JoomCategories for JoomGallery
- Kategorie: 6. Akt: Der letzte Akt
- Kategorie: 5. Akt: Der Akt ohne Namen
- Kategorie: Chili oder Essen, das zweimal brennt
JoomGallery Stats for JoomGallery MVC BETA
- 1287
Aktuelle Rezensionen
Comicgate-Tweets
Comic-Kalender
- Buffy-Zeichner Franco Urru auf Signiertour
17.05.2012 - 25.05.2012
(Signierstunde) - Düsseldorf: DoKomi
26.05.2012 - 27.05.2012
(Messe/Festival) - Berlin: Graphic Novel – ein politischer Resonanzraum
03.06.2012
(Vortrag/Diskussion)
von Jons Marek Schiemann Mittwoch, 16. Dezember 2009
In dem neuesten Comic von Jan-Michael Richter (kurz Jamiri), Arsenicum Album, behandelt der Zeichner in einseitigen Episoden die Tücken des Alltags, der Technik und des Lebens in der Großstadt.
Die meisten Comic Strips gewinnen ihren Witz normalerweise durch graphische Aussparungen: der Dialog oder die Situation wird zumeist erst in der detaillierteren Zeichnung des letzten Panels aufgelöst und liefert so die Pointe. Dieses Prinzip ist vor allem in klassischen Zeitungsstrips zu finden, wie Garfield, Hägar und den Peanuts.
Jamiri verweigert sich dieser Tradition und behält meistens die Perspektive bei, die im ersten Bild angegangen wurde. Dadurch ist der Witz eher im Text denn im Bild zu finden. Da ähnelt er eher Peter Puck mit den Rudi-Comics, ist aber nicht ganz so textlastig wie Puck. Daran krankt es aber auch ein bisschen. Das Bild wird Nebensache, der Text jedoch gleichzeitig etwas zu sparsam eingesetzt, um manche Witze auszuführen. Einige Gags sind daher einfach ein wenig zu platt geraten, andere unverständlich. Worauf Jamiri zum Beispiel mit dem Spekulatius-Witz hinaus wollte ist mir vollkommen fremd geblieben: In einem ganzseitigen Sketch sieht man den Zeichner in King-Kong-Pose, einen Spekulatius in der Hand haltend. Der Text verweist auf die Hochschulpresse und Tempoverschärfungen, denen sie begegnen soll. Kommentar im Sketch: "In der Hochschulpresse taucht der erste Spekulatius auf." Für mich völlig unverständlich, wo sich da der Witz versteckt hält.
Aber wie Jamiri in seinen Zeichnungen mit den Gesichtsausdrücken der Protagonisten hantiert, ist klasse: Wie er seine Frau Beate je nach Situation ansieht, ist wirklich gut gemacht. Schade, dass die Hintergründe sehr flächig gehalten sind. Details, die zu einer längeren Betrachtung verführen, fehlen. Stattdessen werden großflächig Farben eingesetzt, welche die Stimmungen verdeutlichen. Ein weiteres Problem der Gags besteht darin, das sich Jamiri sehr am vermeintlichen Zeitgeist orientiert. Das ist zum richtigen Zeitpunkt ganz lustig (für diejenigen, die sich damit auskennen und manche Anspielungen einordnen können), aber in ein paar Jahren werden die Comics nicht mehr lustig sein, weil sie dann nicht mehr verständlich sein werden. So beziehen sich manche Gags auf Softwareausdrücke, die nicht nur relativ schnell veraltet, sondern auch für weniger Computerkundige unverständlich sind.
Manchem Leser könnte es übel aufstoßen, oder besser: nerven, dass die Hauptfigur der Zeichner selbst ist. Der Gefahr der Eitelkeit und Selbstdarstellung wird aber durch Selbstironie begegnet, was es wiederum amüsant macht (wie zum Beispiel im Cartoon "Leserservice" wo genau diese Selbstdarstellung das Thema ist). Kurz: es gibt ein paar sehr gute Gags (der mit dem Intelligenztest im Internet ist einfach göttlich) und ein paar sehr flache, die mir nicht mal ein Lächeln entlockten. Für Fans sicherlich eine lohnende Anschaffung. Für andere eher nicht.
Arsenicum Album
Edition 52, Wuppertal 2009
Text und Zeichnungen: Jamiri
Hardcover, 48 Seiten, farbig, 13 Euro
ISBN: 978-3935229722
















Neue Veranstaltung einsenden



Als Autor John Layman mit seiner Idee von einem Cop, der mittels einer außergewöhnlichen Geschmacksbegabung die Geschichte und Herkunft einer jeden Speise erfahren kann, in der amerikanischen Comicverlagslandschaft hausieren ging, lehnte so gut wie jeder ab. Die Zurückweisung kam dem ehemaligen Wildstorm-Redakteur jedoch letztendlich zugute.
So groß das Angebot an deutschsprachigen Comicübersetzungen auch ist, so groß sind nach wie vor die Lücken. Eigentlich sollte man meinen, dass zumindest das Werk der ganz großen Namen inzwischen vollständig auf Deutsch vorliegen müsste. Dass dem nicht so ist, zeigt sich (nicht nur) am Beispiel von Alan Moore. Dessen Opus enthält neben den großen, selbstverständlich verfügbaren Klassikern wie Watchmen, From Hell oder V for Vendetta auch zahlreiche mehr oder minder obskure Seitenzweige sowie ein Frühstadium, bestehend aus Comics, die in den frühen 80er Jahren für die britischen Magazine Warrior und 2000 AD entstanden. Das meiste davon wurde nie auf Deutsch veröffentlicht.
Manu Larcenet hat mit den bis jetzt zwei bei Reprodukt erschienenen Bänden von "Der alltägliche Kampf" wahrhaftig Eindruck geschunden.
Ich muss gestehen, dass mir der Name Andreas Dierßen bislang nicht geläufig war. Dabei zählt dieser zu den "alten Hasen" der deutschen Comiclandschaft. Vor allem in den Neunziger Jahren war er aktiv, unter anderem mit Projekten bei Ehapa, Carlsen, fürs Schwermetall und bei Zwerchfell. Für den japanischen Verlag Kodansha schuf er unter anderem die Krimireihe Kunz, von der auch ein Band bei Carlsen vorliegt. Nach einigen Jahren Pause meldete er sich 2011 mit Die besten Zeiten zurück.