JoomCategories for JoomGallery
- Kategorie: 6. Akt: Der letzte Akt
- Kategorie: 5. Akt: Der Akt ohne Namen
- Kategorie: Chili oder Essen, das zweimal brennt
JoomGallery Stats for JoomGallery MVC BETA
- 1287
Aktuelle Rezensionen
Comicgate-Tweets
Comic-Kalender
- Buffy-Zeichner Franco Urru auf Signiertour
17.05.2012 - 25.05.2012
(Signierstunde) - Düsseldorf: DoKomi
26.05.2012 - 27.05.2012
(Messe/Festival) - Berlin: Graphic Novel – ein politischer Resonanzraum
03.06.2012
(Vortrag/Diskussion)
von Christopher Bünte Samstag, 21. Oktober 2006
Bei Carlsen taucht nun die Lebensgeschichte von Johnny Cash als Comic auf. Neuerdings scheint sich die Comiclandschaft für die Musikszene zu interessieren. Comics über Bob Marley und Frank Zappa stehen bei Ehapa auf dem Programm. Bei Edition 52, die bereits Werke von Kleist veröffentlicht haben, soll im März 2007 eine limiterte und signierte Luxusausgabe von Cash - I see a darkness erscheinen. Mit CD, Hardcover und einem eigenen Titelbild. In Berlin lädt die Galerie Knoth und Krüger ein. Sie stellt in der Oranienstraße 188 die Kleistschen Originalseiten des Comics aus und lädt am 3.11. zu Digger Barnes aus Hamburg mit seinem VJ Pencil Quincy ein. Ob man wohl mit Cowboystiefeln zur Vernissage erscheinen darf?
Kleists Cash - I see a darkness scheint also einen Trend zu treffen. Ist ja auch nicht schwierig. Man nehme: einen bekannten, aber nicht allzu abgegriffenen Musiker. Dazu rühre man seinen Lebenslauf und ein paar seiner Songtexte. Vermische knackige Zitate mit ein wenig Lebensweisheit, Zeitgeist und Fakten - und fertig ist die Biographie!
Sicher, so würde ein Trendprodukt gemacht werden. Zum Glück ist Cash - I see a darkness keines, Reinhard Kleist sei Dank!
Der Zeichner geht mit hartem, aber sehr feinem und kontrolliertem Strich zu Werke. Ganz in Schwarz und Weiß, wie es für Johnny Cash nicht anders sein könnte. Musik, Drogen, June Carter und Folsom Prison - alles, was zu Johnny gehört, ist da. Zwischen die bekannten Fakten mischen sich Untertöne, die tiefer und an den schlichten Ereignissen vorbei blicken lassen. Johnny Cash auf dem Baumwollfeld mit seinem Bruder, familiäre Szenen, die Schlussequenz, in der ein ganzes Leben rekapituliert wird.
Was Reinhard Kleist dem Leser da sehr behutsam mitteilen möchte, hat mit dem Gefühl zu tun, ein Gefangener zu sein. Immer die eigenen Grenzen sehen, gegen sie anstürmen, sie überwinden, bloß, um eine Weile Ruhe zu finden und sich eigentlich doch nicht vom Fleck zu bewegen. Cash fühlte sich eingesperrt. Zunächst im ländlich-armen Milieu seiner Kindheit, dann in seiner Ehe, zuletzt auf der Bühne und im Drogensumpf. Deshalb konnte er in Folsom Prison singen und dazugehören, obwohl er selbst niemals im Knast gesessen hat.
Als auf den letzten Seiten die Geschichte von Glen Sherley zu Ende erzählt wird - einem jungen Inhaftierten, den Cash aus dem Gefängnis in seine Show geholt hat -, ahnt der Leser einen Bruch. Cash, von der Freiheit besessen, erlebte, wie der aus Folsom befreite Sherley draußen an seiner eigenen Freiheit zugrunde ging. Vielleicht hat es geholfen, dass Cash sich zum Ende seiner Tage nicht mehr ganz so gefangen und eingegrenzt in der Welt fühlte.
Denn vielleicht gibt es Vögel, die für den Käfig geboren wurden, und Vögel, die fliegen. Und wer möchte schon in den engen Grenzen eines vergänglichen Trends gefangen sein? Reinhard Kleist offensichtlich nicht.
Cash - I see a darkness
Text und Zeichnungen: Reinhard Kleist
Carlsen , Oktober 2006
207 Seiten, Softcover, schwarz-weiß; 14,- Euro
ISBN 3551768374
Trackback(0)
Kommentare (0)

Kommentar schreiben














Neue Veranstaltung einsenden



Noch bevor Flix mit Held und dessen Nachfolgebänden seinen
Durchbruch als Comiczeichner schaffte, hatte er bereits einen Comic bei
Eichborn veröffentlicht, der mittlerweile längst vergriffen ist: Who the Fuck is Faust?,
seine parodistische Version des großen deutschen Literaturklassikers.
Im letzten Jahr kehrte Flix zurück zu diesen Wurzeln und widmte sich
noch einmal dem Faust. Für die FAZ entstand ein
80-teiliger Fortsetzungscomic, der von Juli bis Dezember 2009 lief und
nun als leicht überarbeitete Buchausgabe bei Carlsen vorliegt.
- 21.07.2010
Reinhard Kleist zählt wohl zu den bedeutendsten
deutschsprachigen Comiczeichnern derzeit. Ncht zuletzt dank seiner Biografie
über die Musiklegende Johnny Cash, Cash - I See a Darkness, fand Kleists über die Jahre stetig
verbesserter Stil in letzter Zeit viel Beachtung.
Für seinen aktuellen Comicband Havanna nahm sich Kleist
vor, Kuba nach dem kürzlichen Rückzug Fidel Castros zu porträtieren und in
Comicform aufzubereiten.
- 26.11.2008
Woche für Woche fährt ein kauziger älterer Seemann mit einem kleinen Boot raus aufs Meer, stellt zwei Kisten vor dem Felsen eines anonymen Leuchtturms ab und fährt wieder zurück. Der Grund dafür liegt in einem Versprechen begründet, das der Seemann vor langer Zeit den ehemaligen Wärtern des Leuchtturms gab: Nach deren Tod solle er für die Versorgung ihres Sohnes sorgen, der seitdem allein dort lebt.
Mit der Fantasy-Reihe Les Lumières de l'Amalou wurde Zeichnerin
Claire Wendling bekannt und mehrfach preisgekrönt. In den neunziger
Jahren erschienen die ersten drei Alben der fünfbändigen Serie auch auf
deutsch; Teil 1 und 2 als Amalu, Teil 3 als Die Lichter von Amalou.
Obwohl Wendling beim Comic-Salon 2004 mit einer Ausstellung geehrt
wurde, musste man in Deutschland auf die beiden letzten Episoden sehr
lange warten. Nun gibt es also endlich die komplette Serie, mit einem
abermals leicht veränderten deutschen Titel: In der Carlsen-Ausgabe
heißt die Fantasy-Geschichte Die Lichter des Amalu, was auch sinnvoll ist, da es sich bei dem titelgebenden "Amalu" um einen Fluss handelt.
- 21.09.2009
RG ist die Abkürzung für „Renseignements Généraux“, welche die geheimdienstliche Abteilung der Nationalen Polizei Frankreichs ist. Sie ist direkt dem Innenministerium unterstellt. Auch wenn ihre Aufgaben bis 2008, als sie mit einer anderen Abteilung verschmolzen wurde, vorrangig darin bestanden, Informationen zu sammeln und das Ministerium direkt zu informieren, scheinen ihre Mitgleider doch auch generelle Polizeiarbeit erledigt zu haben. Zu ihren Aufgaben zählte Terrorismusbekämpfung ebenso wie Undercoverermittlungen. Das legt jedenfalls dieser Comicband nahe. Die Reihe RG, deren zweiter Band nun vorliegt, ist eine Mischung aus Fiktion und Reportage.