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(Vortrag/Diskussion)
von Jons Marek Schiemann Mittwoch, 25. Mai 2011
Man erinnere sich: Die Agentin Liz Sherman wurde im achten Band der Serie entführt und ihre Kollegen versuchen nun krampfhaft, sie zu finden. Dass ihr Entführer ein Magier ist und schon erfolgreich den Helden Lobster Johnson bekämpfte, macht das Ganze nicht einfacher. Doch es gelingt ihnen, die Spur aufzunehmen und so reisen sie mit militärischer Unterstützung zur chinesisch-russischen Grenze. Doch der Gegner kommt von unerwarteter Seite und auch ihren neuen Verbündeten hätten sich Kate Corrigan, Johann Kraus und Abe Sapien gewiss anders vorgestellt. Und obendrein werden sie vor eine folgenreiche Wahl gestellt.
Es ist schon sehr beeindruckend, wie es Starautor Mike Mignola schafft, eine groß angelegte Storyline nicht nur über mehrere Bände nicht aus den Augen zu verlieren, sondern diese auch noch über verschiedene (Mini-) Serien hinweg fortzuführen. Der Beginn der „Froschplage“-Storyline ist bereits im ersten Hellboy-Band zu finden; die Frösche bleiben während der ganzen B.U.A.P.-Serie im Fokus und sin auch in die Miniserie Lobster Johnson involviert. In diesem neunten Band ergänzen sich nun die einzelnen Elemente und der riesige Kreis beginnt sich langsam zu schließen, indem manche seit langem lose Fäden verknüpft werden. So ist der Mann, von dem Elizabeth immer wieder träumte, nicht nur real, sondern auch sehr ambivalent: Freund und Feind zugleich.
Ein großer Pluspunkt der Serie besteht ja gerade in der Ausgereiftheit der Charaktere, die sämtlich differenziert gestaltet sind. Auch verändert sich bekanntermaßen die Besetzung, da die Protagonisten nicht unverwundbar sind und schon so manche das Zeitliche gesegnet haben. Man darf nicht vergessen, dass B.U.A.P. in allererster Linie eine Actionserie ist, also zu einem Genre gehört, in dem die Figuren gerne vernachlässigt werden. Hier dagegen wird ein großer Spannungsmoment (der wohl erst im nächsten Band so richtig zum Tragen kommt) gerade dadurch aufgebaut, dass er die Charaktere betrifft: Sind die Agenten grausam genug, um den jetzt beginnenden Krieg zu gewinnen? Dieser moralische Konflikt enthält viel dramaturgisches Potenzial und verspricht eine spannende Fortsetzung.
Trotz der dramaturgischen Verknüpfung vieler Elementen kommt die Action hier nicht zu kurz. In manchen Panels wimmelt es geradezu vor Gegnern, so dass der Leser wirklich Angst um die Figuren bekommt und sich das Lesetempo erhöht. Die Zeichnungen von Guy Davis sind wie immer sehr ausdrucksstark und liefern genug graphische Verzerrungen, um das Element der Fantasie zu betonen. Auch die brutalsten Stellen behalten ein karikaturhaftes Element, was den Pulpcharakter betont. Im Übrigen wird in diesem Band nicht nur H.P. Lovecraft ausgiebig zitiert (was Mignola sehr gerne tut), sondern auch Robert E. Howard. Dave Stewart ist einer der besten Koloristen derzeit, was auch dieser Band immer wieder bestätigt. Wie er ein und dieselbe Farbe immer genug abstufen kann, ohne dass die Konturen der Zeichnungen verschwimmen, ist hervorragend. Und auch seine Lichteffekte treffen immer direkt ins, nun ja, Schwarze.
Wertung: ![]()
Lose Fäden verknüpfen sich trotz aller Action, alles steigert sich zum Finale im nächsten Band.
B.U.A.P. 9 - Die schwarze Göttin
Cross Cult, April 2011
Text: Mike Mignola / John Arcudi
Zeichnungen: Guy Davis
Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 19,80 Euro
ISBN: 978-3-942649-29-2
Leseprobe
Abbildungen © der dt. Ausgabe: Cross Cult















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Rezensionen




Eric Powells Serie The Goon ist bekannt für ihre Noir-Atmosphäre, die mit Horror, Pulp und Humor angereichert wird. Das ist manchmal ziemlich abstrus, aber die Reihe hat den unbedingten Willen zum Trash und will auch gar nichts anderes als zu unterhalten und Spaß zu machen. Der Humor geht allerdings manchmal sehr in die Bereiche von Flatulenz-Gags wie bei den Filmen der Farrelly-Brüder. Der neue Band von The Goon ist anders. Er wurde von vornherein als Graphic Novel konzipiert, er steht außerhalb der Serie und folgt auch nicht deren Kontinuität. Vielmehr wird hier die Vergangenheit des Goon beleuchtet und manche Handlungslücke geschlossen. Schon im allerersten Band der Reihe wurden die traumatischen Ereignisse in
Dietrich von Bern zählt zu den bekanntesten deutschen Sagenfiguren. Ende der 70er traute sich der damals sehr umtriebige Szenarist Peter Wiechmann an eine der ritterlichen Legende nahen Adaption für den Kauka Verlag. Ursprünglich als Teil der Fix und Foxi Extra-Taschenbücher veröffentlicht, liegt erst jetzt, 30 Jahre später, eine ansprechende Komplettedition vor.
Im bereits achten Band der Reihe von Hellboy lässt sich Mike
Mignolas Schöpfung erstmals komplett in Farbe bestaunen. Bislang setzte man ja
ganz auf die unberührten Schwarz-Weiß-Zeichnungen, was sicherlich einen besonderen Reiz
der deutschen Ausgabe ausmachte. Immerhin kommen Mignolas Bilder dabei einfach
unverfälschter rüber und die s/w-Kontraste, die Mignola sehr gezielt einsetzt,
entfalten ihre volle Wirkung. Im neuen Band "Die Troll-Hexe" beließ man
es nicht nur bei den Gastzeichnern Richard Corben und P. Craig Russel bei der
Kolorierung des US-Originals, sondern auch Mignolas Geschichten behielten ihren
Farbanteil. Somit hat man als Leser jetzt den direkten Vergleich zwischen Farb-
und s/w- Version.
Mit dem vierten Band komplettieren sich die Vorlagen zum 1. Sin-City-Film (dem Inhalt von Band 2 begegnet man allerdings erst im 2. Film).