Seite John Wayne als Übervater präsentiert, ist das Äquivalent zu ihm Leutnant Blueberry (auch wenn er Jean-Paul Belmondo nachempfunden ist). Sucht Clint Eastwood seinen Gegenpart, so ist das der Bouncer (mal abgesehen von Yves Swolfs' Protagonist "Durango" aus der gleichnamigen Comicserie, der nicht nur äußerlich an Eastwood erinnert, sondern auch dessen Italowesternzeit repräsentiert). Äußerliche Ähnlichkeiten sind zwar nicht vorhanden, aber beide schießen dem Gegner auch in den Rücken. - 11.03.2010
  • Comic Book Comics 3 (US)
     Die  Erfinder des glorreichen Comics Action Philosophers nehmen nun endlich mit dem dritten Teil ihrer Comic Book Comics-Reihe mehr Fahrt auf. Nachdem Fred van Lente an der Schreibmaschine und Ryan Dunlavey an der Zeichenfeder mit ihrem durchgeknallten Bildungscomics über das Leben und die Lehren berühmter Philosophen den Durchbruch geschafft haben, fand ihr neuestes Projekt über die Geschichte der Comics als Comic nur wenig Anklang. Während Rambo-Karl Marx mit seinen M-60 Gründen, warum Kapitalismus eine schlechte Sache sei, die Lacher definitiv auf seiner Seite hatte, wurden die beiden freischaffenden Künstler des Evil Twin Comic-Verlags für ihre Historie der neunten Kunst eher belächelt. In Ausgabe drei haben die beiden endlich wieder zu alter Aggressivität zurückgefunden. - 26.02.2009
  • Das Reich Sienn 2 - Ein Hauch von Absynthe
     Die Suche nach den machtverleihenden Knochen des toten Zauberers Yarlig geht weiter. Konsequent wird dabei die Mischung aus den Filmen Der Herr der Ringe und vor allem Zwei glorreiche Halunken fortgesetzt. Diesmal liegt der Schwerpunkt eindeutig auf dem klassischen Italowestern. Ganze Szenen und Dialogsequenzen werden eins zu eins übernommen.
    - 21.06.2010
  • American Vampire 1

    Die neue Vertigo-Reihe American Vampire machte schon im Vorfeld von sich reden, weil niemand geringeres als Stephen King Texte zu der Serie beisteuerte. Nun liegt also der erste Band auf Deutsch vor und man kann sich endlich ein eigenes Bild machen.

    - 04.01.2011