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(Vortrag/Diskussion)
von Marco Behringer Freitag, 10. September 2010
Anstatt ein wenig Klarheit in die Handlung zu bringen, überfordert Bec den Leser zu Beginn von "Die Challenger-Tiefe", indem er noch einmal neue Zeit- und Ortsebenen einführt. Auch ein weiterer furchteinflößender prähistorischer Meeresriese wird präsentiert. Wozu - das wird nicht verraten. Sicherlich ging es Bec eher um die effektvolle Inszenierung eines Unterseeboots im Zweiten Weltkrieg, das von einem Kronosaurus Queenslandicus - einer Kreuzung aus Krokokil und Walfisch - angegriffen wird.
Dann folgt ein Sprung nach Tibet von 1987, wo ein prähistorischer Riesenaffe Jagd auf den mysteriöser Drahtzieher, den Bec im ersten Band eingeführt hatte, macht. Wissenschaftler debattieren im Hier und Heute über das rätselhafte globale Stranden von Walen, die nicht mehr ins Wasser zurück wollen; und da die Tochter von Melville durch den vermögenden Mysteriösen, der sich als "Hundertjähriger aus den Karpaten" ausgibt, entführt wurde, wird sie gezwungen, für diesen zu arbeiten.
Dieser Karpate entpuppt sich als Wolfgang Feiersinger und ähnelt dem faustschen Wissenschaftlertyp aus zahlreichen Jules-Verne-Romanen. Nicht ohne Zufall kommt da einem Das Karpatenschloss in den Sinn. Ansonsten erinnert Feiersinger auch stark an Kapitän Nemo aus Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer. Und tatsächlich hat sich der "Hundertjährige" ähnlich wie Nemo mit seiner Nautilus ein technisches Wunderfahrzeug geschaffen: Die Leviathan. Der Name des Unterseeboots verweist auf die jüdisch-christliche Mythologie, in der ein Seeungeheuer beschrieben ist, das einem Krokodil, einer Schlange oder einem Drachen ähnelt. Wie die Nautilus beherbergt auch die Leviathan eine umfangreiche und geräumige Bibliothek mit Jalousien-artigen Fenstern, die den Blick auf die Unterwasserwelt freigeben können. Freisinger hat sich wie Nemo von der Welt unabhängig gemacht. Was sich Bec hätte sparen können, ist die Andeutung der leichten Frauen an Bord der Leviathan.
Der Gipfel der Verwirrung ist schließlich gegen Ende von "Die Challenger-Tiefe" erreicht, als plötzlich auch noch von Atlantis die Rede ist. Es ist ja nicht so, dass die mythologischen Versatzstücke uninteressant wären, nein, ganz im Gegenteil. Der Ausflug zu Platons Schilderung der versunkenen Stadt, die einst von den Griechen bekämpft wurde hat durchaus seinen Reiz. Aber worauf das Ganze hinaus will, bleibt schleierhaft und ist in der Summe mit den vielen Handlungssträngen und Schauplätzen einfach zu viel des Guten.
Zu Henninots Zeichnungen kann man dagegen nichts Negatives sagen. Im Gegensatz zu Bec, der ja auch zeichnet, findet man bei ihm keinen starren, hölzern wirkenden Zeichenstil. Klar, auch Henninot legt viel Wert auf auf eine möglichst realistische Ästhetik, aber ihm gelingt es noch, durch Mimik und Gestik Leben in die Figuren zu hauchen. Die Zeichnungen werden durch eine flächige Kolorierung ergänzt, die schlicht, klar und angenehm wirkt.
Das übergeordnete Thema von Carthago ist die Rache der Natur an der Menschheit. Das typische Motiv aus der Science-Fiction oder aus dem Kino (z.B. Der weiße Hai) wird mit mythologischen und wissenschaftlichen Aspekten ergänzt, et voilà - heraus kommt ein Blockbuster à la Roland Emmerich oder Steven Spielberg in Comicversion.
Carthago 2 - Die Challenger-Tiefe
Splitter, Juli 2010
Text: Christophe Bec
Zeichnungen: Eric Henninot
Hardcover, 56 Seiten, farbig; 13,80 Euro
ISBN: 9783868691016
Konfus erzählte wirre Story mit Blockbuster-Ästhetik
Abbildungen © Eric Henninot, der dt. Ausgabe Splitter















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Rex Mundi ist historischer Unsinn von der ersten bis zur letzten Seite. Allein die Idee, bestimmte historische Ereignisse hätten einfach nicht stattgefunden, ist vollkommen absurd. Als Beispiele seien nur die Reformation und die Französische Revolution genannt. Beide haben in dem Mystery-Comic von Arvid Nelson und Eric J keinen Platz. Dabei gibt es genug Untersuchungen, die zeigen, dass beide Ereignisse strukturelle Ursachen hatten, also keine Zufälle waren, sondern zwangsläufig geschehen mussten, so oder so. Es sind Weichenstellungen in der europäischen Geschichte, die nicht so einfach gestrichen werden können, ohne heftigen Unglauben zu hervorzurufen.
- 02.04.2008



Den meisten Lesern dürfte Prometheus, der Titan, der den Menschen laut Sage das Feuer brachte und deswegen von Zeus bestraft wurde, ein Begriff sein. Weshalb Christophe Bec seine dreiteilige Serie nach diesem benannt hat, bleibt nach dem ersten Band noch unklar. Lediglich die Legende von Prometheus wird auf wenigen Seiten thematisiert, lässt dabei aber jeden Bezug zur eigentlichen Handlung vermissen.