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(Vortrag/Diskussion)
von Benjamin Vogt Donnerstag, 16. April 2009
Es ist vollbracht, die fünfteilige, neu bearbeitete
Andrax-Gesamtausgabe liegt jetzt also komplett vor. Auch wenn die Stories aus
den 70ern an vielen Stellen vornehmlich durch hölzerne Dialoge und übertriebene
Handlungen auffallen, so beweist die spanisch-deutsche Koproduktion von Autor
Peter Wiechmann und Zeichner Jordi Bernet dennoch, dass überbordende
s/w-Fantasycomics auch heute noch ihren verdienten Platz innehaben können.
Es ist der Charme der suboptimalen, nichtperfekten
Erzählung, die die Geschichten um den aus der Vergangenheit stammenden Helden
Andrax und seinen Wegbegleiter Holernes zu einem zeitlosen Klassiker machen.
Während zahlreicher und unterschiedlich langer Abenteuer ändert sich die
personell simple Zweierdynamik nicht, stattdessen stürzen die Protagonisten von
einem ungewöhnlichen Szenario in ein noch ungewöhnlicheres. Die Erforschung der
neuen, fremden Zukunftswelt, die einen Rückfall in barbarische Zeiten
durchlaufen zu haben scheint, will nicht enden, ebenso wenig die Suche nach
einer Rückkehrmöglichkeit für Andrax in seine eigene Zeit.
Es sind Fragen, die
letztlich unbeantwortet bleiben, da sie für den eigentlich kaum existierenden
übergeordneten Handlungsablauf von sekundärer Natur sind. Der Schwerpunkt liegt
in der kurzweiligen Umsetzung simpel gestrickter Action- und Abenteuer-Plots,
die zuweilen höchst amüsant ist. Insbesondere dann, wenn absurde Elemente einen
gelungenen, unvorhersehbaren Kontrapunkt setzen. So verwundert es auch im
abschließenden fünften Band der Serie „Gnadenlose Jagd“ nicht, dass Andrax und
Holernes in einem Düsenjet vor einer Bombe fliehen, sie auf Frankensteins
Monster treffen oder sie in eine Wildwest-Geisterstadt geraten.
Als besonderer Bonus sind im Anhang des Buches Auszüge aus
einer nicht autorisierten Abschlussstory von Jordi Bernet abgedruckt. Dessen
Idee war, Andrax ein würdiges, rundes Ende zu geben, was aber offiziell nie
realisiert wurde.
So schade es auch sein mag, dass jetzt zwangsweise, weil das Material erschöpft ist, keine weiteren Bände von Andrax mehr erscheinen werden, umso mehr darf man gespannt sein, ob demnächst weitere alte Primo-Comics ihr Revival in einer Gesamtausgabe feiern dürfen. Bei ähnlicher inhaltlicher Qualität und gewohnt souveräner Cross-Cult-Bearbeitung kann man sich gewiss darauf freuen.
Andrax 5: Gnadenlose Jagd
Cross Cult, Februar 2009
Text/Zeichnungen: Peter Wiechmann/ Jordi Bernet
A5,
Hardcover, s/w, 144 S., 18,00 €
ISBN: 978-3-936480-79-5
ZWEITE MEINUNG: Kurzbesprechung von Christopher Bünte im Kri-Ticker
Abbildungen: © Kauka Promedia / Cross Cult















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Ein Ausflug ins wunderbare Fantasiereich von David Petersens Mouse Guard ist immer eine Besonderheit und ein mit Spannung erwartetes Leseerlebnis. Petersen führte seine Mauswächter in den beiden ersten, regulären Bänden der Reihe durch den stürmischen Herbst und den kalten Winter des Jahres 1152. Bevor jedoch die nächste Jahreszeit für die mit Umhang und Schwert ausgerüsteten Nager anbricht, liegt mit Legenden der Wächter eine illustre Anthologie vor.
Michael Rush ist Andrax, Zehnkämpfer und Zeitreisender. Der Comic-Held
aus den Siebzigern erlebt bei Cross Cult ein Revival. In fünf
Bänden soll der Klassiker in den nächsten Jahren erscheinen, der erste ist vor kurzem erschienen. Den Leser
erwartet eine Achterbahnfahrt durch das vierte Jahrtausend, Flugechsen
und Vampire inklusive. Aber bitte nicht zu weit aus dem Wagen lehnen.

Magie, Religion, Mittelalter. Eine Kombination, die mehr als häufig in Comicserien bemüht wird. Vielleicht ist das auch einer der Gründe dafür, dass bei mir angesichts der neuen Reihe Missi Dominici mit der x-ten Abwandlung der genannten Themen eine gewisse Ermüdung vorherrscht.
- 07.09.2010