JoomCategories for JoomGallery

JoomGallery Stats for JoomGallery MVC BETA

  •   1453
Comicgate RSS-Feed Comicgate RSS-Feed

Rezis nach Kategorien

Comicgate-Tweets

Eigenveröffentlichungen

Wir publizieren auch im Print!

Comic-Kalender

Dezember 2014 Januar 2015 Februar 2015
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31
Neue Veranstaltung einsenden Neue Veranstaltung einsenden
Zum Kalender

Partnerlinks





 



 

Home Rezensionen

von Jons Marek Schiemann Donnerstag, 07. Februar 2013

Cover Cyann - Die Tochter der Sterne 1 Cyann ist keine neue Serie. Vor einigen Jahren erschien das opulente Werk des Meisters François Bourgeon schon einmal beim Carlsen Verlag. Warum also wieder zugreifen? Die Druckqualität hat sich verbessert, das große Hardcover-Format und die vielen Skizzen und Anmerkungen der Werkausgabe sind ein zusätzliches Kaufargument. Aber der größte Pluspunkt besteht darin, dass der Splitter Verlag nun auch die beiden Abschlussbände veröffentlichen wird, die in Frankreich erst nach längerer Pause auf den Markt kamen. Doch zunächst sollen die ersten beiden Alben betrachtet werden, welche die erste große Storyline umfassen.

Cyann ist die Tochter des mächtigen Patriarchen Olsimar. Der Planet Olh wird von Clans beherrscht und es herrscht eine rigide gesellschaftliche Ordnung. Diese Ordnung ist bedroht, da eine Seuche die männliche Bevölkerung dezimiert, darunter Cyanns Bruder, und Unzufriedenheit die Gesellschaft erschüttert. Olsimar entschließt sich, eine Expedition auf den fernen Planeten Ilo auszurüsten, um dort nach einem Wirkstoff suchen zu lassen. Seine Wahl zur Expeditionsleiterin fällt auf die wilde Cyann, die nichts als ihr Vergnügen zum Lebensinhalt hat und deren Freundin Nacara so ihre liebe Mühe und Not hat, Cyann zu bändigen. Deswegen wird sie ihr zur Seite gestellt. Doch viele Interessengruppen legen alles darauf an, die Expedition scheitern zu lassen. Und auch auf dem Planeten Ilo ist alles anders als gedacht und die Expedition gerät in große Gefahr.

Cover Cyann - Die Tochter der Sterne 2 Nach den ersten vier Alben, die zwischen 1993 und 2007 bei Carlsen erschienen, gab es eine lange Pause. Erst 2012 kam in Frankreich ein fünfter Band heraus, der bei Splitter für April geplant ist. Angesichts der detaillierten Gestaltung der Zeichnungen ist es kein Wunder, dass Bourgeon für seine Comics länger braucht als andere Zeichner. Allein schon seine anderen Serien wie Reisende im Wind und Gefährten der Dämmerung strotzen vor Details und penibler Ausarbeitung noch des kleinsten Knopfes. Und in Cyann werden, dem Science-Fiction-Genre gemäß, nicht nur eine, sondern gleich mehrere Welten entworfen. Und das braucht Zeit. Zeit, die sich lohnt: Optisch sind die beiden Bände, wie immer bei Bourgeon, äußerst beeindruckend.

Manchmal geht das aber zu Lasten der Story. Und auch wenn er sich hier Unterstützung von Claude Lacroix geholt hat, kränkelt sie hier und da und macht die Bände etwas sperrig. Das liegt zum einen daran, dass vieles erstaunlich unspektakulär vonstatten geht. Manche dramatischen Szenen haben kein richtiges Ende, sondern werden anstatt auf szenischer Ebene im Dialog weitergeführt. Viele Hintergründe und Folgen dramatischer Episoden werden auf diese Weise aufgearbeitet, wodurch keine richtige übergeordnete Dramaturgie entstehen will. Andererseits ist auch die Heldin Cyann nicht gerade sympathisch, was vor allem den ersten Band stellenweise zu einer Geduldsprobe macht. Aber wie es sich für das Genre gehört: Die Heldin wächst an ihren Aufgaben. So sind alle Geschehnisse auch dazu gedacht, die Heldin reifen zu lassen. Und am Ende des zweiten Bandes ist sie anders als zu Beginn.

Seite aus Cyann - Die Tochter der Sterne 2 Somit ist Die Tochter der Sterne nicht nur eine Abenteuergeschichte, sondern indirekt auch eine Coming-of-Age-Story. Inhaltlich wird hier viel geboten: Das Epos bietet Intrigen, Sex, Mord, Action, Drama, Romantik und und und. Vor allem aber beeindrucken die Welten, welche Bourgeon hier entwirft. Man muss sich erst in dieser Gesellschaft, dem Leben auf dem fremden Planeten und seiner Flora und Fauna zurechtfinden. Die Story droht da immer wieder in der zeichnerischen Opulenz unterzugehen – aber man kann es nicht mehr erwarten, die folgenden Bände zu lesen, um zu sehen, wie es nach dem deutlichen Abschluss des ersten Zyklus weiter gehen mag.

 

ANZEIGE

Wertung: 9 von 10 Punkten

Vielleicht das Opus Magnum von Bourgeon, wobei die manchmal kränkelnde Story den Weg zum Meisterwerk verhindert.

 

Cyann – Die Tochter der Sterne
Splitter Verlag, November/Dezember 2012
Text: François Bourgeon, Claude Lacroix
Zeichnungen: François Bourgeon
Preis: je 26,80 Euro

Band 1: Der sterbende Planet
Übersetzer: Harald Sachse
144 Seiten, farbig, Hardcover
ISBN: 978-3-86869-549-6
Leseprobe

Jetzt bei amazon.de anschauen und bestellen!

Band 2: Sechs Monde auf Ilo
Übersetzer: Harald Sachse, Dominik Madecki
128 Seiten, farbig, Hardcover
ISBN: 978-3-86869-550-2
Leseprobe

Jetzt bei amazon.de anschauen und bestellen!

Abbildungen: © der dt. Ausgabe: Splitter Verlag



Kommentare (0)Add Comment

Kommentar schreiben
kleiner | groesser

security code
Bitte den folgenden Code eintragen


busy

Ähnliche Artikel

  • Malcolm Max 1 - Body Snatchers

    Peter Mennigen ist im Comicbereich schon ein alter Hase, auch wenn der Name nur wenigen bekannt sein dürfte. Aber er hat für einen Großteil der Heftreihen des Bastei-Verlages geschrieben. So gehen etwa viele der Gespenster Geschichten oder auch Arsat auf sein Konto. Als die Gespenster Geschichten vor nicht allzu langer Zeit neu gestartet wurden, wollte der Verlag ein Gimmick und ließ ein Hörspiel produzieren. Mennigen entwickelte dafür Malcom Max, den Detektiv für das Paranormale, mitsamt seinem weiblichen Sidekick, der Halbvampirin Charisma (was für ein Name!). Die Titelfigur dürfte manchem Leser also schon bekannt vorkommen.

    - 22.04.2013
  • Quästor 1 - Ménage à Troja

    Mit Quästor startet eine neue frankobelgische Serie, die auf den ersten Blick wie ein weiterer typische Historiencomic aussieht. Denn meist wird darin im historischen Gewand ein Krimi erzählt. Was wenig verwundert, denn Krimis und Thriller sind, im besten Falle, dazu geeignet, ein Psychogramm der Gesellschaft zu entwerfen und viel Lokalkolorit aufzubauen. Im historischen Genre kommen natürlich noch die geschichtlichen Umstände dazu.

    - 04.09.2012
  • Schmetterlingsnetzwerk 2 - Herr Mond

    teaser_schmetterlingsnetzwerk2Man erinnere sich: Am Ende des ersten Bandes lagen unsere drei Helden Eustache, Mücke und Zibeline mehr tot als lebendig da. Nun lecken sie ihre Wunden und müssen erkennen, dass alle ihre Aktionen ihnen nichts gebracht haben. Zu Geld sind sie immer noch nicht gekommen und auch der Schatz von Eustaches ehemaligem Boss ist noch nicht gehoben. Doch es kommt schlimmer: Der Baron Harcourd hat überlebt und setzt alle Hebel in Bewegung, die drei zu finden und zu töten.

    - 31.10.2011
  • D 1 - Lord Faureston
     Eben erst von einer seiner großen Expeditionen zurückgekehrt, genießt der draufgängerische Forscher Richard Drake die Vorzüge, die London zu Ende des 19. Jahrhunderts für die vornehmere Gesellschaft bereithält. Ob in noblen Zigarrenclubs, beim elitären Fechttraining oder in pompösen Ballsälen, Drake ist der unternehmerische Antiheld der viktorianischen Dekadenz.  - 28.08.2010
  • Frenchman

    Der französische Zeichner, Autor und Kolorist in Personalunion, Patrick Prugne, konnte in den letzten Jahren die deutsche Leserschaft schon mit mehreren Alben für sich gewinnen: sowohl Canoe Bay als auch Die Herberge am Ende der Welt (sowie der etwas ältere Comic Fol) wussten die geneigten Betrachter mit ihren Aquarellbildern zu fesseln. Prugnes Sujets waren den breit angelegten Panels, die man für Aquarelle benötigt, damit diese Technik gut wirken kann, auf gelungene Art und Weise angepasst. Canoe Bay spielte in den frühen Siedlungszeiten der USA, also vor der Epoche, die gemeinhin als Western gilt, und Die Herberge am Ende der Welt spielte an einer Küste und wusste mit beeindruckenden Meereseindrücken zu punkten. Man konnte also gespannt sein, wohin Prugne seine Leser diesmal mitnimmt.

    - 10.01.2013