JoomCategories for JoomGallery
- Kategorie: 6. Akt: Der letzte Akt
- Kategorie: 5. Akt: Der Akt ohne Namen
- Kategorie: Chili oder Essen, das zweimal brennt
JoomGallery Stats for JoomGallery MVC BETA
- 1287
Aktuelle Rezensionen
Comicgate-Tweets
Comic-Kalender
- Buffy-Zeichner Franco Urru auf Signiertour
17.05.2012 - 25.05.2012
(Signierstunde) - Düsseldorf: DoKomi
26.05.2012 - 27.05.2012
(Messe/Festival) - Berlin: Graphic Novel – ein politischer Resonanzraum
03.06.2012
(Vortrag/Diskussion)
von Thomas Kögel Sonntag, 11. Oktober 2009
Der Ausgangspunkt von Coraline erinnert nicht wenig an Klassiker wie Alice im Wunderland oder Der Zauberer von Oz: Ein kleines Mädchen gelangt durch ein Portal in eine Parallelwelt, die sehr anders ist als die bekannte Alltagswelt. Im Fall von Coraline ist das Portal eine Tür in einem großen, sehr alten Haus, in das sie vor kurzem mit ihren Eltern gezogen ist. Beide Eltern sind berufstätig und haben sehr wenig Zeit für das Mädchen. Einzelkind Coraline fühlt sich vernachlässigt und kämpft mit der Langeweile. Hinter der Tür jedoch wohnen die "anderen Eltern" – scheinbar identische Ebenbilder ihrer richtigen Eltern, nur dass sie äußerst zuvorkommend sind, sich sehr um Coraline kümmern, ihr viele Wünsche erfüllen und auch noch hervorragend kochen können.
Die Kinoadaption, die von Henry Selick (Nightmare Before Christmas) als Stop-Motion-Film in 3D-Technik umgesetzt wurde, lebt vor allem von der visuellen Umsetzung; der Film ist ein wahres Fest der Formen und Farben, spielt verschwenderisch mit visuellen Ideen und überwältigt den Zuschauer immer wieder mit eindrucksvollen Bildern.
Im Vergleich zu dem Film wirkt P. Craig Russells Comic auf den ersten Blick geradezu trist. Die Farben sind blass, Umwelt und Figuren sind realistisch gezeichnet (während das Character Design des Films auf knuffige oder groteske Karikaturen setzt), detaillierte Hintergründe werden nur sehr selten und sparsam eingesetzt. Doch Russell versteht es, aus seiner eher kargen Grafik das Beste herauszuholen: sein Storytelling, die Art und Weise, wie er den Leser an die Hand nimmt und durch die Geschichte führt, funktioniert hervorragend. Nach wenigen Seiten ist man "drin" in der Handlung und lässt sich von ihr mitnehmen.
So ist Coraline ein sehr schönes Beispiel dafür, wie verschieden sich literarische Vorlagen umsetzen lassen. Die Story von Neil Gaiman hat genug Potential, dass sich ihre Magie auf ganz unterschiedliche Weise transportieren lässt. Beide Adaptionen sind – jede auf ihre eigene Art – gelungen und sehens- bzw. lesenswert.
Coraline
Panini Comics, Februar 2009
Nach dem Roman von Neil Gaiman
Adaption und Zeichnungen: P. Craig Russell
Softcover; 200 Seiten; farbig; 19,95 Euro
ISBN: 978-3-86607-819-2
Auch als Hardcover für 29,95 Euro erhältlich

Abbildungen: © Panini Comics
Trackback(0)
Kommentare (0)

Kommentar schreiben














Neue Veranstaltung einsenden



Noch bevor Flix mit Held und dessen Nachfolgebänden seinen
Durchbruch als Comiczeichner schaffte, hatte er bereits einen Comic bei
Eichborn veröffentlicht, der mittlerweile längst vergriffen ist: Who the Fuck is Faust?,
seine parodistische Version des großen deutschen Literaturklassikers.
Im letzten Jahr kehrte Flix zurück zu diesen Wurzeln und widmte sich
noch einmal dem Faust. Für die FAZ entstand ein
80-teiliger Fortsetzungscomic, der von Juli bis Dezember 2009 lief und
nun als leicht überarbeitete Buchausgabe bei Carlsen vorliegt.
- 21.07.2010
Spirou und Fantasio gehören, neben Tim und Struppi, Asterix und Lucky Luke
zu den ganz großen Klassikern des frankobelgischen Comics. Seit gut 70
Jahren erscheinen Geschichten mit dem kleinen Hotelpagen im
gleichnamigen Magazin und als Comicalbum. Neben der Hauptserie gibt es
seit 2006 eine Parallel-Reihe, die in Frankreich Une Aventure de Spirou et Fantasio par...
heißt. Namhafte Zeichner und Autoren können dort ihre ganz eigene
Vision von Spirou umsetzen, abseits von den Zwängen der Hauptserie.
- 13.05.2009
David Schraven und Vincent Burmeister nahmen ein reales Geschehen als Aufhänger für ihren Comic. Am 27. März 1980 kenterte die norwegische Bohrinsel Alexander Kielland und riss 123 der 212 Besatzungsmitglieder in den Tod. Als Unfallursache galten damals Ermüdungserscheinungen der Stützstreben, die brachen und damit eine fatale Kettenreaktion auslösten. Die beiden deutschen Comicschöpfer nehmen aber eine menschliche Ursache an und spinnen ein Garn von Einsamkeit und Verzweiflung.
Das neue Jahrhundert hat seine erste Dekade fast verbraucht und schon
zeichnen sich zwei Trends ab: Zum einen befinden wir uns im Zeitalter
der konstanten Beschleunigung, in dem Informationen immer schneller
durch unsere Computer gejagt werden. Zum anderen erzeugt diese
wahnwitzige Geschwindigkeit einen unstillbaren Durst nach immer mehr
Informationen. Jede Minute trudelt eine neue Eilmeldung per RSS-Feed
herein, die wir auf keinen Fall verpassen dürfen; jede Sekunde
zwitschert man seinen Followers eine Nachricht zu und stillt doch nur
kurz die Gier nach Neuem. Nur manchmal gelingt es, einen Moment inne
zuhalten, zurückzublicken und zu genießen.
Im Jahr 1966 kündigt der junge
Künstler Hamaguchi seinen Job in einer Textilfabrik, zieht nach Tokio und und
wird einer der Assistenten des renommierten Mangakas Kondo. Doch auch im
Atelier des Sensei ist die Arbeit für einen Mangaverlag nicht unbedingt der
große Traum, wie Hamaguchi bald feststellen muss. Als Teil eines Teams darf er
lediglich tuschen, Hintergründe zeichnen oder Speedlines hinzufügen. Hinzu
kommt der Zeitdruck, wenn Deadlines eingehalten werden müssen.
- 13.07.2010