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03.06.2012
(Vortrag/Diskussion)
von Thomas Kögel Mittwoch, 30. März 2011
Die Welt der deutschsprachigen Fachmagazine, die sich mit Comics beschäftigen, ist ziemlich überschaubar. Trotzdem erscheinen, verteilt auf diverse Publikationen mit ganz unterschiedlichen Erscheinungsweisen, Schwerpunkten und Zielgruppen, im Laufe eines Jahres doch eine ganze Menge Interviews, Rezensionen und Fachartikel. Wer regelmäßig eines oder mehrere dieser Magazine und Jahrbücher liest, kennt bestimmt das Problem: Man erinnert sich, irgendwo mal einen bestimmten Artikel gelesen zu haben, möchte es gerne nachlesen, weiß aber nicht mehr in welchem Magazin und in welcher Ausgabe er stand.
Bei Online-Publikationen besteht dieses Problem nicht, Google und Co. helfen in aller Regel schnell weiter. Bei Printprodukten müssen andere Wege gegangen werden. Dies ist das Ziel des Comic-Fachpressen-Index von W.P. Berres, der als "Register deutschsprachiger Comic-Fachperiodika" die hiesige Fachpresse inhaltlich erschließt. Berres, seit Jahren Mitstreiter beim Kölner Fanzine Zebra, gibt diesen bibliographischen Band als Zebra-Sonderausgabe heraus. Nach Indizes für die Jahre 1989-1995, 1996-1999 und 2000 sowie einer eigenen Ausgabe für die Comixene ist dies bereits der fünfte Index (die Lücke zwischen 2001 und 2005 soll später geschlossen werden).
Ausgewertet hat Berres so ziemlich alles, was sich als Periodikum mit Comics beschäftigt: von kostenlosen Blättchen wie Wieselflink oder Comics Info bis zu den dicken Jahrbüchern Deutsche Comicforschung und Comic!-Jahrbuch, von ZACK, Reddition und Comixene bis zu Spezialisten-Fanzines wie Der Donaldist, Tim - Das Magazin oder Das sagte Nuff!. Und unser eigenes Print-Baby, das Comicgate-Magazin, ist auch dabei. Der Clou am Fachpressen-Index ist nun, dass die Inhalte dieser Magazine auf mehreren Wegen zugänglich sind. Zum einen gibt es für jede Publikation ein Inhaltsverzeichnis, das jeden einzelnen Artikel mit Autorenangabe auflistet. Daneben gibt es mehrere Register, über die man wiederum auf die Inhaltsverzeichnisse verwiesen wird: das Verfasser-Register sortiert die Artikel nach Autoren, das Personen-Register verzeichnet diejenigen, die Gegenstand der Artikel sind, also vor allem Zeichner und Szenaristen. Besonders wertvoll ist das Sachregister, das Artikel inhaltlich erschließt und nach Schlagworten gliedert. Im Titel-Register schließlich sind Artikel nach den Titeln der Comics gegliedert, die sie behandeln.
In anderen Fachbereichen, vor allem in der Wissenschaft, wird eine derartige Erschließung von Zeitschrifteninhalten meist an Bibliotheken gemacht. Auch Herausgeber W.P. Berres ist hauptberuflich im Bibliothekswesen aktiv und wendet hier sein Fachwissen auf seine Leidenschaft, die Comics, an. Natürlich ist so ein Index ein sehr spezielles Nischenprodukt für eine recht kleine Zahl von Nerds und Spezialisten – umso mehr muss man den Hut ziehen vor der beharrlichen Fleißarbeit und Akribie, in der diese Bibliographie entstanden ist (bei den Comictiteln wird sogar jeweils der Originaltitel genannt – allein das erfordert schon eine Menge Recherchearbeit). Noch schöner wäre natürlich, wenn der Band zeitlich weniger stark hinterherhinken würde oder wenn die erschlossenen Informationen auch in digitaler Form zugänglich wären – das wäre aber sicher zuviel verlangt von einem kleinen Hobbyprojekt.
Grafisch und gestalterisch ist der Index sehr nüchtern und betont unspektakulär gehalten. Die bibliographische Bleiwüste, die so ein Projekt notgedrungen mit sich bringt, wird aber immerhin durch etliche Skizzen und Illustrationen der verschiedensten Comiczeichner aufgelockert, die vermutlich vom Autor auf Messen und Conventions eingesammelt wurden.
Akribische Fleißarbeit, die für Spezialisten ein sehr wertvolles Hilfsmittel darstellt
(Wertung entfällt, da kaum vergleichbar mit dem, was wir sonst besprechen)
ZEBRA-Sonderband 13:
Comic-Fachpressen-Index 2006-2008. Register deutschsprachige Comic-Fachperiodica
Eigenverlag, Februar 2011
Zusammengestellt und herausgegeben von W.P. Berres
100 Seiten, schwarz-weiß, geheftet
Preis: 10,00 Euro
Online bestellen beim Freibeutershop oder per Mail an GoGer (at) web.de















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Rezensionen


Man sollte meinen, über manche Dinge sei alles gesagt, was man darüber sagen kann. Zum Beispiel über Tim und Struppi. Hergés berühmte Abenteuerserie gilt gemeinhin als der Beginn der europäischen Comic-Tradition und wurde bereits vielfach untersucht und betrachtet. Dem fügt jetzt der Brite Tom McCarthy eine neue Lesart hinzu.
Das Schreiben über Comics, die Sekundärliteratur, fristet hierzulande nach wie vor ein Nischendasein. Zwar gibt es mittlerweile eine gesteigerte Aufmerksamkeit der Feuilletons, reichlich Material im Internet und relativ viele wissenschaftliche Publikationen, die sich mit Comics beschäftigen; doch es erscheinen nur ganz wenige Periodika, die sich in regelmäßigen Abständen mit dem Medium in all seinen Facetten beschäftigen. Neben der Comixene und dem Comic!-Jahrbuch des ICOM ist hier vor allem Volker Hamanns Reddition zu nennen, die schon seit 1984 monothematische Dossiers veröffentlicht.
Während die Produktion von wissenschaftlichen Büchern über Comics in Amerika floriert, existiert auf dem deutschen Markt nur sehr wenig Literatur über die neunte Kunst. Verleger Christian A. Bachmann möchte das mit seinem gleichnamigen Verlag ändern und hat sich dazu mit Batman und dem Wissenschaftler Lars Banhold für ein recht dynamisches Duo entschieden, das pünktlich zum zweiten Batman-Film von Christopher Nolan bereits in die zweite Auflage geht. Der Band ist kein bloßer historischer Abriss über den Comic-Superhelden Batman, sondern vielmehr eine interessant zu lesende, wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Konstruktion eines Helden.
- 02.10.2008
"Ganz Gallien ist besetzt. Ganz Gallien? Nein. Ein kleines gallisches Dorf ..."
Der amerikanische Journalist Douglas Wolk dürfte den meisten
deutschsprachigen Comic-Liebhabern kaum ein Begriff sein. Auch in
Nordamerika ist Wolk dem Mainstream-Comicleser wohl eher ein
Unbekannter, da seine Rezensionen nicht auf den szene-üblichen
Webseiten veröffentlicht werden, sondern vielmehr in Publikationen wie
der New York Times, dem Rolling Stones Magazin oder auf Salon.com
erscheinen. Dort schreibt Wolk regelmäßig Beiträge zu den Themen Comics
- und Jazz. Seine Rezensionen zeugen von einer genauen Kenntnis des
Stoffes und belegen, dass Douglas Wolk kein eingestaubter Feuilletonist
ist, der notgedrungen das Medium Comics rezensiert, weil dieses immer
mehr zum „ernst zu nehmenden" Kulturgut wird. Wolk arbeitete bereits
als Jugendlicher in den 80er Jahren hinter der Kasse eines Comicladens
und ist ein großer Fan, wodurch er immer wieder voller Begeisterung von
Comics zu berichten weiß.
- 01.08.2009