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(Vortrag/Diskussion)
von Jons Marek Schiemann Donnerstag, 11. März 2010
Von dem nichtssagenden Cover sollte man sich nicht täuschen lassen - was hier geboten wird, ist eine packende Story in einer hervorragenden graphischen Umsetzung.
Der Bouncer ist in die Dorflehrerin verliebt und macht sich auf den Weg zu ihrer Schwester Carolyn, um Frieden zu schließen. Diese versucht mit allen Mitteln, an das Grundstück von Bouncers Neffen zu gelangen. Notfalls mit Gewalt. Im Gespräch mit Carolyn wird der Bouncer durch erotische Verlockungen zunächst auf ihre Seite gezogen, um dann allerdings, nach einem missglückten Mordanschlag, zur Waffe zu greifen. Zum Schluss erweist sich der Titel "Doppelherz" als doppeldeutig, wenn ein schockierendes Geheimnis gelüftet wird.
Die Grundzüge der Story sind soweit bekannt und schon in vielen Western behandelt worden. Sie wird durch den Meisterautor Jodorowsky, der unter anderem John Difool (mit Moebius), Die Metabarone und Borgia (mit Manara) geschrieben hat, mit Zynismus und Brutalität vorangetrieben. Man kann nie sicher sein, was einen erwartet. Diese Seite von Jodorowsky kann aber auch durchaus komisch sein. Einer der Schurken hat den Rest einer Axt im Kopf (heißt sinnigerweise auch "Axehead") und schickt seine Kinder "zum Unterricht", indem er sie eine Postkutsche überfallen lässt. Aber auch die Kinder entgehen nicht ihrem Schicksal. Geradezu vor Zynismus triefend ist der Dialog auf Seite 62: "Was ist passiert?" "Ach, nichts Besonderes. Da wurde nur ein Kind von einem Hund totgebissen!" Ein weiteres Beispiel für Jodorowskys humorvolle Seite ist der Dialog über Sex auf den ersten Seiten ("Sein Kirschbaum ist nie in meinem zarten Tal erblüht").
Die Farben sind von Florent Bossard und Francois Boucq durchweg schön und satt gestaltet und der Landschaft und Stimmung der Figuren angemessen. Richtig fantastisch gestaltet sind die Seiten 8 und 9: Man muss schon genau hinsehen, wie sich die erotischen Gedanken des Bouncers als Spiegelung in der Landschaft wiederfinden. Hervorragend.
Bouncer 7 - Doppelherz
Ehapa Comic Collection, Februar 2010
Text: Alexandro Jodorowsky
Zeichnungen: Francois Boucq
64 Seiten, Hardcover, farbig; 12,- Euro
ISBN: 9783770433223

Ein weiteres Kapitel der harten Westernsaga, sehr gut umgesetzt.
Hervorragende graphische Ideen in einer packenden Story.
Abbildungen © Ehapa Comic Collection / Les Humanoïdes Associés















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Kleines Wunder ist das neueste Comicalbum aus Finix‘ Edition Solitaire, darin enthalten sind beide französischen Originalalben. Die Handlung spielt zwischen 1766 und 1794, begibt sich also mitten in die Französische Revolution hinein. Sehr prominent ist diese Epoche bis heute u.a. wegen des übermäßigen Köpfens von Verurteilten. Szenaristin Valérie Mangin (Die Geißel der Götter) greift diese Thematik auf und benutzt die Einführung der Guillotine als Vehikel für die Erzählung bislang unbekannter historischer Ereignisse.
In dem neuen Zyklus um das verlorene Land greift der fleißige Autor
Dufaux (Raubtiere, Murena, Giacomo C., Kreuzzug, etc.) auf die
irische Mythologie zurück, indem er sich der Morrigans bedient. Sind sie
in den altirischen Überlieferungen noch Königinnen, die sich der
Christianisierung Irlands widersetzen, beschränkt sich Dufaux auf ihre
Fähigkeiten der Gestaltwandlung und betont, dass sie Hexen sind.
- 27.04.2010
Unter dem schlichten wie eindeutigen Titel Dracula verbirgt sich nichts weniger als eines der, ja vielleicht sogar das schönste und ambitionierteste Comicprojekt über den wohl berühmtesten aller Vampire.
Vor mehr als acht Jahren hatten die Macher des „ältesten und innovativsten Comic(umsonst)magazins im deutschsprachigen Raum“, die Männer von Moga Mobo, die grandiose und doch so simple Idee, nicht nur ein Meisterwerk der Weltliteratur, sondern gleich hundert davon als Comic zu adaptieren. Zu bewerkstelligen war dieses ambitionierte Vorhaben mit dem mehr als treffenden Titel 100 Meisterwerke der Weltliteratur nur, indem man sich Grenzen setzte. Die Regeln für die hundert Künstler waren klar: Jede Adaption durfte nur 8 Panels haben und Worte waren nicht erlaubt. Und die vorwiegend deutschen Comic-Künstler kamen in Scharen. Die Erfolgsgeschichte wurde schließlich 2002 durch den Max-und-Moritz-Preis gekrönt. Nun hat sich das Trio mit dem Ehapa Verlag zusammengesetzt und eine Neuauflage des Klassikers der Klassiker ausgearbeitet.