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von Thomas Kögel Samstag, 09. Februar 2008
Das Ergebnis dieser nicht vollzogenen Schaffenspause ist Außer Dienst. Dieser Band erzählt keine in sich geschlossene Geschichte, sondern ist eher ein Essay in Comicform. Trondheim, der sich selbst wie schon in Approximate Continuum Comics als Figur mit Vogelkopf zeichnet, sinniert über seinen Beruf und über die These, die ihn am meisten umtreibt: Comiczeichner altern schlecht.
Die Sammlung vieler Gedanken zum Altern von Comicmachern ergibt insgesamt eine spannende Selbstbespiegelung, eine Innenansicht aus einer Branche, die sowohl Kunstszene als auch kommerzielles Business ist. Trondheim betreibt dabei ein exzessives Namedropping und haut dem Leser reihenweise Namen von Zeichnern, Szenaristen und Verlagen um die Ohren. Glücklicherweise enthält der Band ein Glossar mit kurzen Erläuterungen zu allen genannten Namen, trotzdem kann man sich schnell mal überfordert fühlen, wenn man kein ausgewiesener Kenner der frankobelgischen Comics und ihrer Geschichte ist.
Ein wirklich zufriedenstellendes Ende findet der Band nicht, die wesentlichen Fragen müssen offen bleiben. Die einzige Antwort, die für Trondheim letztlich bleibt, heißt: weitermachen, weiterzeichnen.
Nicht jeder Leser wird Gefallen an dem experimentellen Ansatz finden, den Trondheim hier verfolgt. Wer aber selbst auf irgendeine Weise kreativ tätig ist, sei es nun in der Comicbranche oder anderswo, findet in dem Band einige interessante und anregende Gedanken, die es Wert sind, selbst weitergedacht und -diskutiert zu werden.
Außer Dienst
Reprodukt, Dezember 2007
Text und Zeichnungen: Lewis Trondheim
Broschiertes Softcover; schwarz-weiß; 80 Seiten; 12,- Euro
ISBN: 978-3-938511-37-4
Bildquelle: reprodukt.com
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In Ben Tanakas Leben läuft gerade nicht alles so, wie er es
sich vorstellt: Das Kino, das er leitet, wird kurzzeitig geschlossen, seine
Freundin Miko zieht alleine nach New York um sich beruflich weiterzuentwickeln und
von der der Beziehung eine Auszeit zu nehmen und auch seine beste Freundin, die
lesbische Studentin Alice, zieht es in den Big Apple. Für Ben, der seinem
Umfeld ohnehin mit Engstirnigkeit und Sarkasmus entgegentritt, Grund genug,
sich immer mehr in Pessimismus und Hoffnungslosigkeit zu verlieren.
In der großen weiten Comicwelt gibt es kleine Projekte, es gibt große Projekte, es gibt riesig große Projekte und es gibt Donjon. Wer noch das Ende der insgesamt auf
300 Bände angelegten Reihe erleben will, sollte besser kein allzu weit
zurückliegendes Geburtsdatum vorweisen können und selbst die
Vielschreiber Sfar und Trondheim werden sich schon sicher mehr als
einmal selbst verflucht haben für das gigantische Pensum, das sie sich
auferlegt haben. Aber kann man denn in dieser Beziehung wirklich Mitleid empfinden mit
jemandem, der 100 Bände dem Werdegang einer Figur widmet, die im
weiteren Verlauf der Handlung gerade mal eine Nebenrolle spielen wird?
Serienmörder und ihre Taten üben eine eigenartige Faszination auf uns
aus. Verbrechen, die Jahrzehnte, manchmal gar Jahrhunderte zurückliegen,
werden nicht vergessen und zu den Akten gelegt, sondern immer wieder
thematisiert - und durch die Verarbeitung in Kino, Fernsehen oder
Kriminalroman auch zu einem Stück Popkultur. Dass sich historische
Serienmorde auch als Thema für Comics eignen, will der Autor Peer Meter
beweisen, indem er gleich drei solche Stoffe zur Graphic Novels
verarbeitet. Der erste davon erschien kürzlich bei Reprodukt: In Gift
geht es um eine Frau namens Gesche Gottfried, die in den 1920er Jahren
in Bremen insgesamt 15 Menschen vergiftet hatte und 1831 hingerichtet
wurde.
- 26.07.2010
Neben den drei Hauptreihen der Donjon-Serie schufen Joann Sfar und Lewis Trondheim auch noch die Nebenserien Parade und Monster. Von letzterer sind die ersten beiden Bände frisch auf deutsch erschienen. Donjon Monster hat
keinen Stammzeichner - hier wird jeder Band von einem anderen Künstler
umgesetzt, und so bekommt jedes Album seinen ganz eigenen Charakter.
Band 1 und 2, die gleichzeitig erschienen sind, machen dies sehr
deutlich, denn die beiden Geschichten sind so verschieden wie Tag und
Nacht.
- 01.01.2007