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(Vortrag/Diskussion)
von Benjamin Vogt Samstag, 24. März 2007
Nach dem Preview-Heft „Der verbotene Wald", das man 2006 auf dem Comic-Salon in Erlangen ergattern konnte und das vorab bereits eine Kurzgeschichte präsentierte (als PDF beim Verlag abrufbar), liegt der erste reguläre Band von Argstein also endlich vor (dreiseitige PDF-Leseprobe). Und es ist schon ein ungewöhnliches Projekt, das bei Ehapa für meine Begriffe unerwarteterweise, aber völlig zurecht, einen Platz gefunden hat. Autor Josef Rother (u.a. "Heavy Metal", Pater Dracula) und Zeichner Eckart Breitschuh (u.a. Lindenstraße-Comics, Wanda Caramba) sind hierfür verantwortlich und kreierten einen Comic, der mit (O-Ton Rother) "Hellboy trifft den Förster vom Silberwald" gut umschrieben ist. Die altertümliche Atmosphäre des Plots, der an die ländliche Umgebung einer deutschen Sagenwelt angelehnt ist, überzeugt nicht zuletzt aufgrund Breitschuhs guter zeichnerischer Arbeit. Das Waldgeschehen zeigt sich durchdacht und, am wichtigsten, fantasievoll.
Argstein ist ein mutiger Comic, der Horror- und Actionelemente in ungewohntes Gebiet verlagert. Der Hintergrund ist zwar bodenständig - ein deutsches Örtchen, schickes Walderholungsgebiet -, aber vordergründig ist die Welt von Argstein eine absurde. Jederzeit kann man von einem Moosweiblein angequatscht, hinter den nächsten Busch gelockt und gefressen werden oder aber ein anderes abstruses Geschöpf im Genick sitzen haben. Und dann ein Förster als Vigilant, dem keiner über den Weg traut.
Dieser Spagat aus Idylle und Fantasy gelingt hervorragend, verkommt nicht zum Kitsch. Der Verlauf der Story ist sehr schön durchkonzipiert, von der Einführung der Personen bis zum rasanten Showdown. Eigentlich gibts dabei kaum was zu bemängeln. Ich freu mich auf weitere Bände!
Argstein 1 - Das Gesetz des Waldes
Ehapa Comic Collection, Februar 2007
Text: Josef Rother
Zeichnungen: Eckart Breitschuh
64 Seiten, Softcover, farbig; 8,50 Euro
ISBN: 9783770430536
www.argstein.com

Bilder: © Egmont verlagsgesellschaften mbH, Josef Rother, Eckart Breitschuh
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"Ich möchte ausreisen." – Es ist heute fast unvorstellbar, welche emotionale Wucht dieser einfache Satz in der DDR besaß. Wer einen Antrag auf Ausreise stellte und sich noch nicht im Rentenalter befand, wurde im realsozialistischen Einparteienstaat nach diesem Bekenntnis automatisch zum Dissidenten und Verräter an der guten Sache erklärt. Den daraus resultierenden Zustand der Unsicherheit und Ausgrenzung gibt Simon Schwartz in seinem autobiografischen Comic drüben! beeindruckend wieder, wenn er die Geschichte seiner Eltern erzählt, die den Entschluss zur Ausreise kurz vor seiner Geburt Anfang der 1980er fassten.
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füllen. Und damit sind die Lücken zwischen den Bildern gemeint. Erst
durch den Lesefluss des Betrachters werden die Bilder inhaltlich
miteinander verknüpft und im Kopf des Lesers entsteht nicht nur eine
zusammenhängende Story, sondern auch eine Dynamik, die im Kopf einen
Film ablaufen lässt. Die Kunst der Schöpfer besteht unter anderem darin,
Story und Dynamik adäquat zu gliedern. Warum diese allgemeine These,
die eher zu einer theoretischen Abhandlung zu Comics gehört, hier in
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