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(Vortrag/Diskussion)
von Andreas Völlinger Donnerstag, 17. Februar 2011
In der Rezension zum ersten Band der Fantasyserie vom umtriebigen französischen Comicszenaristen Gaudin (u.a. Marlysa und Die Seuche) und Zeichner-Neuling Armand schrieb ich unter anderem, der Comic sei "nett" – sowohl im Sinne von "sympathisch und ansprechend" als auch "mittelmäßig und unoriginell".
Im zweiten Band überwiegen leider die letzten beiden Attribute. Die Handlung mäandert viel zu viele Seiten einfach so vor sich hin, die drei Hauptfiguren stolpern recht ziellos von einem Abenteuer(chen) zum Nächsten und so richtig will der Funke nicht überspringen. Ein strafferer Plot und vor allem mehr Motivation für die Protagonisten hätte hier Not getan. Drei leidlich sympathische Jugendliche, die ohne einen Plan aus dem rigorosen Kastensystem ihrer Heimat geflohen sind, aus Zufall an ein magisches Amulett geraten, mit dessen Hilfe sie sich in Erwachsene verwandeln können, und nun die Diebe eben jenes magischen Schmuckstücks verfolgen – das ist etwas mager.
Das müsste es nicht sein, denn so mancher Erzähler könnte hier mit treffenden Charakterisierungen, pointierten Dialogen oder skurrilen Einfällen noch einiges rausholen, aber Gaudin bietet stattdessen Standardsituationen, offensichtliche Handlungswillkür und viele langweilige Diskussionen in einer nicht sehr fantasievollen Fantasywelt. Wenn die Geschichte dann endlich Fahrt aufnimmt und schließlich mit einer schön in Szene gesetzten Seeschlacht aufwartet, hat man sich innerlich schon halb vom Comic verabschiedet.
Immerhin die Zeichnungen machen was her: Armands Strich, der bereits im ersten Band recht ansehnlich war, aber noch kleine Schwächen offenbarte, ist hier merklich sicherer geworden und entschädigt wenigstens teilweise für die eher laue Geschichte.
Besserung verheißt die letzte Seite, die mit einer wirklich gelungenen Cliffhanger-Szene aufwartet. Das reicht dann so gerade, um Band 3 doch noch eine Chance geben zu wollen.
Wertung: ![]()
Überwiegend fantasielose Fantasy mit ansehnlichen Bildern
Angor 2 - Mansïouran
Splitter, Januar 2011
Text: Jean-Charles Gaudin
Zeichnungen: Dimitri Armand
48 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 13,80 Euro
ISBN: 978-3-86869-164-1
Leseprobe
Abbildungen © MC Productions, der dt. Ausgabe: Splitter















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Rezensionen




Es ist jetzt gut 10 Jahre her,
dass Garth Ennis sein Meisterwerk Preacher abschloss.
Der Zweite Weltkrieg ist vorbei, Deutschland hat gewonnen.
Gelingen konnte ihnen dies allerdings nur, weil im Juni 1944, kurz vor dem Sieg
der Alliierten (zu dem es ja in der Realität dann auch kam), die nordischen
Götter wahrhaftig auftauchten und den Krieg zugunsten der Nazis entschieden.
Jahre später ist das erscheinen der Asen noch immer ungeklärt, die echte
Identität der Götter ungewiss. Die Nationalsozialisten sind nunmehr nur noch
formal die herrschende Gruppierung, denn eigentlich sind Odin und Thor die
amtierenden Machthaber. Amerika ist wie weite Teile der Weltkarte okkupiert
worden, lediglich verzweifelte Kampfhandlungen um die Freiheit führen wenige
US-Soldaten noch. Unter ihnen befindet sich
Benoit Sokal ist ja beileibe kein Unbekannter mehr. Mit Inspektor Canardo hat er einen modernen Klassiker des frankobelgischen Comics geschaffen und nicht zuletzt mit Paradise auch eine schöne Serie, die Abenteuer mit etwas Mystik und Satire verband.
Nach einer etwas längeren Wartezeit kommt der zweite Band und Abschluss von Die Welt von Lucie als Splitter Book heraus. Auch der zweite Band ist recht voluminös geworden und der Leser freut sich auf die Beantwortung der vielen Fragen, die im ersten Band gestellt wurden.