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03.06.2012
(Vortrag/Diskussion)
von Benjamin Vogt Samstag, 28. August 2010
Die Liebe zu Catherine Lacombe, die Captain Drake nach seiner Rückkehr bei einem Tanz kennenlernt, positioniert ihn in einer Konkurrenzsituation zum gleichfalls verührerischen wie geheimnisumwitternden Frauenschwarm Lord Faureston. Der bleiche Casanova buhlt nämlich ebenfalls um die Gunst von Miss Lacombe.
Wenig ist bekannt über Faureston, lediglich der harmlose Bankangestellte Mister Jones glaubt dessen wahre Identität zu kennen. Jones ist nachts im Geheimen als Vampirjäger unterwegs und ist sich sicher, dass Lacombe eine untote Gefahr darstellt. Aber ist Jones tatsächlich vertrauenswürdig? Kann man seinen unglaublichen Behauptungen Glauben schenken? Zum Wohle seiner Angebeteten versucht Richard Drake schließlich die ganze Wahrheit aufzudecken.
Ab diesem Zeitpunkt wird dieses erste Album der mit dem schlichten Titel D ausgestatteten Serie auch erst richtig interessant. Drake ist äußerlich ein grober Mann, der auf seinen Reisen spürbar viel erlebt hat, aber erst jetzt, in der europäischen Heimat, seine spektakulärste Erfahrung macht. Doch wie soll er nun damit umgehen, dass sein gutaussehender Nebenbuhler ein echter Vampir sein soll?
Alain Ayroles und Bruno Maiorana,
das kreative Duo hinter dem Comic Garulfo, erzählen eine geradlininige
Horrormär, die ihre Besonderheit dadurch gewinnt, dass sie elementar an den
Zeitgeist des ausklingenden 19. Jahrhunderts in Europa gebunden ist. Impressionen
der Straßen und Lokalitäten sind detailiert ausgestaltet und grafisch
verspielt. Der Abend im Ballsaal zu Beginn des Bandes wurde einprägsam
ausgestaltet und gipfelt in Drakes Ausbruch aus der noblen Gesellschaft, indem
er einen falschen Pagen in den Garten verfolgt und seinen Heldenmut unter
Beweis stellen darf. Das sind Momente innerhalb des Plots, die die innere
Zerrissenheit der Figur sehr gut widerspiegeln.
Überhaupt ist es der Authentizität der Personen vorbehalten, dem viktorianischen Zeitalter erst so richtig Leben einzuhauchen. Drake ist Mitglied der feinen Gesellschaft und angesehener Abenteurer, Jones, der als ängstlich und unglaubwürdig vorverurteilt wird, arbeitet immerhin seriös bei einer Bank und sogar Lord Faureston trägt gerne Frack und Zylinder.
D verleiht dem oft herangezogenen Vampirmythos Stil. Und das Album ist zudem gerade aufs Ende zu recht spannend. Die beiden weiteren Ausgaben dieser dreiteilgen Serie werden sich augenscheinlich noch stärker auf das Duell der beiden Hauptprotagonisten konzentrieren. Und das macht neugierig genug.
Wer sich einen speziellen Eindruck
von diesem empfehlenswerten Comic verschaffen will, dem sei der entsprechende,
von Splitter erstellte Trailer in deren You Tube-Channel empfohlen.
D 1 - Lord Faureston
Splitter-Verlag, Juni 2010
Text: Alain Ayroles
Zeichnungen: Bruno Maiorana
64 Seiten, farbig, Hardcover,
13,80 Euro
ISBN: 978-3-86869-152-8
Spannende Vampirkost von den
Garulfo-Machern















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Wie oft kann man ein Genre parodieren, in dessen Fahrwasser man schwimmt, ohne dabei selbst abgeschmackt zu wirken? Die Antwort auf diese Frage gibt die aktuelle Ausgabe von
Es passiert nicht mehr oft, dass junge deutschsprachige
Comic-Enthusiasten ihre eigenen Projekte auf eigene Faust als Heftserie
veröffentlichen. Jetzt haben zwei Österreicher diesen Schritt gewagt: Frank (oder, wie es in der Originalschreibweise heißt:
Eduardo Risso, bei uns u.a. bekannt als Zeichner von Vertigos Hit-Serie 100 Bullets, hat zusammen mit dem argentischen Author Carlos Trillo den Comic Boy Vampire - für unsere Ohren von Cross Cult eleganter mit Vampire Boy "übersetzt" - erschaffen. Der Titel macht eigentlich schon alles klar: es geht um einen Vampir im Körper eines Jungen.
Rex Mundi ist historischer Unsinn von der ersten bis zur letzten Seite. Allein die Idee, bestimmte historische Ereignisse hätten einfach nicht stattgefunden, ist vollkommen absurd. Als Beispiele seien nur die Reformation und die Französische Revolution genannt. Beide haben in dem Mystery-Comic von Arvid Nelson und Eric J keinen Platz. Dabei gibt es genug Untersuchungen, die zeigen, dass beide Ereignisse strukturelle Ursachen hatten, also keine Zufälle waren, sondern zwangsläufig geschehen mussten, so oder so. Es sind Weichenstellungen in der europäischen Geschichte, die nicht so einfach gestrichen werden können, ohne heftigen Unglauben zu hervorzurufen.
- 02.04.2008
Die Serie Schmetterlingsnetzwerk von Eric Corbeyran (Metronom, Der Gesang der Strygen, Assassin's Creed) und Cecil (Holmes, Piccolo) machte schon einmal einen Anlauf in Deutschland. Die ersten beiden Bände erschienen 2001 und 2003 bei Arboris. Zu einer Veröffentlichung des finalen dritten Bandes kam es dann gar nicht mehr. Hoffentlich bekommt die Serie bei ihrem zweiten Anlauf im Splitter-Verlag mehr Aufmerksamkeit als damals. Verdient hätte sie es.
- 20.07.2011