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von Christopher Bünte Donnerstag, 19. März 2009
Dabei konnte man zwischenzeitlich immer wieder das Gefühl bekommen, der Serie ginge die Puste aus. Ein grober Schlächter, der herumläuft und sich gerne prügelt, ist eben nicht automatisch ein Garant für gute Unterhaltung. Und so sehr sich viele Geschichten auch bemühten, die Komplexität von Howards fiktivem Fantasy-Kosmos ist nicht einfach zu transportieren und darzustellen. Dabei ist Conan im Ursprung durchaus ein komplexer Charakter und seine Umwelt ein vielschichtiges System. Nicht jeder Story gelang es, diesen Grundton auch zu treffen.
Eine Schwierigkeit dabei war wahrscheinlich die fehlende Kontinuität der Serie. Da erzählt ein böser Wesir einem jungen Prinzen von Conans Leben, sprunghaft, der siebte Band schließt inhaltlich an den vierten an... Wer sollte da noch den Überblick behalten? Oder auf Charakterentwicklung achten?
Umso erfreulicher, dass mit Auf dem Schlachtfeld geboren ein Band vorliegt, der sich wieder um Conans Innenleben schert. Erzählt werden Conans Kinder- und Jugendtage, bis zu dem Zeitpunkt, als er als junger Mann die dunklen Wälder von Cimmeria verlässt und zum Abenteurer wird. Gezeichnet wurden die insgesamt fünf US-Hefte nicht von Stammzeichner Nord, sondern von Greg Ruth. Zu sehen ist ein düsterer braun-rot-schmieriger Stil, der ganz sicher bei Frank Millers 300 abkupfert. Macht aber nix, denn der Sache dient es.
Auf den ersten Seiten passiert eigentlich nicht viel. Conan prügelt sich mit seinem jugendlichen Widersacher Donal (und gewinnt, natürlich), Conan kämpft mit Wölfen (und gewinnt), Conan verliebt sich in die rothaarige Arianne (bzw. hat unglaublichen Sex mit dieser aquilonischen Jungfrau). Alles wirkt irgendwie noch recht harmlos und oberflächlich. Dumm nur, dass der Vater der Jungfrau ein Zauberer im Exil ist, der es gar nicht schätzt, wenn sich ein Barbar an seiner Tochter vergreift. Schnell ist Aquilonia informiert und marschiert auf. Das mächtige Großreich giert nach cimmerischen Rohstoffen. Und plötzlich ergibt Vieles, was bisher in der Geschichte vorbereitet wurde, einen Sinn. Die Erzählungen von Conans Großvater über die legendäre Schlacht in Britas Tal beispielsweise. Oder der Hass von Donal, der verfliegt, als er in Conans Armen sein Leben aushaucht. Oder auch Arianne, die nach der letzten, von Conan und seinen Mannen gewonnenen Schlacht unter den Trümmern liegt. Conan erlebt in diesem Band nicht nur ein Abenteuer nach dem anderen, ist nicht nur auf der Erfolgsgeraden, sondern er ist gezwungen, über seine früheren Entscheidungen nachzudenken und zu zweifeln. Am Ende bleibt ihm fast nichts. Außer der Gewissheit, fortgehen zu müssen. Ein bisschen Tragik haben Busiek und Ruth da hinbekommen.
Nicht nur die Handlung fügt sich zum Schluss zu einem Ganzen zusammen, auch der durchgängige, erdfarbene Zeichenstil von Greg Ruth trägt dazu bei, diesen Band als Einheit wahrzunehmen. Nicht wieder zahllose unzusammenhängende Geschichten von mehreren Zeichnern, sondern ein gelungener Spot auf die Jugend- und Kinderjahre des wahrscheinlich berühmtesten Barbaren der Welt.
Conan 9: Auf dem Schlachtfeld geboren
Panini, Februar 2009
Text: Kurt Busiek
Zeichnungen: Greg Ruth
Übersetzung: Michael Strittmatter
148 Seiten, Softcover mit Faltcover, farbig; 16,95 Euro
ISBN 9783866077164
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Wenn man sagt, dass Warren Ellis gut darin ist, eine Menge
abgefahrener, kranker Ideen auf engstem Raum zu versammeln, dann ist
das in etwa so, als würde man die Bemerkung fallen lassen, dass es im
Sommer in der Sahara ganz schön heiß werden kann. Warren Transmetropolitan Ellis ist als Schöpfer abgefahrener, kranker Ideen hinlänglich bekannt. Sie sind gewissermaßen sein Aushängeschild.
Im Hause Panini findet man neben dem großen Sortiment an Marvel- und
DC-Lizenzen auch immer mal wieder Comics aus kleineren amerikanischen
Verlagen. So haben zum Beispiel die durch den Spieleproduzenten Games Workshop
inspirierten Comics ihren Platz im Regal direkt neben den
amerikanischen Superhelden eingenommen. Während die epischen Schlachten
von Warhammer und Warhammer 40k vielen Lesern bereits bekannt sein dürften, handelt es sich bei Blood Bowl -
auch unter den Tabletop-Spielern - wohl eher um ein unentdecktes
Kleinod. Leider erfährt diese kleine Perle unter der Regie des
amerikanischen Comic-Verlags Boom Studios eine Heimpleite. Das Auswärtsspiel für Blood Bowl: Blut und Spiele kann bei der deutschen Lesergemeinde wegen mangelnder Bekanntheit des Spiels eigentlich nur noch schlechter ausfallen.
Als Mael in einem Krankenhaus aufwacht, ist er umringt von drei weiteren Jungen. Sie weihen ihn in eine geheime Verschwörung ein: Alle Patienten der Klinik sind von Krabben infiziert, sie wachsen in Bauch, Kopf oder im Bein heran, wuchern oder zirkulieren in der Blutbahn des menschlichen Körpers. Bernardino, einem der Kinder, musste gar ein Fuss amputiert werden, weil sich eine Krabbe festgesetzt hatte.
- 08.10.2010
Graphic Novels hier, Graphic Novels da. Die deutsche Comicbranche scheint
ihre persönliche Messlatte allein nach diesen anspruchsvollen Comics
für junge Erwachsene ausgerichtet zu haben. Obwohl dies natürlich nicht
gesagt wird, so wird doch impliziert, dass alle restlichen Comics
Trivialliteratur sind – kurz, sie sind Schund. Doch die Historie der
Comics und ihrer Vorväter ist nur so gepflastert von diesem herrlichen
Schund, der uns für ein paar Minuten die realitätsnahen Autobiografien
und Comicreportagen vergessen lässt. Bestes Beispiel dafür ist der
gerade bei Panini erschienene Comic Solomon Kane: Schloss des Teufels. Die Comicadaption von einem Meister des Schunds, Robert E. Howard, Schöpfer von Conan, gibt uns zwar nichts Tiefgründiges, dafür aber Lesefreude und jede Menge Trash.
- 14.02.2010
Troy ist nicht mehr nur ein Planet, sondern ein einziges riesiges Franchise geworden. Nachdem Lanfeust von Troy so erfolgreich wurde und den Troll von Troy als Spin-Off gebar, wurde Lanfeust nicht nur zu den Sternen geschickt, es wurden auch mehrere andere Serien entwickelt, welche die Geschichte von Troy und die Abenteuer von unterschiedlichsten Charakteren beleuchten. Einige dieser Serien sind bislang noch gar nicht auf Deutsch erhältlich. Wenn man aber Die Kriegerinnen von Troy als Beispiel für noch fehlende Bände nimmt, dann ist auch äußerste Vorsicht angeraten.