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von Benjamin Vogt Mittwoch, 16. November 2011
Vielschreiber Christophe Bec (Carthago, Finsternis, Prometheus) hat mal wieder eine neue Serie aus der Taufe gehoben. Diesmal zusammen mit Stéphane Betbeder, der ihn als Szenarist und Texter unterstützt. Bec bewegt sich auch bei dem auf fünf Bänden angelegten Bunker auf bewährtem, sprich Sci-Fi-Terrain. Und man braucht es kaum zu erwähnen, abermals verbindet der fleißige Autor seine Geschichte mit einem ordentlichen Anteil Mystery.
Als Leser findet man sich in der fiktiven Welt Demarkarcia wieder, wo in 7000 Meter Höhe auf einem verschneiten Gebirge ein Schutzwall steht. Es handelt sich um Bunker 37, die letzte Verteidigungslinie zwischen den verfeindeten Velikiistok und den Jeretiks. Dort ist seit Neuestem auch der Soldat Aleksi Stassik stationiert und bekommt gleich mal allerlei Gerüchte um grausame Ereignisse in den Bergen zu hören.
Viel mehr Anhaltspunkte geben einem die Autoren auch gar nicht erst mit auf den Weg. Der erste Band von Bunker ist verwirrendes Stückwerk, zusammengehalten aus zwei übergreifenden Elementen: einem großen Militärapparat/Krieg/Imperium und einer wie auch immer gearteten Konspiration.
Die Handlung springt sehr oft, mal zu Neandertalern in die Vergangenheit, dann zur Konfrontation mit Bergungeheuern und dann wieder zu den fremden Feinden. Nebenbei scheint auch noch ein außerirdischer Einfluss sichtbar zu werden. Getragen wird dieser Genremix von einer unübersichtlichen Zahl an Figuren. Deren Namen sind ähnlich schwer zu behalten wie ihre Persönlichkeiten ausgefeilt sind. Das liegt aber auch daran, dass man als Leser ziemlich ins kalte Wasser geworfen wird.
Bec und Betbeder verlangen viel vom Leser. Ihr kriegerisches Szenario mit sowjetischem Touch erinnert zuweilen an die artverwandte Comicreihe Red Star und gestaltet sich aufgrund der unnötig verwirrenden Komplexität ähnlich zäh.
Dass Christophe Bec in einem ersten Band einer seiner Serien am Ende unzählige Fragen aufgeworfen hat, das ist auf der anderen Seite auch keine große Überraschung und gehört zum Verfasser fast schon so dazu wie seine an Hollywood-Schauspieler angelehnten Figurenzeichnungen. Immerhin kann man die Atmosphäre der Bilder als die vielleicht größte Stärke des ersten Albums bezeichnen. Gerade das weiße Schneegebirge wird sehr überzeugend und imposant in Szene gesetzt.
Band 2 mit dem Titel „Nullpunkt“ versetzt die Handlung hingegen primär in die Wüste. Ein Stilbruch, der auch aufgrund des neuen Zeichners Nicola Genzianella nicht mehr für den ganz großen optischen Schmaus sorgt. Warum die Szenerie allerdings überhaupt erst dorthin springt, wäre wohl – selbst, wenn ich die Geschichte im Ganzen verstehen würde – nicht in wenigen Worten zu erklären.
Und das ist nach der Lektüre des zweiten Albums das Zwischenfazit: Bunker ist sehr interessant und wegen seiner vielen Geheimnisse und Ungereimtheiten durchaus reizvoll. Und dennoch verliert sich die Story, selbst für Bec'sche Verhältnisse, zu arg in ihrer eigenen Sci-Fi-Mystery-Konzeption.
Nach Aussage des Franzosen ist die gesamte Erzählung im Übrigen über mehrere Jahre vollends durchkonzipiert worden. Also bleibt einem wohl nur, dem großen Masterplan zu vertrauen und auf baldige Antworten zu warten.
Wertung: ![]()
Äußerst verstrickte Serie, die aber nicht uninteressant ist
Bunker
Splitter Verlag
Text: Christophe Bec, Stéphane Betbeder
je 56 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: je 13,80 Euro
Band 1: Verbotene Grenzen
April 2011
Zeichnungen: Christophe Bec
ISBN: 978-3-86869-222-8
Leseprobe
Band 2: Nullpunkt
Juli 2011
Zeichnungen: Nicola Genzianella
ISBN: 978-3-86869-223-5
Leseprobe
Abbildungen: © der dt. Ausgabe: Splitter Verlag















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Rezensionen




Die Steinzeitära bildet auch im Bereich der Unterhaltungsindustrie eine
steinzeitliche Wüste. Dieser geschichtliche Abschnitt ist sträflich
vernachlässigt worden und diente höchstens mal als Kulisse für einige
Zeitreiseepisoden verschiedenster Auswüchse. Als Hintergrund einer
eigenständigen Erzählung diente die Steinzeit nur selten, wie z.B. in
dem Film Am Anfang war das Feuer oder, im weiteren Sinne, in 10.000 B.C. Im Bereich der Literatur ist vielleicht Ayla
die bekannteste Adaption. Angesichts dieser wenigen Erzeugnisse kann
man Emmanuel Roudier eigentlich nicht genug dafür loben, die Steinzeit
als historischen Hintergrund zu verwenden und obendrein den weithin
unterschätzten Neandertaler als Helden zu etablieren.
- 26.03.2010
1937 herrscht in Spanien
Bürgerkrieg. Zahlreiche Freiwillige schließen sich ohne militärische Ausbildung
den Republikanern an und bilden kleinere Einheiten, die sich dem Faschismus im
Lande entgegenstellen. Quintos ist die Geschichte einer solchen Gruppierung,
die sich aus Männern und Frauen unterschiedlichster Nationalitäten
zusammensetzt.
- 27.06.2010
Mit dem "Heartland" im Titel ist das American Heartland gemeint, ein schwerer, urtümlicher Landstrich, in de USA abseits der pulsierenden Großstädte. Hier wächst der Junge Trevor auf einer kleinen Farm auf. Sein Leben wird bestimmt von seinem despotischen Vater, der auch seine Mutter mundtot gemacht hat. Die Familie hat allerdings ein Geheimnis: Trevor hat einen jüngeren Bruder, Will, der merkwürdig entstellt ist und über besondere Kräfte verfügt. Seine Mutter hat ihren Sohn seit seiner Geburt vor sechs Jahren nicht mehr angesehen, und er wird wie ein Hund an der Kette im Schuppen nebenan gehalten.
In dem neuen Zyklus um das verlorene Land greift der fleißige Autor
Dufaux (Raubtiere, Murena, Giacomo C., Kreuzzug, etc.) auf die
irische Mythologie zurück, indem er sich der Morrigans bedient. Sind sie
in den altirischen Überlieferungen noch Königinnen, die sich der
Christianisierung Irlands widersetzen, beschränkt sich Dufaux auf ihre
Fähigkeiten der Gestaltwandlung und betont, dass sie Hexen sind.
- 27.04.2010
In der beschaulichen Gemeinde von Sankt Eustachius halten
sich gleich mehrere Schutzengel auf, zwei von ihnen sind die Freunde Jeliel und
Yesod. Nach dem Selbstmord eines ihrer Schützlinge und der Übernahme des
hiesigen Priesters durch eine dämonische Präsenz, werden die beiden jedoch
zusammen mit dem in dieser Zeit neu geborenen, weiblichen Engel Om nach
Notre-Dame strafversetzt. Dort angekommen, müssen sie an vorderster Front in
den Krieg gegen die dämonischen Armeen eingreifen.
- 07.02.2009