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(Vortrag/Diskussion)
von Marco Behringer Sonntag, 22. August 2010
Im Gegensatz zum Auftaktband "Sherlock Holmes fürchtet sich vor gar nichts" enthält der zweite Band "Sherlock Holmes und der Club der tödlichen Sportarten" keine Sammlung von episodenhaften Kurzgeschichten, sondern eine einzige, längere Handlung. Dabei erweist sich der vielschichtige Fall als überaus verzwickt: Sherlock Holmes und Dr. Watson werden vom nervenzermürbenden Inspektor Lestrade zu fünf verschiedenen Verbrechen hinzugezogen, die vordergründig erst einmal nichts miteinander gemein haben.
Die Abenteuer des Meisters der Deduktion werden in Baker Street zunächst ganz nach dem Vorbild von Arthur Conan Doyle präsentiert: Da ist der unverkennbare Deerstalker als Markenzeichen von Holmes, die ungleiche Männerfreundschaft zwischen dem Detektiv und seinem Chronisten, die bekannten Nebenfiguren wie Inspektor Lestrade aus dem Scotland Yard. Doch neben diesem "Grundgerüst" beziehungsweise neben dieser Hommage entpuppt sich die Serie zugleich als Verballhornung der Vorlage. Denn es kommt durchaus vor, dass sich Holmes irrt oder verheerende Fehler macht wie ein Streichholz in einer Lagerhalle mit hoch entflammbarem Puder zu entzünden. Die Zankereien zwischen den Streithähnen Holmes und Watson werden zuweilen überspitzt und bis zum Äußersten getrieben.
Die Gags funktionieren dabei fast immer. Manchmal aber schießen die Autoren über das Ziel hinaus, übertreiben zuweilen oder warten mit vorhersehbaren Pointen auf. Der Humor, der sich neben der Holmes-Watson-Konstellation vor allem aus der Verachtung für Lestrade und Scotland Yard speist, wird auch durch die cartoonhaften Zeichnungen unterstrichen. Barrals detailierter Strich hebt die markanten Gesichtspartien zur Karikatur hervor. Er benutzt auf gekonnte Weise viele comictypische Stilmittel wie Speedlines oder Sternchen, um eine Szene auf die Spitze zu treiben.
Auch der zweite Band von Baker Street ist eine gelungene Parodie auf Doyles Romane. Es ist gute Genre-Kost mit bisweilen schwankend guten Pointen. Veys und Barral sind ein eingespieltes Team, das sich hervorragend ergänzt. Baker Street 2 ist sicherlich für Holmes-Fans oder Anhänger der Kriminal-Parodie eine Pflichtlektüre. Allen anderen ist aber zunächst ein Blick in das Album zu raten. Ein großes Plus der Reihe ist sicherlich noch die zügige Veröffentlichung: Band drei erschien im Juli, und die Bände vier und fünf sind für Herbst/Winter 2010 geplant.
Baker Street 2 - Sherlock Holmes und der Club der tödlichen Sportarten
Piredda Verlag, Mai 2010
Szenario: Pierre Veys
Zeichnungen: Nicholas Barral
Hardcover, 48 Seiten, farbig; 13 Euro
ISBN: 9783941279360
Leseprobe auf der Verlags-Website
Gelungene Hommage und Parodie mit Semi-Funny-Zeichnungen
Abbildungen © Nicolas Barral, der dt. Ausgabe Piredda Verlag















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Es ist jetzt gut 10 Jahre her,
dass Garth Ennis sein Meisterwerk Preacher abschloss.
Auf dem Frontcover der Rücken eines Mannes, auf dem ein weinender Jesus am Kreuz martialisch eingeritzt wurde, auf dem Backcover eine kleine Skizze, die einen Priester zeigt, der einem gebückten Kind sein Glied entgegenstreckt. Keine Frage, das neueste Comicalbum von Matthias Schultheiss ist nichts für zarte Gemüter. Einige Menschen würden es gar als geschmacklos bezeichnen, denn was der deutsche Ausnahmekünstler hier vorlegt, geht weit über sanfte Kirchenkritik hinaus. Schultheiss zündet nichts weniger ein blasphemisches Feuerwerk.
Wer kennt sie nicht, die unerwünschten E-Mails, die
man Tag für Tag in seinem Spam-Ordner (oder, schlimmer, direkt im Posteingang)
findet. Meistens sind sie nur lästig, manchmal bergen sie aber auch unfreiwilligen Humor in sich. Nicolas Mahler schafft es wie kein
zweiter, das Absurde und Komische an Spam-Mails herauszuschälen und
legt mit SPAM ein Buch vor, das aus realen Betreffzeilen und
realen Absendernamen kleine Miniaturen macht, die umwerfend komisch
sind. Und ganz nebenbei gelingt ihm eine tragische Geschichte vom
Abenteuer Penisvergrößerung.
- 24.03.2009
Da möchten Don Diego de la Vega
und sein Diener Bernardo einfach nur eine ruhige Schifffahrt unternehmen
... und
müssen unterwegs gleich dem legendären Vampirfürsten Dracula
entgegentreten. Dieser hat
sich nämlich ebenfalls als Passagier an Bord begeben und möchte von
Spanien
nach Frankreich übersiedeln. Don Diego, der nachts als maskierter Rächer
Zorro
für Gerechtigkeit kämpft, hat sich glücklicher Weise kurz zuvor in
Toledo vom Meisterschmied
Rambak ein spezielles Schwert anfertigen lassen. Nur dass es so schnell
zum
Einsatz kommen muss, damit hat Zorro freilich nicht gerechnet.
Es gibt Zeichner und Autoren, von deren Werken man gar nicht genug
bekommen kann und am liebsten sofort den nächsten Comic oder
das nächste Buch lesen muss. Fernab von der Welt der
Comics lässt sich dieses Phänomen sicherlich am besten bei J.K.
Rowlings Harry Potter-Reihe wiederfinden. Mit großem Eifer haben Horden
von Jugendlichen und Erwachsenen die Bücher gelesen und gierig
jeden neuen Band herbeigesehnt. Und dann gibt es da noch Eugen Egner, den
Meister des grotesken Humors (entsprechende