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(Vortrag/Diskussion)
von Daniel Wüllner Mittwoch, 19. Mai 2010
Eine erläuternde Bemerkung sei dieser Besprechung noch vorangestellt, die im Comic leider erst am Ende zu finden ist. Die Damen und Herren von Tezuka Productions stellen klar, dass die Werke Tezukas als Zeichen ihrer Zeit zu lesen sind, sprich politisch unkorrekte Szenen wurden nicht nachträglich verändert, um dem heutigen Zeitgeist zu entsprechen. Natürlich soll bei dieser Besprechung nicht ignoriert werden, dass viele Szenen frauenfeindlich sind, dennoch möchte ich die Kritik dazu nutzen, zu zeigen, wie Tezuka diese Darstellungen verwendet. Dieser Comic ist selbstverständlich nicht für Kinder gedacht, dementsprechend wurde auch die Originalleserichtung durch Spiegelung der Bilder in eine westliche überführt.
Entstanden ist Barbara in einer kreativen Umbruchsphase (1973-74), in der sich Tezuka von den cartoonigen Zukunftsvisionen und utopischen Märchenwäldern löst, aber noch nicht ganz bei den Biografien (wie z.B. Adolf) und Dokumentationen seiner späten Phase angekommen ist. Die Figuren, die er Mitte der Siebziger Jahre erschaffen hat, sind fast ausschließlich gespaltene Persönlichkeiten, die das Böse, den Konflikt, in sich selbst tragen. Auch der Protagonist in Barbara, der Autor Yosuke Mikura, fällt in diese Kategorie. Obgleich die Frauen ihm wegen seinem Erfolg zu Füßen liegen, fühlt er sich nur vom Abnormalen angezogen.
Tezukas Meisterschaft im Erzählen fußt auf seiner Fähigkeit, unterschiedlichste Ansprüche zu bedienen, zu verbinden, ohne ihnen dabei ihre Wucht zu nehmen, ohne sie zu einem Erzählbrei verkommen zu lassen. So wird im ersten Band von Barbara fröhlich weiter mit Literaturzitaten um sich geschleudert, Alkohol in rauen Mengen konsumiert, perversen Fantasien hinterher gegeifert, und sehr viel geschrieben. All das findet immer nur einen Schritt vom Wahnsinn entfernt statt.
Babara 1
Schreiber und Leser, April 2010
Text und Zeichnungen: Osamu Tezuka
Übersetzung: Tsuwame und Resel Rebiersch
Broschiert, 208 Seiten, schwarz-weiß; 14,95 €
ISBN: 978-3-941239-28-9

Ein verstörend guter Comic, der vor wohltuender Zweideutigkeit nur so strotzt.
Abbildungen: © Tezuka Productions/Schreiber und Leser
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Es beginnt mit einem Arschloch. Gleich im allerersten Panel dieses
Manhwas bekommen wir den Hinterausgang eines Pferdes zu sehen sowie
das, was dort rauskommt. Ein bezeichnender Auftakt, denn Kwan Gaya
schert sich einen Dreck um Konventionen. Sein Epos Sonne und Mond,
das in drei Teilen bei Shodoku, dem Asien-Label von Schreiber &
Leser, erschienen ist, passt in keine Schublade. Es verwendet zwar
reichlich Klischees und Versatzstücke aus diversen Genres, setzt diese
aber so dreist zusammen, dass etwas völlig Eigenständiges entsteht.
- 16.12.2008
In den letzten Jahren gab es eigentlich nur einen Comic, der das Leben wirklich gerockt hat. Mit Scott Pilgrim fusioniert Bryan Lee O'Malley Manga mit westlicher Populärkultur, ohne dabei die Form des japanischen Comics zu leugnen noch die Freude an Rockmusik und Videospielen unter den Tisch fallen zu lassen. Pünktlich zum Filmstart im Herbst ist der ungewöhnliche Manga nun auch auf dem deutschen Comicmarkt erschienen.
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gleich viel Sonne bekommt, eine Ansammlung von Wohnmaschinen mit allen
Extras – vom Flachbildschirm bis hin zur Hypothek von 35 Jahren – das
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Diesen Ansatz verfolgt Mart Klein in seiner Comic-Version von Rotkäppchen konsequent. Das Ergebnis ist eine mehr oder weniger pornographische Exploitation-Story.
- 02.07.2009